„Alien: Covenant“ – Filmrezension

© 2017 Twentieth Century Fox

Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt ist zurück – und es hat Hunger!

Das Kolonisationsraumschiff Covenant befindet sich auf seiner mehrjährigen Reise zu einem fernen Planeten namens Origae-6. Nur zwei gute Seelen wachen mit Argusaugen über das Schiff, die Crew und die Kolonisten – der Androide Walter und der Bordcomputer Mutter. Doch als ein Teil der Besatzung aufgrund einer Neutrinoexplosion, welche das Schiff lahm legt, unsanft aus dem Hyperschlaf gerissen wird, fängt Mutter eine Übertragung ab. Das beinahe unverständliche Rauschen entpuppt sich schließlich als Textzeile eines Liedes gesungen von einer weiblichen Stimme. Nachdem als Ursprung der Übertragung ein nahegelegener Planet ausfindig gemacht wird, der ideale Lebensbedingungen aufzuweisen scheint, beschließt die Besatzung einen näheren Blick zu riskieren und einen Erkundungstrupp auf die Oberfläche zu entsenden – mit dem, was die Crew allerdings dort unten erwartet, konnte keiner rechnen. 

„Alien: Covenant“ ist bereits der siebte Film, der in dem von Ridley Scott begründeten Alien-Universum beheimatet ist. Dabei sollte er eine Brücke schlagen zwischen dem zuletzt erschienen „Prometheus“, der Vorgeschichte des gesamten Universums (bei dem ich immer noch nicht verstehen kann, weshalb er so schlecht bei den Leuten ankommt – ich finde nämlich es ist der beste Film von allen), und dem Original „Alien“ aus den Siebzigern, sowie viele der in „Prometheus“ aufgeworfenen Fragen beantworten. Keine leichte Aufgabe bedenkt man einmal wie unterschiedlich die beiden Filme sind und wie komplex die Geschichte ist. Und man muss selbst als Fan einfach zugeben, dass Scott der geforderte Spagat nur bedingt gelungen ist. Meines Erachten ist dieser Film daher leider ein gutes Beispiel dafür, dass die Studios manchmal einfach den Schneid haben sollten den Regisseuren und Drehbuchautoren freie Hand zu lassen und weniger auf den schnöden Mammon schielen sollten – vor allem da sie mit einem weiteren Film dieses Universums so oder so keine Verluste machen würden. Aber nun genug der einführenden Worte, fangen wir wie üblich mit dem Positiven an.

Da wäre ganz weit oben auf der Liste einmal der Look. Scott versteht einfach sein Handwerk, speziell wenn es um Science-Fiction Filme geht, wie kaum ein Zweiter. Er erschafft Bilder und Szenerien, die sich schön und beängstigend, fremd und vertraut zugleich anfühlen. Durch ein dunkles und gesetztes Colour Grading verstärkt er zusätzlich den Eindruck der Beklommenheit und verleiht den Sets als solchen Tiefe und Charakter. Charakter ist auch schon ein gutes Stichwort, denn ein weiterer Pluspunkt des Films sind ganz eindeutig die Schauspieler. Während sich Katherine Waterston leider zeitweise nach einem Ripley Abklatsch anfühlt, ist es Michael Fassbender, dem es einmal mehr gelingt, den Film über die gesamte Länge hinweg auf seinen Schultern zu tragen – auch wenn die Handlungen seines Charakters David nicht immer ganz nachvollziehbar sind. Damit kommen wir übrigens schon zu einer der Schwächen des Films. Nicht alle Handlungen, speziell jene des Charakters David, scheinen so rational und durchdacht zu sein, wie man sich das erwarten würde. Außerdem werden, anstatt die Fragen aus dem Vorgänger zu beantworten, noch mehr Fragen aufgeworfen, auf die wir Zuschauer wahrscheinlich niemals eine Antwort erhalten werden. Auch insgesamt kommt man nicht umhin zu bemerken, dass der Film ein paar strukturelle Schwächen aufweist, was vor allem der Tatsache geschuldet scheint, das Scott versuchen musste den Stil von „Prometheus“ und den Stil von „Alien“ miteinander zu verschmelzen – einziges Problem: es will nicht richtig klappen. So hat man am Ende einen Film der nicht so recht weiß was er ist und wo er hin will und der speziell im letzten Drittel sehr vorhersehbar und altbekannt rüber kommt.

Alles in allem also ein Film mit beeindruckenden Bildern, gelungenen Sets und guten Schauspielern, der viel Liebe zum Handwerk und Potenzial erkennen lässt sich aber leider am Ende doch für den bereits bekannten Alienfilm-Einheitsbrei entscheidet!

  • Titel: Alien: Covenant
  • Originaltitel: Alien: Covenant
  • Erscheinungsjahr: 2017
  • Laufzeit: 122 Minuten
  • Produktionsstudio: 20th Century Fox
  • Regie: Ridley Scott
  • Darsteller: Michael Fassbender, Katherine Waterston, Billy Crudup, Danny McBride, Demián Bichir
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9 Gedanken zu “„Alien: Covenant“ – Filmrezension

    • Naja, ganz so hart würd ich es nicht ausdrücken aber vielleicht war ich auch deswegen nicht so enttäuscht weil ich schon mit sowas gerechnet hatte nachdem ich mitbekommen hatte, dass Scott seinen Plan und einen Drehbuchentwurf über den Haufen werfen musste nachdem „Prometheus“ leider zu viele negative Kritiken abbekam.

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    • Schaut echt spannend aus! Den „Media Monday“ hab ich schon ganz gut durchblickt aber wie ist es bei den anderen beiden „Stöckchen“ – kann da jeder einfach mitmachen? Soll man das dann auf deinem oder dem eignen Blog posten? Würd nämlich gern einsteigen wenn das geht ;-)!

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      • Bei allen Drei kannst du so mitmachen. die freuen sich immer über neue Teilnehmer.
        Den jeweiligen Beitrag machst du auf deinem eigenen Blog. Danach einfach bei den „Herausgebern“ im Beitrag den Link zu deinem Stöckchen in die Kommentaren posten. Sonst bekommen es die anderen nicht mit, dass du mitmachst. die schauen immer in die Kommentare, wer seinen Link schon gesetzt hat.

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      • Super, danke! Dann werd ich bei den anderen beiden vermutlich auch noch einsteigen :-)! Nur noch eine Frage…warum nennst du das eigentlich Stöckchen? Hab ich da mal wieder was verpasst oder sagst du einfach so zu diesen Beiträgen?

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      • Manche sagen Blogparade.
        Ich bin auf den Begriff beim wandern durch die blogs gestoßen. Damals noch bei einem anderen Anbieter.
        Fragen, die man anderen zuwirft… wie ein Stöckchen 😉

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      • Hallo, entschuldige bitte mein langes Schweigen aber ich war die letzten zwei Tage wirklich so zugedeckt mit Sachen, dass ich einfach keine Zeit hatte mich vor den Computer zu setzen ;-)!
        So ist das also gemeint…vestehen! Dan werd ich das auch noch irgendwie in meine Überschrift einbauen

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