„Split“ – Filmrezension

© 2017 Universal Pictures International

Ein guter Psychothriller, mit dem Hang zum Übernatürlichen – aber mehr auch nicht!

Zunächst mal eines vorweg, M. Night Shyamalan ist ein Name, der in mir nach wie vor den sofortigen Drang auslöst einen Film sehen zu wollen und das obwohl ich sagen muss, dass seit „The Sixth Sense“ und „Unbreakable“ eigentlich nur mehr wenig Gutes und viel Schlechtes von ihm zu sehen war. Deswegen war ich umso gespannter auf seinen neuesten Film, der angeblich wieder an die alten Glanzzeiten anknüpfen kann. Nachdem ich dann auch noch den Trailer gesehen hatte, war ich vollends begeistert und konnte den Kinostart kaum mehr erwarten. Und jetzt da ich ihn gesehen habe, muss ich leider sagen – naja. 

Aber mal das Positive vorweg. Split ist ein Film, der es schafft, trotz seiner äußerst geradlinigen Handlung, vom Anfang bis zum Ende eine spürbare Atmosphäre der Spannung zu erzeugen. Dazu trägt auch die gelungene Kameraführung und das stimmige Setdesign bei, aber was den Film wirklich trägt und ihn trotz aller Schwächen sehenswert macht sind die Schauspieler. James McAvoy beweist hier einmal mehr, dass er zu den ganz großen Schauspielern unserer Zeit gehört. Eine besondere Glanzleistung ist dabei die Tatsache, dass man jede seiner Persönlichkeiten sofort anhand von Mimik und Gestik identifizieren kann. Aber auch seine „Gegenspielerinnen“, also seine Opfer, machen einen herausragenden Job – allen  voran natürlich Anya Taylor-Joy. Eine besondere Anmerkung kann ich in diesem Fall sogar zu der Synchronisation machen. Da mir die schauspielerischen Leistungen so zusagen und das Kino meiner Wahl eines Abends eine OV-Vorstellung des Films zeigte, habe ich mich dazu entschlossen, mir diesen Film nochmal in der Originalfassung anzuschauen, was ich wirklich nur äußerst selten tue. Und ich muss hier echt mal eine Lanze für die Synchronsprecher brechen – die machen hier nämlich einen grandiosen Job. Vor allem der Synchronsprecher von James McAvoy schafft es stimmlich mit dem Original sehr gut mitzuhalten. Ich kann somit alle beruhigen, die noch nicht auf den Trend aufgesprungen sind, sich ihre Filme in englischer Sprache anzusehen – es entgehen euch maximal Nuancen in der deutschen Version. Durch die Figur der Psychiaterin gelingt es Shyamalan auf eindrucksvolle Weise zu demonstrieren, wie gefährlich es werden kann, wenn in einer solchen Arzt-Patienten-Beziehung die Geltungssucht des Arztes größer ist als der eigentliche Wunsch dem Patienten zu helfen und zuzuhören. Ein besonderes Zuckerl war die letzte Szene, die nicht nur ein schönes Easter Egg zu bieten hat, sondern mit dessen Hilfe dem Film auch eine ganz neue Intention verliehen wird und schon andeutet wird, wo die Reise noch hingehen soll, wenn es nach Shaymalan geht.

Kommen wir nun leider zum Negativen. Fangen wir mit dem einzig echten dafür aber entscheidenden Manko an – der Handlung. Diese geht, wie bereits oben angeführt, äußerst geradlinig dahin. Man weiß eigentlich bereits am Anfang wie das Ganze enden soll und was passieren wird und die Sache, die mich dann wirklich enttäuscht hat – es kommt dann auch genau so. Jeder der Shyamalans Filme kennt weiß, dass sich immer irgendwo ein Twist ergibt, etwas Unvorhersehbares, etwas Überraschendes, einfach etwas das den Film aus der Masse heraustreten lässt und einen mit offen stehendem Mund zurücklässt. Aber hier wartet man vergeblich – bis zum Schluss saß ich im Kino und dachte mir: „So, jetzt kommt´s aber“, aber nein – nichts da. Manche behaupten ja, dass die allerletzte Szene der Twist sein soll, aber diese verändert eigentlich, wie oben schon erwähnt, nur die Intention hinter dem Film nicht die Handlung selbst. Dadurch sitzt man am Ende im Kino und denkt sich, okay, man hat einen guten Psychothriller gesehen aber sicher nicht das nächste Meisterwerk von Shyamalan. Somit ist der Hauptgrund, weshalb der Film von mir keine bessere Bewertung bekommen hat, nicht der, dass er kein durchaus guter Vertreter seines Genres wäre, sondern, dass ich einfach am Ende des Films enttäuscht war und dieses tiefsitzende Gefühl der Enttäuschung konnte auch durch die vielen Positiven Dinge nicht ausgemerzt werden.

Also, meine Empfehlung an euch, Erwartungen runter schrauben und dann könnt ihr einen guten Psychothriller mit hervorragenden Schauspielern und einem Hauch von Übernatürlichem genießen.

 

  • Titel: Split
  • Originaltitel: Split
  • Erscheinungsjahr: 2016
  • Laufzeit: 118 Minuten
  • Produktionsstudio: Universal Pictures
  • Regie: M. Night Shyamalan
  • Darsteller: James McAvoy, Anya Taylor-Joy, Betty Buckley

 

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