„Passengers“ – Filmrezension

© 2000-2017 Sony Pictures Releasing GmbH

Gutes Science-Fiction-Kammerspiel, das leider nicht auf ein Hollywood-Ende verzichten konnte!

Die Geschichte startet zunächst wie viele andere Filme dieses Genres auch: Ein Raumschiff macht sich auf den Weg um einen fremden Planeten zu kolonialisieren. An Bord befinden sich eine Menge Passagiere, natürlich alle im Kälteschlaf um die lange Reise zu überstehen. Und dann passiert es – ein Asteroidenfeld – und plötzlich Chaos, Tote, etc. – aber nein, nichts davon.

Ab diesem Zeitpunkt schafft es der Film tatsächlich sich von dem sonst so grauen Alltagsbrei des Genres zu lösen. Mit bloß einem einzigen Menschen und einem Androiden wird einem hier ein meisterliches Kammerspiel geboten, welches einen in den Kinosesseln hält. Unweigerlich werden die Fragen des Protagonisten zu den eigenen Fragen: „Was würde man machen, wenn man der einzig wache Passagier von insgesamt fünftausend ist? Allein auf einem Raumschiff und neunzig Jahre zu früh aufgewacht?“ Auch die Einführung eines weiteren Protagonisten schadet dem Film in keinster Weise, da es neuen Schwung in die Geschichte bringt und sich durch die aufkeimende Beziehung zwischen den Charakteren auch wieder neue Fragen ergeben. Angenehm fand ich auch die Tatsache, dass es keinen Bösewicht im eigentlichen Sinn gibt, kein grauenerregendes Alien, das sich unbemerkt eingeschlichen hat, keine mutierte Lebensform im Frachtraum. Das einzig „Böse“ ist ein Asteroid – dieser durchbricht zu Anfang des Films die Außenhülle des Schiffs und verursacht einen Defekt im Maschinenraum. Und ab hier beginnt die größte Schwäche des Films – der „Showdown“. So innovativ und intelligent wie der Rest des Films ist, so typisch und austauschbar ist sein Ende. Natürlich müssen sich die beiden Protagonisten in schier unüberwindbare Gefahren begeben, natürlich ist das Rückholseil wie so oft gerade um ein paar Zentimeter zu kurz und natürlich überleben beide auf wundersame Weise halbwegs unversehrt. Bis zu seinem finalen Akt hielt ich den Film noch für den nächsten Meilenstein am Science-Fiction-Firmament, doch nach der letzten Szene bleibt der Zuschauer leider mit einem schalen Nachgeschmack zurück.

Über die rein technischen und filmischen Elemente lässt sich ansonsten nicht viel sagen, da sie einfach stimmig und schön anzuschauen sind. Die Effekte wirken sehr wertig, das Kostüm- und Setdesign entführt einen in diese fremde und einsame Situation und sowohl Kamera als auch Schnitt schaffen eine ergreifende Atmosphäre.

Abschließend lässt sich sagen, dass das Potenzial des Films leider nicht voll ausgeschöpft wurde und so sieht man statt eines filmischen Meisterwerks „nur“ einen sehr guten Vertreter seines Genres – was immer noch mehr ist, als bei vielen anderen Filmen.

  • Titel: Passengers
  • Originaltitel: Passengers
  • Erscheinungsjahr: 2016
  • Laufzeit: 116 Minuten
  • Produktionsstudio: Columbia Pictures
  • Regie: Morten Tyldum
  • Darsteller: Jennifer Lawrence; Chris Pratt; Michael Sheen; Laurence Fishburne…
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