„Planet der Affen“ Triple Feature – Trilogierezension

© 2017 Twentieth Century Fox; © 2017 United Cinemas International Multiplex GmbH

Es war einmal…der Planet der Affen!

Der brillante Neurobiologe Will Rodman forscht an einem Mittel gegen Alzheimer. Doch gerade als er den Durchbruch wähnt, läuft sein vielversprechendstes Versuchstier Amok und durchkreuzt damit die Zukunftspläne des Forschers. Wie sich allerdings herausstellt war der Angriff der Schimpansendame keineswegs aus heiterem Himmel, hielt sie doch ihr Neugeborenes in ihrem Käfig versteckt. Vom Schicksal des armen Waisenkindes berührt nimmt sich Will seiner an und schnell stellt sich heraus, dass der kleine Affe namens Caesar dank genmanipuliertem Erbmaterial alles andere als ein gewöhnliches Exemplar seiner Art ist. Doch mit seiner steigenden Intelligenz regen sich auch Fragen nach seinem Platz in dieser Welt.

Nachdem sich Caesar am Ende des ersten Teils mit einer Gruppe hochintelligenter Affen in die Wälder zurückgezogen hatte, wurde es ruhig um die Menschen. Bereits seit mehreren Jahren wurde keiner mehr in der umliegenden Gegend gesichtet und so hat sich die Kolonie inzwischen ein schönes und bequemes Leben eingerichtet. Was Caesar und sein Volk allerdings nicht wissen können ist, dass große Teile der Weltbevölkerung durch eben jenen Virus, der ihre Weiterentwicklung anstieß, ausgerottet wurden. Die restlichen Überlebenden dieser neuen Krankheit namens Affengrippe kämpfen um den Wiederaufbau. So geschieht es eines Tages, dass sich die Wege von Menschen und Affen wieder kreuzen und während einige um eine friedliche Koexistenz bemüht sind scheint ein Krieg doch unausweichlich.

Der Krieg hat begonnen. Nachdem die Affen die letzte Schlacht noch für sich entscheiden konnten, zogen sie sich aufgrund der nahenden Bedrohung aus dem Norden erneut in die Wälder zurück. Doch nach mehreren kleinen Gefechten ist es schließlich ein übergelaufener Affe, der das Versteck seiner Sippe an die Menschen verrät. Unter schweren Verlusten können sie den Angriff zwar abwehren aber eines steht fest, die Affen müssen sich dringend auf den Weg machen und ein neues Zuhause fern jeglicher Zivilisation finden, wenn sie als Spezies überleben wollen. Während Caesar die anderen also auf diese weite Reise schickt, begibt er sich von Rachegelüsten getrieben auf direktem Weg zu den Menschen. Dort muss er nicht nur mit Entsetzen feststellen, dass die Kolonie entdeckt und gefangen genommen wurde, sondern auch, dass der Krieg bereits verloren scheint. Doch noch gibt es Hoffnung, denn nicht alle Affen gingen den Menschen ins Netz.

 

Gestern war es also mal wieder soweit, nachdem ich mir damals mit meinen Geschwistern bei Der Herr der Ringe den Hintern platt gesessen hatte und sich das ganze Spiel beim Hobbit mit Freunden wiederholt hatte, habe ich die Gelegenheit genutzt und mich in das Triple Feature zur neuen Planet der Affen Trilogie gesetzt. Nachdem ich die Trilogie somit als über 6 Stunden langen Marathon erlebt habe, habe ich mich dazu entschlossen alle drei Teile in einer Rezension zu behandeln.

