„Eden Log“ – Filmrezension

© 2008 Sunfilm Entertainment

Was geht denn da ab?!

Ich werde euch weiter unten sofort erklären, was es mit meiner eher kryptischen Überschrift am Hut hat aber zunächst will ich euch einen kurzen Einblick geben, wie es überhaupt dazu kam, dass ich mir diesen doch eher unbekannten Film angesehen habe. In meiner Gegend gibt es eine Videothek (ja, ein paar dieser inzwischen seltenen Exemplare gibt es tatsächlich noch), die leider, wie viele andere ihrer Art, nun doch die Segel streichen muss – ein Umstand, der natürlich mit einem großen Räumungsverkauf einhergeht und der mich doch irgendwie traurig macht. Auch wenn ich leider gestehen muss, dass ich in letzter Zeit nicht allzu oft dort vorbei geschaut habe (Amazon Prime und Netflix sind für einen Filmjunkie wie mich einfach zu verlockend gewesen), so kann ich mich doch noch sehr lebhaft an die vielen Spaziergänge dorthin erinnern. In diesem Sinne wollte ich einfach kurz sagen: Danke VideoRing für die vielen schönen Stunden, die du einer armen Studentin beschert hast! Ohne dich hätte ich wohl nur die Hälfte der Filme gesehen, die ich in meinen frühen Zwanzigern gesehen habe! So, verzeiht mir aber das musste einfach sein. Kommen wir jetzt zur eigentlichen Rezension!

Wie oben versprochen will ich euch nun erklären, was meine Überschrift zu bedeuten hat. Sie bezieht sich nämlich gleich auf zwei essentielle Dinge, die mir bei dem Film ins Auge stachen – das wäre einerseits die Inszenierung und andererseits die Handlung. Fangen wir also bei der Inszenierung an. Der Film startet in völliger Dunkelheit, der Zuschauer hört bloß stöhnende Geräusche. Dann flackert ab und an ein weißes Licht auf und in diesen kurzen Segmenten erkennt man einen Mann, der in einer Höhle gefangen scheint. Als er das weiße Licht endlich erreicht stellen wir fest, dass es sich um eine Taschenlampe handelt, die nach ein paar kräftigen Rüttlern endlich einen konstanten Lichtstrahl erzeugt. Dadurch wird das Bild allerdings nicht wirklich farbintensiver, ganz im Gegenteil, eine ziemlich lange Zeit dachte ich sogar, dass der Film in Schwarz-Weiß gedreht wurde. Doch je höher sich der „Held“ nach oben kämpft, desto breiter wird die Farbpalette. Obwohl der Ansatz sehr kreativ ist und speziell in den ersten Minuten eine besondere Spannung durch den Umstand aufgebaut wird, dass man kaum etwas sieht, verliert dieses Stilmittel doch sehr schnell an Faszination und beginnt dafür anstrengend zu werden. Nach minutenlanger Fokussierung von undeutlichen Linien in der Dunkelheit fühlen sich Augen und Kopf merkwürdig ermüdet an. Je weiter der Film voranschreitet, desto öfter kriegt man das Gefühl, dass die Dunkelheit bewusst eingesetzt wird um vor dem Zuschauer etwas zu verbergen, dass leider aus Geldmangel nicht gut gelungen ist – hier kommt es einem fast so vor als wäre ein Großteil des Budgets für ein paar zugegebenermaßen gelungene Großaufnahmen der Monster drauf gegangen. Was uns auch gleich zu meinem zweiten Punkt von oben führt, der Handlung.

Ich will euch hier nicht zu viel verraten, für den Fall, dass einer von euch sich nach dieser Rezension denkt „Wow, den Film will ich mir anschauen“, aber im Prinzip geht es um einen Mann der ohne Erinnerungen in einer schlammigen Höhle aufwacht und sich seinen Weg ans Tageslicht sucht. Dabei stellt er erstens fest, dass er sich in einer Art Forschungseinrichtung befindet und zweitens, dass er nicht allein ist. Der Zuschauer bleibt die meiste Zeit genauso verwirrt wie der Protagonist selbst, ein filmischer Kniff der sehr spannend sein kann besonders wenn am Ende dann eine Auflösung folgt, die stimmig alle Hinweise, die man als Zuschauer bekommen hat, zusammenfügt. Dies ist hier leider nicht der Fall. Man bekommt am Ende eine Auflösung serviert die eigentlich keine Fragen beantwortet, sondern noch mehr aufwirft. Versteht mich nicht falsch, ich mag eigentlich Filme, die einem nicht alles auf dem Silbertablett servieren, Filme, bei denen man noch nach dem Abspann alle Teile des Puzzles versucht zusammenzufügen – aber damit das funktionieren kann braucht es erst mal eine durchdachte Geschichte, ein entwickeltes Konzept und dies scheint dem Film einfach zu fehlen. Mein Freund hat es nach dem Film treffend zusammengefasst: „Wie David Lynch nur ohne Inhalt!“

Der dritte Punkt, der mich gestört hat war die mangelnde schauspielerische Leistung. Und das liegt nicht daran, dass die Schauspieler nicht gut sind, das liegt daran, dass man gar nicht zu beurteilen schafft ob sie gut sind. Die Hauptfigur sagt vielleicht 10 Sätze im ganzen Film, wenn überhaupt, die restliche Zeit grunzt und stöhnt er sich seinen Weg durch die dunklen Settings. Die Einsatzkräfte sind durch einen Ganzkörperanzug vollständig verhüllt. Die eine Darstellerin, die man tatsächlich zu Gesicht bekommt, nachdem sie ihren Schutzanzug abgelegt hat, scheint ihre Sache gut zu machen, allerdings ist selbst das durch die teils verwirrende Kameraführung schwer zu sagen.

Alles in allem findet man hier also einen Vertreter des doch sehr beliebten Science Fiction-Monster-Horror-Crossovers, der zwar ein paar kreative Ideen aufweist allerdings in deren Umsetzung leider scheitert und bei weitem nicht an seine Vorbilder herankommt!

Wow, das war mal eine lange Rezension – aber kürzer ging es einfach nicht ;-)!

  • Titel: Eden Log
  • Originaltitel: Eden Log
  • Erscheinungsjahr: 2007
  • Laufzeit: 98 Minuten
  • Produktionsstudio: Bac Films
  • Regie: Franck Vestiel
  • Darsteller: Clovis Cornillac, Vimala Pons
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