„Valerian“ – Filmrezension

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Eine bildgewaltige Liebesgeschichte, die leider bei der Handlung etwas strauchelt!

Wir schreiben das 28. Jahrhundert. Was einst vor hunderten von Jahren als kleine internationale Raumstation begann, hat sich durch die Ankunft verschiedener Alienrassen schnell zu einer Hyperstadt mit dem Namen Alpha entwickelt. Hier leben beinahe 1000 Spezies in friedlicher Koexistenz und profitieren von den Fähigkeiten und dem Wissen der jeweils anderen. Doch die Idylle wird getrübt, als sich im Kern der Metropole seltsame Vorkommnisse ereignen und eine radioaktive Zone entsteht, die sich scheinbar ausbreitet. Zum Glück sind die Agenten Valerian und Laureline gerade von einer wichtigen Mission zurückgekehrt und nehmen sich der Sache mehr durch Zufall an. Was sie allerdings in den Tiefen der Stadt entdecken hat das Potenzial, die Welt wie sie sie kennen auf den Kopf zu stellen.

Ich gebe es offen zu, nach dem ersten Trailer zu Luc Bessons neuestem Science-Fiction-Spektakel war ich doch mehr als gespannt, ob Besson einen ähnlichen Knüller wie „Das fünfte Element“ zustande bringt. Auch das 3D sah atemberaubend aus und schien für diese Art von Film wie gemacht zu sein. Nachdem ich den Film nun allerdings gesehen habe muss ich leider sagen, dass ich etwas enttäuscht bin. Wie so oft in letzter Zeit ist dafür auch das im Vorfeld erschienen Marketing (im besonderen der Trailer) verantwortlich – denn ich hatte mit einer komplexen und verwobenen Agentengeschichte gerechnet und bekam lediglich eine Liebesgeschichte serviert, die sich leider allzu oft in den beeindruckenden Schaumomenten verliert.

Dabei will ich auch gleich einmal ein wenig bei der Handlung verweilen. Auch wenn Besson schon immer ein Faible für die Einbindung von Liebesgeschichten in seinen Werken hatte, und das aus ganz verständlichen und legitimen Gründen, so hat er den Bogen hier meiner Meinung nach doch ein wenig überspannt, indem er die Liebesgeschichte zum tragenden Element empor hob. Dies wirkt gerade am Anfang des Filmes äußerst befremdlich, da der Zuschauer wie ein Fisch ins kalte Wasser geworfen wird – die Beziehung der beiden Hauptfiguren scheint bereits definiert, die mögliche Entwicklung trotzdem allzu vorhersehbar. Dabei gerät das eigentliche Drama um die Zerstörung eines gesamten Planeten sowie das Geheimnis um die radioaktive Zone im inneren der Stadt bedauerlicherweise ins Hintertreffen und wird leider auch viel zu schnell viel zu vorhersehbar – ein Umstand an dem auch die Wahl eines bestimmten Schauspielers schuld ist.

Die Wahl der Schauspieler ist überhaupt auch ein gutes Stichwort. Gerade mit Dane DeHaan als coolem Superagenten hatte ich bereits vom ersten Bildmaterial weg so meine Schwierigkeiten, welche sich auch leider bestätigt haben – zu keiner Sekunde kaufte ich dem immer etwas kränklich wirkenden DeHaan den toughen und kampferprobten Draufgänger wirklich ab (da half auch die Tatsache nichts, dass er sich für den Film etwas in Form gebracht hatte). Aber nicht nur DeHaan wirkt etwas fehl am Platz, auch seine Partnerin Cara Delevingne scheint sich nicht ganz in ihrer Rolle zu Hause zu fühlen, wirkt ihr Spiel doch stellenweise etwas hölzern und gekünstelt. Und dann wäre da noch der ominöse weitere Schauspieler, der seine Sache gewohnt souverän macht, auf den ich hier allerdings nicht weiter eingehen kann, da ansonsten bereits ein Groß der Handlung offenbart werden würde.

Kommen wir nun zu einem weiteren Punkt, der bei dieser Art von Filmen immer von großer Bedeutung ist – der visuellen Gestaltung. Diese ist tatsächlich meisterlich und bis ins kleinste Detail umgesetzt. Leider hatten wir das Pech, dass in der ersten Hälfte der Projektor im Kino kleiner Faxen machte, wodurch der 3D-Effekt nur bedingt funktionierte, aber sobald der Fehler behoben war konnte man den immensen Aufwand und die harte Arbeit wirklich in jedem einzelnen Frame erkennen. Sollte man also ein Kino mit guten Projektoren in der Nähe haben wäre dies tatsächlich einer der wenigen Filme, die durch diesen plastischen Effekt gewinnen.

Alles in allem ist Valerian somit ein wahrer Festschmaus für die Augen, der leider storytechnisch gar zu simpel gestrickt ist – ein netter und kurzweiliger Streifen, den man sich mit diesem Wissen ohne Weiteres anschauen kann!

