„Begabt – Die Gleichung eines Lebens“ – Filmrezension

© 2017 Twentieth Century Fox

Berührendes Drama mit einer der besten Performances von einer Kinderdarstellerin, die ich seit langem gesehen habe!

Seit dem tragischen Freitod seiner Schwester kümmert sich Frank liebevoll um seine Nichte Mary. Schnell wurde klar, dass Mary neben ihrer DNA auch die Liebe zur Mathematik von ihrer Mutter geerbt hat. Und so bleibt Frank nichts anderes übrig, als Mary doch einzuschulen – ist er mit seinem Latein doch schön langsam tatsächlich am Ende. Die Gefahren, die mit diesem Schritt einhergehen konnte allerdings nicht einmal Frank vorhersehen. Denn schnell wird auch Marys Lehrerin klar, dass dieses Kind etwas besonderes ist und als Frank das Angebot eines Stipendiums von einer Schule für Hochbegabte ablehnt, stößt das zunächst auf allgemeines Unverständnis. Als dann auch noch Franks Mutter aus der Versenkung wieder auftaucht, um ihm das Sorgerecht streitig zu machen gerät die kleine Familienidylle vollends ins Wanken und eine wichtige Frage schwebt unablässig über dem Geschehen: Was ist das beste für Mary?

Vorweg muss ich eines kurz loswerden – danke Team des Uci-Annenhof, dass ihr euch dazu entschlossen habt diesen Film gestern als Sneak Preview zu zeigen! Denn nach den etlichen verschobenen Startterminen hatte ich schon befürchtet, dass ich tatsächlich doch auf die DVD-Veröffentlichung werde warten müssen. Zum Glück kam es anders und ich durfte diesen herzerweichenden Film mit einer Hand voll anderer Zuschauer auf der großen Leinwand im Originalton genießen. Doch was macht diesen Film in meinen Augen so sehenswert?!

Da wäre zunächst einmal die unglaublich berührende aber trotzdem angenehm realistische und geerdete Story. Wo viele andere Filme dieses Genres allzu leicht ins Pathetische und Überzeichnete abdriften schafft es dieser Film stets einen sehr realistischen Ton beizubehalten, der einen gerade dank dieser Realitätsnähe an manchen Stellen zu Tränen rührt (ja, ich habe tatsächlich geweint und ich war bei weitem nicht die einzige im Saal).

Auch die Figuren sind weder schwarz noch weiß sondern mit vielen Grauschattierungen versehen, sodass man als Zuseher eigentlich die jeweiligen Standpunkte immer gut nachvollziehen kann auch wenn man vielleicht nicht immer konform mit ihnen geht. Genau diese Dreidimensionalität bei der Charakterentwicklung ist das, was einen als Zuseher mit den Figuren mitfiebern lässt.

Besonders hervorzuheben sind aber eindeutig die Schauspieler. Alle, und ich meine wirklich ALLE, machen einen unglaublich guten Job. Chris Evans kann einmal mehr beweisen, dass er mehr drauf hat als den Superhelden zu mimen (obwohl er in dieser Rolle natürlich auch hervorragend ist ;-)) und Mckenna Grace war eine wahre Offenbarung – dieses Kind hat mal eine große Zukunft in Hollywood vor sich, wenn sie es will. Auch Octavia Spencer als involvierte Nachbarin und Lindsay Duncan als eindringende Mutter/Großmutter sind, wie nicht anders zu erwarten bei solchen Namen, eine große Bereicherung für das Ensemble.

Meine einzigen wirklich ganz kleinen Minuspunkte sind der Soundtrack und die Kameraführung (aber nur in einigen wenigen Szenen). Der Soundtrack wirkte für mich manchmal zu aufgesetzt und gezwungen was dazu führte, dass er bei einzelnen Szenen zu sehr Over the Top und eigentlich völlig unnötig wirkt. Die Kameraführung, obwohl größtenteils gelungen, war mir an manchen Stellen zu unruhig und wackelig – fast so als wäre der Kameramann aus der Puste und würde zu schwer atmen, um die Kamera auf seiner Schulter ruhig halten zu können – wodurch das Bild dann teilweise aus dem Rahmen fällt. Zum Beispiel ist bei einer Unterhaltung im Freien zwischen zwei Personen plötzlich ein kleiner Teil des Kopfes abgeschnitten.

Alles in allem ist dieser Film also eine herzergreifende Familiengeschichte, die es schafft, trotz des ernsten Themas genau den richtigen Ton zu treffen – absolut sehenswert!

  • Titel: Begabt – Die Gleichung eines Lebens
  • Originaltitel: Gifted
  • Erscheinungsjahr: 2017
  • Laufzeit: 101 Minuten
  • Produktionsstudio: 20th Century Fox
  • Regie: Marc Webb
  • Darsteller: Chris Evans, Mckenna Grace, Octavia Spencer, Lindsay Duncan, Jenny Slate

 

Advertisements

Ein Gedanke zu “„Begabt – Die Gleichung eines Lebens“ – Filmrezension

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s