Fangen wir also wie so oft bei einem der wichtigsten Punkte an, der Handlung. Hier ist der erste Film eindeutig als Einleitung zu verstehen. So zieht der Film auch wie bei solchen Anfängen üblich den typischen Spannungsbogen, zunächst wird der Zuschauer behutsam in die Welt eingeführt, man lässt den Geschehnissen genügen Zeit, um sich zu entwickeln und an Raum zu gewinnen, bis der Wendepunkt eintritt und das Ende einen schließlich im Ungewissen lässt – man will sein Pulver ja nicht zu früh verschießen. Der zweite Teil macht dann einen kleinen Zeitsprung, ein eher ungewöhnlicher aber in diesem Fall sehr wohltuender Aspekt, da durch die rapide Dezimierung der Bevölkerung ein doch recht ausgeglichener Krieg zwischen den Spezies wahrscheinlicher und glaubhafter wird. Auch die bewusste Entscheidung keinem Lager den schwarzen Peter anzuhängen, sondern zu zeigen, dass es auf beiden Seiten sowohl Toleranz und Verständnis als auch Intoleranz und Hass gibt ist eine nette Abwechslung. Dank der verständlichen und nachvollziehbaren Handlungen der einzelnen Akteure kann der Zuschauer sich sehr gut in die Situation einfühlen und wird dazu angeregt, sich selber die Frage zu stellen, wie er wohl reagieren würde. Auch dieser Streifen endet allerdings mit einem großen Showdown und dem Blick ins Ungewisse. Dem dritten und somit letzten Teil kommt dann die nicht gerade einfache Aufgabe zu eine Überleitung zwischen der Vorgeschichte und dem Originalfilm aus den 60ern zu schaffen. Denn auch wenn die Bevölkerung zum Ende des zweiten Teils bereits stark reduziert ist, erklärt das noch lange nicht das animalische Verhalten der Menschen in der Zukunft. Und obwohl der Film für diese Entwicklung eine logische Erklärung liefert, bleibt er doch meiner Meinung nach hinter seinem Vorgänger zurück, da er quasi die gleiche Geschichte erzählt. Wieder geht es um die scheinbar unmögliche Koexistenz zwischen Mensch und Affe, wieder geht es darum ein neues und sicheres Zuhause für die immer größer werdende Kolonie zu finden und wieder endet alles in einem großen Showdown, naja fast. So bekommt man mit der Zeit das Gefühl, den vorherigen Teil noch einmal zu sehen nur halt diesmal rückwärts – der Krieg mit den Menschen endet in der Entdeckung eines vermeintlich sicher Hafens und der Separation der beiden befeindeten dominanten Spezies. Wohin die Reise tatsächlich führt weiß der wahre Cineast eh bereits.

Was den dritten Teil allerdings, genauso wie die anderen übrigens auch, über so manchen Stolperstein hinweg rettet sind die fantastischen Schauspieler. Ganz vorne dabei ist hier natürlich der Großmeister des Motion Capture Andy Serkis – Mimik, Gestik und Bewegungsabläufe seiner Figur wirken so realistisch, dass man als Zuschauen tatsächlich manchmal vollkommen vergisst, dass es die ganze Affenbande nur im Computer gibt. Aber auch seine menschlichen Kollegen müssen sich nicht wegen ihrer Performances verstecken. Während James Franco im ersten den gefühlvollen Wissenschaftler überzeugend genug mimt, um die starke Verbindung zwischen Caesar und ihm zum Leben zu erwecken, übernimmt im zweiten Teil dann Jason Clarke die Rolle des Affen-Sympathisanten, der einige starke und gefühlvolle Momente beizusteuern weiß, während Gary Oldman trotz etwas wenig Screentime als Gegenpart durchaus zu überzeugen weiß. Und auch Woody Harrelson macht seine Sache als Hardliner im Finale ganz gut, was allerdings kaum verwundert. Insgesamt kann man aber durchaus sagen, dass speziell bei Teil 2 und 3 sehr viele Hintergrundinformationen zu den einzelnen Charakteren zwar kurz aufgeworfen aber leider nie näher behandelt werden, wodurch man an so mancher Stelle erstaunlich unbeteiligt bleibt.

Bei einem Film in dem die Hälfte der Akteure aus dem Computer stammt ist natürlich auch die Technik ein wichtiger Aspekt und hier muss ich schlicht und einfach sagen, dass man nicht klagen kann. Zwar stellt sich einem wie so oft durchaus ab und an die Frage nach der Sinnhaftigkeit hinter dem 3D-Effekt aber das hat ja keinen Einfluss auf die Wertigkeit des Endproduktes. So kann man einfach nicht anders, als allen drei Filmen einen tollen und beinahe makellosen Look zu bescheinigen, wobei speziell die Liebe zum Detail sehr oft deutlich spürbar ist.

Ein letzter Punkt, den ich noch vor meinem üblichen Fazit anschneiden will (und der sich auch aus einer anregenden und amüsanten Diskussion ergibt, die vor noch gar nicht allzulanger Zeit, angestoßen durch eine Blogparade, hier stattfand) ist die deutsche Titelgebung. Hier muss man einfach mal wieder betonen, dass der deutsche Verleiher gut daran getan hätte die Originaltitel einfach von Anfang an beizubehalten, da diese wunderbar den Verlauf der Filme schildern. So kam er nämlich in Verlegenheit, denn während man Prevolution und Revolution ja noch irgendwie durchgehen lassen kann (aber auch nur gerade mal so), wäre das der Logik folgende Evolution dann tatsächlich völliger Nonsens gewesen. Eine Tatsache, die den Verantwortlichen wohl auch noch in den Sinn kam, wodurch sich der deutschsprachige Raum nun über das viel dramatischer klingende Survival freuen darf.

Alles in allem ist Planet der Affen eine ganz gelungene Trilogie, die für ein paar Stunden kurzweilige Abendunterhaltung bestens geeignet ist (mehr aber auch nicht) und die sich von anderen Trilogien dadurch abhebt, dass der zweite Teil den filmischen Höhepunkt darstellt.

