„Dornröschenschlaf“ – Buchrezension

Wann lief Terakos Leben nur so aus dem Ruder?! Früher hatte sie Freunde, einen Job und eine als erstrebenswert anzusehende Zukunft. Heute liegt sie die meiste Zeit im Bett und lässt sich von dem immer drängenderen Schlaf überrollen – außer wenn das Telefon läutet und er am anderen Ende der Leitung ist. Bereits als sie sich in ihn verliebte verhießen die Umstände, in denen er sich befand, nichts Gutes und auch Jahre später hat sich nicht viel daran geändert. Doch vielleicht ist diese Liebe gar nicht die Ursache für Terakos momentane Schockstarre, vielleicht sind es die Erinnerungen an ihre eigentliche große Liebe und deren Verlust.

Dies ist nur ein kleiner Einblick in die erste von drei Erzählungen, welche in diesem Werk von Banana Yoshimoto zu finden sind. Alle drei Geschichten behandeln dabei das gleiche Thema, den Verlust einer geliebten Person, und beschreiben auf sehr gefühlvolle und treffend beobachtete Weise den teils recht unterschiedlichen Umgang der Überlebenden mit diesen Schicksalsschlägen.

Auch wenn Banana Yoshimoto für mich keine Unbekannte mehr war (bereits ihr Roman „Kitchen“ fand großen Anklang bei mir) so hat mich die ruhige, mühelos wirkende Stärke ihrer Erzählungen doch sehr beeindruckt und positiv überrascht. Yoshimoto erschafft hier Figuren, mit denen man sich ohne viele große Worte verbunden fühlt und die einem auf einer tiefen Ebene vertraut vorkommen.

Alles in allem ein Buch, das mit einem sehr ernsten und bedrückenden Thema hantiert ohne dabei jemals pathetisch oder wertend zu wirken – ein tief berührender Genuss!

 

  • Titel: Dornröschenschlaf – Drei Erzählungen von der Nacht
  • Originaltitel: Shirakawa Yofune
  • Autor: Banana Yoshimoto
  • Übersetzer: Annelie Ortmanns; Gisela Ogasa; Anita Brockmann
  • Verlag: Diogenes
  • Auflage: 1. Auflage
  • ISBN: 3-257-06173-0

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