„Baby Driver“ – Filmrezension

© 2017 Sony Pictures Releasing GmbH

Tolle Schaupieler, herausragende Musik und wilde Verfolgungsjagden!

Baby hatte es bisher nicht allzu leicht in seinem Leben. Bereits als Kind hatte er einen schweren Autounfall und seitdem quält ihn ein nervenaufreibender Tinnitus, den er nur mit Musik in den Hintergrund verbannen kann. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, hat er sich zum wohl beste Fahrer, den die Verbrecherwelt je gesehen hat, gemausert – kein Wunder also, dass der Gangsterboss Doc ihn immer wieder gerne mal für seine diversen Raubzüge als Fluchtwagenfahrer einsetzt. Dumm nur, dass Baby eigentlich schon seit langem aus dem gefährlichen Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei aussteigen will. Dann begegnet ihm auch noch die bezaubernde Deborah und das Glück scheint zum Greifen nahe, wäre da nur nicht dieser letzte Job, den es noch zu erledigen gilt.

Und wieder einmal hat die Uci-Sneak-Preview (diesmal in Zusammenarbeit mit Uncut) mit ihrer Filmauswahl voll ins Schwarze getroffen und den Zuschauern den neuesten Geniestreich von Edgar Wright präsentiert. Und das natürlich, wie bei solchen Veranstaltungen üblich, in OV. Wie man bereits dem Trailer entnehmen konnte sind die bisherigen Meinungen zu dem Streifen durchwegs positiv und nach meiner ersten (!) Sichtung des Films kann ich nicht anders, als mich diesen Meinungen anzuschließen!

Das liegt einerseits an dem großartigen Cast. Neben den älteren Hasen des Business wie Spacey, Foxx und Hamm, die, wie wir es von ihnen gewohnt sind, geniale Performances voller Intensität und Glaubwürdigkeit abliefern, schaffen es auch die „Neulinge“ sich zu beweisen. Allen voran natürlich Ansel Elgort – ein Schauspieler, den ich zwar schon öfters in diversen Filmen gesehen habe, der mir aber nie wirklich aufgefallen ist, weder positiv noch negativ – der hier seine erste Mannschaft auf den Platz ruft und die Figur des Baby in jeder einzelnen Szenen authentisch und vielschichtig zum Leben erweckt.

Natürlich muss an dieser Stelle auch der Soundtrack erwähnt werden. Ein genialer Mix aus achtziger Popsongs, Jazzstücken und modernen selbstgemixten Tapes schafft eine elektrisierende Stimmung, bei der wohl kaum jemand die Füße still halten kann.

Kommen wir nun zu jenem Mann, dem wir diesen Leinwandgenuss zu verdanken haben – Edgar Wright. Dieser Herr schafft es alleine mit Hilfe von cleveren Einstellungen, gut positionierten Kameras und kreative Einfälle eine Geschichte zu erzählen, die vor Energie und Gefahr nur so strotzt. Dabei sind vor allem die Verfolgungsjagden ein besonderes inszenatorisches Schmankerl, da der Spagat zwischen Rasanz und Mitverfolgbarkeit äußerst souverän gemeistert wurde.

Sollte ich eine Sache benennen, die mir an dem Ganzen eher weniger zugesagt hat, so wäre es die Tatsache, dass die Stimmen teilweise zu sehr in den Hintergrund gerückt wurden, was es für den Zuschauer stellenweise wirklich schwer macht dem Gesagten zu folgen – an manchen Stellen mag dies zwar mit Absicht geschehen aber speziell bei vielen actionreicheren Szenen scheint mir dies doch ungewollt.

Alles in allem findet der Zuschauer hier einen actiongeladenen Gangsterstreifen, der mit einer fesselnden Geschichte, einwandfreien schauspielerischen Leistungen und einem stylischen Soundtrack aufwarten kann. Ein leichtfüßiges Kinoerlebnis das einfach Spaß macht!

 

  • Titel: Baby Driver
  • Originaltitel: Baby Driver
  • Erscheinungsjahr: 2017
  • Laufzeit: 113 Minuten
  • Produktionsstudio: Sony Pictures, TriStar Pictures
  • Regie: Edgar Wright
  • Darsteller: Ansel Elgort, Kevin Spacey, Jamie Foxx, Jon Hamm, Eiza González, Lily James
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27 Gedanken zu “„Baby Driver“ – Filmrezension

  1. Die erste Hälfte von BABY DRIVER gefiel mir sehr gut. Die Abstimmung von Musik und Schnitt war wirklich virtuos. In der zweiten Hälfte schleichen sich aber Logiklöcher ein und die Geschichte baut zunehmens ab. Ich sehe den Film daher mit einem lachenden und einem weinenenden Auge. Immerhin: Es ist eine neue Geschichte, kein Sequel oder Prequel oder Remake.

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    • Wenn ich so darüber nachdenke hast du recht….in der zweiten Hälfte baut er ein wenig ab, aber das ist meiner Meinung nach dank der sehr starken ersten Hälfte und der Tatsache das es mal wieder ein eigenständiger Film ist zu verschmerzen 😉

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  2. Also ich kann nicht verstehen, wie dir Ansel in seinen bisherigen Werken nicht aufgefallen sein kann. Zumindest in den meisten Filmen spielt er ja doch eine der Hauptrollen.

    Ansonsten hast du eine tolle Kritik verfasst, ich plane ihn im Kino zu gucken, danke dafür.

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    • Naja, er ist mir nicht im eigentlichen Sinne „nicht aufgefallen“ sondern er blieb für mich in seinen bisherigen Rollen immer eher blass und wurde oft durch den Plot oder seine Kollegen überschattet. Es geschah mir nicht nur einmal, dass ich zwar sein Gesicht wieder erkannte aber partout keinen Film nennen konnte in dem er mitgespielt hatte….weißt du was ich meine?!

