„Transformers: The Last Knight“ – Filmrezension

Ooops…Poster nicht verfügbar

Es möge bitte der letzte Film der Reihe sein!

Eines mal vorweg, ich bin wirklich niemand der Filme nur schlecht macht weil andere dies tun oder der bei Rezensionen krampfhaft die Meinung der Mehrheit vertreten muss – wenn mir ein Film gefällt dann steh ich dazu und wenn er bei mir durchfällt dann geb ich das genauso offen zu. Um mir daher einen möglichst unvoreingenommenen Blick auf die Filme, die ich so sehen will, zu bewahren, versuche ich mich so weit wie möglich von anderen Rezensionen und Kritiken fern zu halten bis ich mir selber eine Meinung bilden konnte. Trotz dieser Strategie gelang mir dies im Falle von Transformers 5 leider nur bedingt. Ich ging also bereits mit einem leicht mulmigen Gefühl ins Kino, auch wenn ich gestehen muss, dass ich mir nicht vorstellen konnte, dass der Film schlechter sein sollte als seine Vorgänger – die zwar alle samt keine Meisterwerke sind aber man will sich wenigstens nicht gleich die Kugel geben während sie laufen. Mit Transformers 5 verhält sich das leider tatsächlich etwas anders…doch woran liegt es denn nun genau, dass es einer der ersten Filme war, bei dem ich ernsthaft überlegt habe, ob ich während der Pause einfach nach Hause gehen soll?!

Bevor ich euch die oben gestellte Frage beantworte, starte ich aber wie so oft mit den positiven Dingen (ich bevorzuge nun mal das Zuckerbrot statt der Peitsche) – auch wenn dieses Segment hier sehr überschaubar wird.

Da wäre zunächst einmal die Anfangssequenz. Auch wenn Bay es, wie so oft, auch hier ein wenig bunt mit den Explosionen treibt, ist die anfängliche Schlachtszenerie eindeutig noch der beste Part des Films. Stanley Tucci als Trunkenbold Merlin, ein uraltes Raumschiff und ein dreiköpfiger Transformersdrache machen doch irgendwie Laune.

Weiters wäre vielleicht noch Mark Wahlberg zu erwähnen. Wie bereits im Vorgänger merkt man auch in diesem Teil, dass er sich mit der Figur des Cade Yeager wohl fühlt. Auch die One-Liner kommen ihm flüssig und meist auch glaubwürdig über die Lippen (und das obwohl die Dialoge manchmal beinahe unterirdisch anmuten).

Als letztes könnte man vielleicht noch anmerken, dass die visuellen Effekte, besonders wenn es um die Darstellung der Transformers geht, natürlich auch gelungen sind. Wie bereits in den vorigen Filmen der Reihe merkt man, dass hier viel Mühe und Arbeit investiert wurde.

Und damit sind wir leider auch schon am Ende der positiven Aspekte des Films angelangt. Kommen wir nun also zu den negativen Punkten und es ist gar nicht so leicht zu entscheiden, womit ich diese Aufzählung beginnen soll.

Doch fangen wir einmal mit dem an, was für mich das wichtigste an einem Film ist: die Geschichte. Hier fühlt es sich teilweise so an, als hätten die Autoren einfach vergessen sich eine einfallen zu lassen und hätten sich lieber dazu entschlossen viele Ideen und Themen der vorherigen Filme erneut zu verwenden. Außerdem scheinen die Verantwortlichen auch die Handlungen der Vorgänger vergessen (oder vielleicht auch schlichtweg ignoriert) zu haben, was zu äußerst befremdlichen Dialogen und Momenten führt. Und wenn dann doch mal ein erzählerischer Lichtblick aufleuchtet wird dieser entweder sofort wieder vernichtet oder nie weiter gesponnen.

Der Eindruck einer fehlenden Handlung wird noch durch die hanebüchene Inszeniereung des Ganzen verstärkt. Unglaublich viele und unübersichtliche Schnitte, sinnlose Slow Motion Einstellungen und Szenenwechsel bei denen man ständig das Gefühl hat, dass ein paar wichtige Sekunden weggeschnitten wurden, tragen dazu bei, dass man das Gefühl hat eine Aneinanderreihung von Trailern zu sehen. Wer meint, dass sich Suicide Squad zerschnitten und wie ein Puzzle anfühlt, der hat Transformers 5 noch nicht gesehen.

Auch die typischen und altbekannten Leiden der Transformers-Reihe sind natürlich wieder omnipräsent. Sei es Bays überbordender Patriotismus, der stereotype Rassismus, das aufdringliche Product-Placement, die beinahe unerträgliche Laufzeit oder ein Mangel an Screentime der namens gebenden Figuren.

Auch das Marketing und die Trailer sind teils irreführend und teils verraten sie auch einfach zu viel von der spärlich vorhandenen Story.