 

  • Titel: Valerian – Die Stadt der tausend Planeten
  • Originaltitel: Valerian and the City of a Thousand Planets
  • Erscheinungsjahr: 2017
  • Laufzeit: 138 Minuten
  • Produktionsstudio: STX Entertainment; EuropaCorp
  • Regie: Luc Besson
  • Darsteller: Dane DeHaan, Cara Delevingne, Clive Owen, Ethan Hawke, Rihanna

 

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23 Gedanken zu “„Valerian“ – Filmrezension

  1. Also nichts für mich … nur mit hübschen Bildern kann man mich leider nicht ins Kino locken. Aber ganz ehrlich, als ich schon den Trailer gesehen hate, mochte ich die beiden Hauptdarsteller so wenig (die Delevigne finde ich eh sowieso nur so meh, und der DeHann, da finde ich auch, dass der irgendwie immer müde aussieht :P), dass da schon alle aufkeimenden Ambitionen, diesen Film zu schauen, erstickt wurden.
    Und verrätst Du den „ominösen weiteren Schauspieler“ nicht schon unten in den Filminfos, oder hast Du den da rausgelassen? Denn da bin ich jetzt echt neugierig, wieso der Name eines Schauspielers die Handlung spoilern würde? 😀

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    • Ich war auch schon beim Trailer nicht begeistert von der Darstellerwahl (kann diesen neuen Trend das kränklich jetzt das neue sexy sein soll sowieso nicht ganz nachvollziehen ;-)) aber die gezeigte Bildsprache machte mich dann doch zu neugierig um den Streifen an mir vorbei ziehen zu lassen ;-)! Nun ja, ich nenne bei den Filminfos ja nicht nur einen Schauspieler ;-). Ganz allgemein ich ich dir sehr leicht erklären wann ein Name eine Handlung spoilern kann….stell dir mal vor du siehst einen Film, alle wichtigen Hauptfiguren wurden eigentlich bereits eingeführt und dann kommt eine Szene wo die üblichen Nebendarsteller vertreten sind, alle mehr oder weniger für die Tatsache bekannt niemals eine wirklich tragende Rolle abzustauben, und dann erscheint plötzlich ein weiterer A-Klasse Schauspieler….natürlich drängt dich dir sofort ein ganz logischer Gedanke auf „Wenn die sich die Mühe machen diesen Typen für den Film zu bekommen haben sie sicher mehr mit ihm vor als eine öde Statistenrolle“. Nach all dem sollte nun eigentlich eh klar sein weshalb ich nichts über die Performance des Gesuchten verraten kann – und vermutlich hab ich jetzt bereits eh schon einiges zu viel verraten ;-)!

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    • Hast recht, der ist wirklich gut verfasst und bringt die Fehler des Films ganz gut auf den Punkt. Auch wenn ich in puncto Handlung etwas von der dortigen Meinung abweiche, da ich diese eigentlich keinerwegs konfus fand sondern eher äußerst vorhersehbar und eindimensional.

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  2. Danke für deine gut geschriebene Kritik.

    Leider deckt sie sich nur allzu sehr mit meinen eigenen Erwartungen an diesen Film. Visuell bombastisch, erzählerisch langweilig. Wie so viele der Mainstream-Filme.

    Warum eigentlich, möchte man fragen. Können Drehbuchautoren nur Independent-Produktionen und Visual Effects Artists nur Blockbuster? Der Status quo verwirrt auf alle Fälle.

    Ich warte wie so viele meine Vorschreiber ebenfalls lieber auf die Blu-Ray.

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    • Danke für das Lob :-)!

      Ja, leider ist da in den letzten Jahren wirklich ein immer stärker werdender Trend zu erkennen. Es scheint fast so als wäre bei den Blockbustern dann einfach nicht mehr das Budget vorhanden, um sich ein gutes Drehbuch zu leisten…obwohl es ja eigentlich damit anfangen sollte ;-)!

      Wobei ich auch sagen muss, dass ich per se nichts gegen Blockbuster habe und nicht immer gleich ein schrifstellerisches Meisterwerk benötige um mich gut unterhalten zu fühlen….aber manchmal ist man halt enttäuscht wenn die Story dann echt so einfallslos und vorhersehbar ist – vor allem wenn man größere Erwartungen an den Film hatte.

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      • Sehe ich genauso wie du, niemand erwartet ein schriftstellerisches, kreatives Meisterwerk.

        Aber Valerian reiht sich deiner Rezension nach leider in die Riege der Filme ein, die alle nach demselben Schema funktionieren, nach derselben Struktur aufgebaut sind. Da fühlt man sich als Zuschauer doch schon manchmal etwas vor den Kopf gestoßen.

        Einer der wenigen Lichtblicke ist für mich Christopher Nolan, der es bisher immer geschafft hat, eine spannende Geschichte mit beeindruckenden Effekten zu versehen. Freue mich schon sehr auf Dunkirk.

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      • Ja, Valerian ist leider ist leider wirklich ein Vertreter des Schema F.

        Freu mich auch schon sehr auf Dunkirk…..Nolan ist einer der wenigen Regisseure, die mich bisher glaube ich noch nie enttäuscht haben. Wie du sagst beseitzt er einfach das Talent spannende Geschichte mit tollen Effekten und einer makellosen Inszenierung zu kombinieren.

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  3. Das ist ja wie bei Passengers – da hat man Action erwartet und Liebesdrama bekommen. Nicht, dass der Film schlecht war – aber der Trailer hat was anderes vermuten lassen und dementsprechend war die Enttäuschung – vor allem bei meinem Mann. Wenn ich weiss, dass hier die Lovestory Hauptteil ist, dann ist das ok. Danke für die Info…:-)

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