      Ansonsten freue ich mich natürlich darüber, dass dir meine Rezension gefallen hat und ich dir eine Empfehlung für deinen nächsten (oder vielleicht doch eher übernächsten ;-)) Kinobesuch geben konnte….jetzt hoff ich nur mehr, das dir der Film dann eh auch gefällt ;-)!

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      • Tatsächlich bin ich kein regelmäßiger Kinogänger. Das wird jetzt um einiges erschwert, da ich seit einiger Zeit eine Soundbar habe und somit nicht nur ein sehr gutes Bild, sondern jetzt auch endlich perfekten Sound habe.
        Da war jeder Cent gut investiert.

        Und nun ja, alleine in „das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ist er doch richtig gut und auch als Mini-Nebenrolle in „Margos Spuren“ ist er mir nach wie vor präsent. Da habe ich eine etwas andere Wahrnehmung als du, glaube ich.

        Aber, um es noch mal auf den Punkt zu bringen: eine Soundbar ist eine so extreme Verbesserung der Lebensqualität.

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      • Kann sein, dass sich unsere Wahrnehmungen hier einfach unterscheiden weil ich die beiden von dir erwähnten Filme bisher noch nicht gesehen habe 😉 – ich kenn ihn glaub ich eigentlich nur aus der Divergent-Reihe (wobei ich mir nicht sicher bin wegen dem bereits geschilderten Problem mit diesem Schauspieler ;-))!

        Ich verstehe….du hast die also tatsächlich ein HeimKINO eingerichtet….na dann ist der Gang ins richtige Kino natürlich nicht mehr wirklich dringlich 😉

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      • Heimkino. Ja, so kann man es bezeichnen. Seit dem die Soundbar steht, hatte ich bisher kein Wochenende die Soundbar einfach nur für mich.

        „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ und „Margos Spuren“ basieren beide auf die gleichnamigen Bücher von John Green. Literarisch wie auch filmisch absolut empfehlenswert.

        Also ein Film muss mich echt schon reizen, damit ich ihn mir im Kino anschaue. „Baby Driver“ könnte sich sehr lohnen.

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      • Hab schon gehört, dass die beiden Filme gut sein sollen…weshalb sie auch auf meiner Watchlist zu finden sind – nur haltnicht ganz oben ;-)!

        Ich glaub ich würd trotz Heimkino nicht auf das echte verzichten können/wollen….denn auch wenn die anderen Kinobesucher manchmal ziemlich nerven ist es einfach dieses Gefühl das sich einstellt, dass ich nur bekomme, wenn das Licht langsam verblasst, den Duft von Popcorn in der Nase, und die Surround-Sound-Anlage und der HD-Projektor mich in eine andere Welt entführen 😉

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      • Full HD Fernseher, Soundbar, Lichtschalter, Popcorn aus der Mikrowelle und fertig. Und du zahlst nicht unnötig viel Geld für nervig Leute, die neben dir einen Film in einem schlecht klimatisierten Raum sitzen. So sehe ich es. Vor allem bestimme ich mein Programm😁

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      • Ist für mich trotzdem nicht das gleiche….das Kino ist für mich nach wie vor ein magischer Ort an dem Geschichten zum Leben erwachen ;-)! Und dank Unlimited Card ist mein Stammkino fast schon zu meinem zweiten Wohnzimmer mutiert und das unnötig viele Geld reduziert sich so auch auf ein erträgliches Maß 😉

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      • Ja, ohne die Karte würde ich mir wahrscheinlich auch nur die Hälfte der Filme im Kino anschauen….ich mein, wenn man sich mal anschaut was die Tickets und die Knabbereien heutzutage so kosten, da überlegt man sich es weirklich zweimal, ob man den Film jetzt unbedingt im Kino sehen muss! Vor allem wenn man zusätzlich zu Hause eine Soundbar hat 😉

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    • Kein Wunder….der Film hat ja auch einfach Stil ;-)!

      Hm, das ist schon schwer zu sagen…seine Komödien sind ja einfach genial und total abgedreht aber mit diesem Film hat er einfach gezeigt, dass sich sein eizigartiger Stil auch auf Action übertragen lässt und das auch noch verdammt gut. Insofern würd ich mich sehr über mehr Actionfilme von ihm freuen 😉

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      • Ich habe ihn zwar auch recht positiv rezensiert, mir ist beim Rewatch der anderen allerdings aufgefallen, dass mich der charismatische Simon Pegg als Protagonist weitaus mehr mitreißt. Michael Cera zwar weniger, dafür haben mir in Scott Pilgrim die stilistischen Spielereien samt charmanter Comedy sehr gefallen. „Hot Fuzz“ sehe ich sogar deutlich vorn, der gibt doch auch als Actioner durchaus was her. „Baby Driver“ überlasse ich dagegen den 5. Platz auf hohem Niveau. 😉

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      • Okay, vielleicht sollte ich die anderen auch nochmal sehen bevor ich eine Liste erstelle, vor allem weil die letzte Sichtung von manchen echt schon sehr lang her ist ;-).
        Aber prinzipiell kann ich deine Liste gut nachvollziehen….wie du finde auch ich, dass Simon Pegg einfach ein charismatischer Schauspieler ist, in Baby Driver wäre er allerdings fehl am Platz gewesen ;-).
        Hm, kann trotz deiner guten Argumente einfach kein aussagekräftiges Ranking erstellen weil die speziell Scott Pilgrim und Hot Fuzz schon zu lange her sind….sollte ich mich mal an ein Rewatch machen geb ich dir aber auf jeden Fall bescheid wie mein Ranking ausschauen würde 😉

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