Alles in allem ist „Transformers: The Last Knight“ der bisher schlechteste Teil der Reihe (was schon einiges aussagt) und kann getrost in einer Schublade landen und in Vergessenheit geraten.

  • Titel: Transformers: The Last Knight
  • Originaltitel: Transformers: The Last Knight
  • Erscheinungsjahr: 2017
  • Laufzeit: 150 Minuten
  • Produktionsstudio: Paramount Pictures
  • Regie: Michael Bay
  • Darsteller: Mark Wahlberg, Anthony Hopkins, Laura Haddock, Isabela Moner, Josh Duhamel, Stanley Tucci

 

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27 Gedanken zu “„Transformers: The Last Knight“ – Filmrezension

  1. Oh – Last Ship musst Du unbedingt mal versuchen. Es lohnt sich. Ich habe schon den 4. Teil nicht mehr gesehen. Noch einer und noch einer. Irgendwann werden wir ihn wegen Vollständigkeit und so, mal sehen, aber das hat Zeit. Gestern lief im TV der Trailer und da sagte ich schon zu meinem Mann – jaja – last und so…dann bringen sie noch einen The Beginning…hihihi…

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  2. Das hatte ich seinerzeit mal geschrieben:

    === Die rostigen Rächer sind zurück ===

    Lauter, härter, schneller, langweiliger: „Transformers – Die Rache“

    Fast alle Spielfilme des ehemaligen Musikvideo-Regisseurs Michael Bay („The Rock“, „Armageddon“) gehorchen einfachen Gesetzen: Die Handlung ist eher rudimentär, dafür wird der Zuschauer optisch und akustisch überreizt, wenn auf der Leinwand maximale Materialschlachten zelebriert werden. Als besondere Stinker in der Filmographie des 44-Jährigen gelten der Patriotenschmarren „Pearl Harbour“ (2001) und der menschenverachtende Actionfilm „Bad Boys II“ (2003), dessen Ideologie am besten ein Zitat verdeutlicht: „Zum Killen brauchst du keine Gründe, sondern nur Waffen“.
    Im Jahr 2007 kam Michael Bays „Transformers“ in die Kinos, der auf den gleichnamigen Action-Spielzeugfiguren basiert. Das lautstarke Robotergekloppe wurde in Zusammenarbeit mit der US-Armee produziert, die Geld, Kriegsgerät und Soldaten zur Verfügung stellte. Der brachiale Actionstreifen – in Deutschland war er ab 12 Jahren freigegeben – spielte weltweit mehr als 700 Millionen Dollar ein, Fortsetzungen waren also sicherer als das Amen in der Kirche.
    Nun also der zweite Teil, in dem der Pyromane Bay noch einen draufgelegt hat. Was jedoch dazu führt, dass man „Transformers – Die Rache“ auf einen einzigen Satz reduzieren kann: Es kracht doppelt so laut wie im ersten Teil und fünfmal so oft, aber es interessiert den Zuschauer nur noch einen Bruchteil vom Vorgänger.
    Denn auf der Leinwand kommt die Fortsetzung wie das Werk eines Heranwachsenden daher, der zwar viele Millionen Dollar für Spezialeffekte hatte, aber trotzdem nur seine pubertären Sexualneurosen verfilmte: Da stapft ein riesiger Roboter mit baumelnden Stahlhoden durch die Landschaft. Da transformiert ein kleiner Blechheini zum hundeähnlichen Gerät, um Menschen am Bein zu rammeln. Und wenn die Hauptfiguren durch die Luft fliegen, landet der Kopf des Mädchens natürlich im Schoß des Jungen…
    Da bei der Produktion das komplette Budget in die stellenweise beeindruckende digitale Bildgestaltung floss, blieb für das Drehbuch mit einer Art Handlung kein Geld mehr übrig. Und so erweist sich auch die zweite Transformers-Schlacht wie ein typischer Michael Bay-Film: Krude Geschichte, zähflüssige Dialoge wie kaltes Roboteröl, überkandidelte Actionsequenzen und vor allem durchgehende Lobgesänge aufs Soldatentum.
    Letztendlich bricht aber die Laufzeit dem Film endgültig das Genick. So gebe die dünne Geschichte zwar einen prima Actionfilm von knapp 30 Minuten ab, wurde aber auf apokalyptische zweieinhalb Stunden aufgeblasen. Dass die hemmungslose Schlacht nicht für Heranwachsende geeignet ist, sei dabei nur am Rande erwähnt.

