„Wonder Woman“ – Filmrezension

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Na endlich hat DC den Bogen raus!

Die junge Prinzessin Diana wächst behütet auf der vor den Augen der Menschen verborgenen Insel Themyscira auf. Seit frühen Kindertagen wünscht sie sich nichts sehnlicher, als eine große Kriegerin und wahre Amazone zu werden, um für den Tag gewappnet zu sein an dem Ares erneut auf die Welt herabsteigt und den Menschen Krieg und Verderben bringt. Ihre Mutter Hippolyta betrachtet Dianas Entwicklung zwar mit großer Sorge kann sich allerdings ihrer Ausbildung nur bedingt in den Weg stellen. Gerade als Diana dabei ist in den Kreis der Kriegerinnen aufgenommen zu werden und das tatsächliche Ausmaß ihrer Kräfte zu erahnen beginnt, stürzt ein qualmendes Flugzeug vom Himmel. Der Pilot, dem Diana das Leben rettet, ist ein britischer Spion namens Steve Trevor, der den Amazonen von dem zur Zeit herrschenden Krieg und Elend berichtet. Von den geschilderten Greueltaten tief getroffen beschließt Diana mit Trevor gemeinsam in die Menschenwelt zu reisen, um den Krieg ein für alle mal zu beenden und Ares die Stirn zu bieten. Doch auf das, was ihr während ihres ersten und vielleicht größten Abenteuers widerfährt, konnte sie kein Training der Welt vorbereiten.

„Wonder Woman“ ist der inzwischen vierte Film des DCEU und schön langsam war es nach den schwachen bis regelrecht enttäuschenden Vorgängern wirklich an der Zeit, dass DC die Kurve kriegt, sollte ihr immenses Potenzial nicht weiter verschwendet werden – und ich bin in der glücklichen Position euch sagen zu können, dass sie es endlich geschafft haben einen rundum gelungenen Film auf die Beine zu stellen!

Da wäre einerseits der begrüßenswerte Umstand, dass der Film eine (und nur eine!) stringente Handlung verfolgt. Durch die Fokussierung auf nur eine Hauptfigur schaffen die Macher es, die bisherigen Schwächen auf erzählerischer Seite beinahe vollkommen auszumerzen und eine lustige, spannende und zugleich tragische Geschichte auf die Beine zu stellen, die dazu beträgt, dass einem die Figur der Wonder Woman noch mehr ans Herz wächst als dies sowieso schon der Fall war. Auch die Dialoge sind wohlüberlegt und treffsicher geschrieben – vor allem der erste Kulturenclash als Diana in London ankommt ist einfach nur herrlich geschrieben, inszeniert und gespielt.

Die Inszenierung ist sowieso ein weiterer Pluspunkt, wobei dies aus meiner Sicht noch nie das größte Problem des DCEU war. In den Kampfszenen wird weiterhin auf den Einsatz von Slow Motion Sequenzen gesetzt, wobei hier ein gutes Maß eingehalten wurde, sodass der Film zwar sehr stylisch aber nicht überbordend wirkt. Auch der Einsatz von Farbe und Licht wurde gut gewählt – während auf Themyscira noch alles in ein Meer aus Farben und Licht getaucht scheint, sind die Szenen in der Menschenwelt eher dunkel und gesetzter gehalten.

Ein weiteres Lob gebührt natürlich den Schauspielern. Gal Gadot konnte ja bereits in Batman v Superman beweisen, dass sie wie für die Rolle gemacht ist und zum Glück macht Chris Pine neben ihr eine nicht weniger gute Figur. Und auch bei den Nebenrollen kann man beinahe nicht klagen. Warum nur „beinahe“ erfahrt ihr gleich etwas weiter unten aber zunächst muss ich noch einen weiteren Punkt erwähnen, der mir seit BvS auf der Seele brennt: Das Charaktertheme für Wonder Woman ist meiner Meinung nach wohl eines der besten, dass seit Darth Vader für eine Filmfigur komponiert wurde! Es vermittelt eine solch treibende Kraft und Dringlichkeit, dass man bereits nach den ersten Tönen vollkommen elektrisiert ist. Zusätzlich hat es auch noch einen unglaublich hohen Wiedererkennungswert und geht sofort ins Ohr. Da kann man nur den Hut vor dem Genie ziehen, das sich dieses Theme ausgedacht hat.

Nun aber zu dem Grund, warum man bei den Nebenrollen nur beinahe nicht klagen kann. Das liegt zugegebenermaßen weniger an den Darstellern als viel mehr an den verkörperten Charakteren – denn „Wonder Woman“ hat das gleiche Problem, wie so viele Superhelden-Filme vor ihm: die Schurken. Mal ganz davon abgesehen, dass General Ludendorff und seine geheimnisvolle Chemikerin bei weitem zu wenig Screentime bekommen, um ihren Figuren auch nur den Ansatz von Tiefgang zu verleihen, ist es vor allem Ares, der nicht so recht zu überzeugen weiß. Neben einer in meinen Augen befremdlichen Besetzung  ist es insbesondere sein äußerst spätes Erscheinen, welches die Figur ihres Entwicklungspotenzials beraubt.

Alles in allem ist „Wonder Woman“ aber ein Superhelden-Film und vor allem eine Origin-Story wie man sie sich als Genrefan wünscht. Mit viel Herzblut und Geschick inszeniert, gut geschrieben und hervorragend gespielt – da sieht man dank der sympathischen Hauptfigur sehr leicht über den unterentwickelten Bösewicht hinweg und kriegt gleich Lust auf mehr!

  • Titel: Wonder Woman
  • Originaltitel: Wonder Woman
  • Erscheinungsjahr: 2017
  • Laufzeit: 141 Minuten
  • Produktionsstudio: Warner Bros. Pictures
  • Regie: Patty Jenkins
  • Darsteller: Gal Gadot, Chris Pine, Robin Wright, Danny Huston, David Thewlis
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9 Gedanken zu “„Wonder Woman“ – Filmrezension

  1. Wäre WONDER WOMAN ein weiterer DCEU-Totalausfall geworden, hätte mich DC echt verloren. (Dabei gibt es ja gute DC-Comicverfilmungen wie z.B. R.E.D. oder V FOR VENDETTA.) Aber WONDER WOMAN war einfach das komplette Gegenteil von dieser düsteren Zack-Snyder-Optik, die sich durch alle bisherigen DCEU-Filme gezogen hat. Es ist eine starke Origin-Story, die allerdings inhaltlich in der letzten Hälfte etwas schwächelt. Dieses Youtube-Video fasst es eigentlich sehr gut zusammen:

    Gefällt 1 Person

    • Ja, ich bin auch froh, dass Wonder Woman endlich mal abgeliefert hat…sonst wär es auch bei mir sehr fragwürdig gewesen ob ich für Justice League ins Kino geh! Aber dank Wonder Woman und der Meldung dass Whedon jetzt bei Justice League involviert ist freu ich mich schon sehr auf das erste Ensemble – Abenteuer von DC😉!
      Fand RED und V auch super…wobei V sogar einen meiner liebsten Comicverfilmungen überhaupt ist.

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