    © Heilbronner Stimme

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    • 😂…sehr passende Beschreibung des zweiten Teils! Wobei ich gestehen muss, dass der 5 für mich wirklich der schlimmste ist! Das hat glaub ich den Grund, dass Bay hier völlig darauf vergisst eine Geschichte zu erzählen! War die Story in den vorigen Teilen noch einfach nur doof und die Charaktere nervig so mangelt es hier großteils gänzlich an einer Handlung und das bisschen was es geben würde ist so fragmentarisch und zerschnitten, dass man sich ständig fragt ob Herr Bay nun endgültig den Versuch aufgegeben hat einen Film zu produzieren und es lieber mit einer Anhäufung von Trailern probiert!?! Da tauchen Figuren wie aus dem Nichts auf, Dialoge enden mitten im Wortwechsel, Handlungsstränge werden aufgegriffen nur um sie noch in der selben Sekunde wieder fallen zu lassen….! Weiß nicht ob ich dieses Machwerk (ja, diesmal ganz bewusst dieses Wort gewählt ;-)) überhaupt als Film bezeichnen würd!?!

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  3. Sehr schön geschrieben. Dieser Kinosommer bringt Licht, aber auch viel Schatten. Und insgesamt viele fortgesetzte Enttäuschungen. Meine Bitte an die Studios: Lasst es einfach gut sein! Oder beendet es, wie bei Arthur, bevor es losgeht.

    Mögen die Transformers ihre Abwrackprämie kassieren und nun in Würde auf dem Schrottplatz der Filmgeschichte vor sich hin oxidieren.

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    • Dein Wort in Michael Bays Ohren ;-)!

      Ich freue mich ja schon sehr auf Spider Man Homecoming….der Trailer sah sehr gut aus und ich als großer MCU Fan freue mich einfach zu sehen, dass Marvel einen ihrer beliebtesten Helden endlich wieder nach Hause bringen darf (auch wenn laut Gerüchten vielleicht doch nach dem Infinity War schon wieder Schluss ist mit der Kollaboration von Sony und Marvel)

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  4. Ganz ehrlich: Ich kann es Michael Bay nichtmal übel nehmen. Der hat seine Blaupause, kurbelt einen Film nach dem anderen herunter und die Leuten vergolden ihm den A…llwertesten. 😉 Und er kann jeden Abend auf seinem Geldberg schlafen und sich wundern, dass die Nummer immer noch zieht.

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    • Ich weiß genau was du meinst…ich schäme mich schon beinahe, dass ich mit meinem Kinobesuch auch noch dazu beigetragen habe, dass sein Geldberg noch größer wird! Aber ich gelobe Besserung….versprochen ;-)!
      Wobei das Argument, dass man halt nichts anderes erwarten darf bei mir nicht ganz zieht, denn wenn sich jemand Regisseur nennt dann darf ich als Zuschauer wenigstens erwarten, dass er versucht seinen Job ordentlich zu machen! Sonst hätten ja alle faulen und unfähigen Leute eine Ausrede weshalb sie schlecht sind in ihren jeweiligen Jobs und wo kämen wir denn da hin 😉

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      • Als Ausrede würde ich das auch nicht gelten lassen. ^^ Ich bin auch kein Fan des „Gehirn aus und Spaß haben“ „Arguments“. Nur weil es ein Blockbuster ist, darf ich gar keinen Anspruch mehr haben? Ich kann eine Menge Blödsinn ertragen (hey, ich stehe auf die diversen 80er Actionfilme!), aber wenn mir die Dummheit mit dem Hintern ins Gesicht springt, fühle ich mich irgendwie für dumm verkauft.

        Ich nutze oft die Metapher des menschlichen Hinterteils, entschuldigung. 😀

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      • Kein Problem….oft ist diese Metapher einfach zu treffend um sie nicht zu verwenden ;-)!
        Sehe das mit den Blockbustern genauso…auch ich bin immer für ein gutes Popcorn-Action-Spektakel zu haben aber trotzdem erwarte ich mir, dass ich wenigstens einen kohärenten Film geboten bekommen und nicht einen Zusammenschnitt von Trailern mit einer Geschichte, die einfach nur zusammengewürfelt ist (und das auch mit Material von den eigenen Vorgänger-Filmen!!!)

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      • Bay klaut ja schon immer gerne bei sich selbst. ^^ Wie kann man einem soliden Popcorn-Spektakel auch widerstehen? Mir hat z.B. „Skull Island“ gut gefallen und die Story kann ich dir auch auf einen Bierdeckel schreiben. 😉

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      • Ich hab als kleiner Junge jeden schrottigen Godzilla Film geguckt, an die fehlenden Gummianzüge muss ich mich noch gewöhnen. 😉 Spaß beiseite: Ich denke, das wird ziemlich gut, auch wenn ich den letzten US-Godzilla nicht besonders mochte.

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      • Hatte mit dem letzte US-Godzilla und auch mit dem letzten japanischen Godzilla auch so meine Schwierigkeiten….aber wenn der neue Anlauf so wird wie Skull Island bin ich sofort dabei 😉

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