 

  • Titel: Planet der Affen: Prevolution
  • Originaltitel: Rise of the Planet of the Apes
  • Erscheinungsjahr: 2011
  • Laufzeit: 105 Minuten
  • Produktionsstudio: 20th Century Fox
  • Regie: Rupert Wyatt
  • Darsteller: James Franco, Andy Serkis, Freida Pinto, John Lithgow

 

  • Titel: Planet der Affen: Revolution
  • Originaltitel: Dawn of the Planet of the Apes
  • Erscheinungsjahr: 2014
  • Laufzeit: 130 Minuten
  • Produktionsstudio: 20th Century Fox
  • Regie: Matt Reeves
  • Darsteller: Andy Serkis, Jason Clarke, Gary Oldman, Keri Russell, Toby Kebbell

 

  • Titel: Planet der Affen: Survival
  • Originaltitel: War for the Planet of the Apes
  • Erscheinungsjahr: 2017
  • Laufzeit: 140 Minuten
  • Produktionsstudio: 20th Century Fox
  • Regie: Matt Reeves
  • Darsteller: Andy Serkis, Woody Harrelson, Steve Zahn, Judy Greer
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33 Gedanken zu “„Planet der Affen“ Triple Feature – Trilogierezension

  1. Ich habe mich dazu entschlossen nicht in den Film zu gehen. Das hat zwar auch was mit der Soundbar zu tun, aber in erster Linie bin ich nicht begeistert genug. Planet der Affen habe ich jeden Tag auf Arbeit, das brauche ich werdet im Kino, noch zuhause.

    Deine Review ist wirklich gut geschrieben und ich kann deine Meinung sehr gut nachvollziehen.

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  2. Mich hat der dritte Teil schon ein wenig enttäuscht. Ich hatte keine turmhohen Erwartungen und er ist eigentlich auch absolut in Ordnung, aber am Ende stand ich dem Film leider viel zu gleichgültig entgegen. Vielleicht ist der besser für einen zermatschten Sonntag geeignet.

    Aber an sich mag ich diese neue Trilogie durchaus, Teil 1 hat mich richtig begeistert. Und bei Teil 2 habe ich immer eine kurze Szene im Kopf, die wieder mal Gary Oldmans ganze Klasse zeigt: Als die Stadt wieder Strom hat und er zum wohl ersten Mal seit Jahren ein Bild seiner Familie sieht.

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    • Ja, der dritte war etwas schwach und ganz allgemein war ich doch emotional eher weniger beteiligt als bei so manch anderem Film…aber wie du sagst, für eine verregneten Nachmittag oder Abend ist es kein schlechtes Programm 😉.

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      • Hmmm, ein paar Filme würden für mich schon in diese Kategorie passen😉! Aber ich meinte damit eher, dass es zwar gelungene Blockbuster sind aber halt auch nicht mehr…weil nach dem Hype und den überschwänglichen Rezensionen ist man doch schnell mal versucht ein neues Glanzstück zu erwarten und dann wäre man wahrscheinlich doch etwas enttäuscht 😉

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      • … wie so oft … Mit „was ist schon großartig“ meinte ich auch eher die neuen Blockbuster ohne Hirn. Dass es geile Klassiker und auch geile neuere Werke gibt, ist vollkommen klar. Aber irgendwie kommt nichts grandioses mehr nach. Oder zumindest nicht viel

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      • Schon ei wahres Wort…wobei ich gar nicht weiß ob das daran liegt, dass weniger großartiges produziert wird oder nicht viel mehr daran, dass einfach generell mehr produziert wird und dadurch natürlich auch mehr mittelmäßiges und schlechtes!?

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      • Nicht ganz, denn das würde heißen, dass es heute noch genau so vielen Perlen zum entdecken gäbe wie früher, nur das diese einfach in der schieren Maße zu gut versteckt sind um sie so leicht zu finden ;-).

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      • Auch nicht ganz, die Quantiät übersteig in dem Falle die Qualität. Es kommt Film nach Film und darunter leidet die Quali. Früher kam auch viel Zeugs, aber nicht so HAMMER viel, wie heute. Alleine die Serien, die Amazon und Netflix raushauen… Es wird einfach zu viel… Ich habe schon Angst vor „Der dunkle Turm“. Eine 8-bändige Buchreihe in einem Film. Das kann man nur verhunzen. Hier hätten die Macher sich mal an Herr der Ringe orientieren sollen. Aber es geht wohl nur ums Geld. Wenn der Film gut ankommt, dann kommt direkt Teil 2 und wenn nicht, dann wird eine andere Sau durchs Dorf getrieben

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      • Naja, ich muss gestehen, dass ich zu dem Thema jetzt keine Statistken kenn…insofern hab ich keine Ahnung wie jetzt der prozentuelle Anteil von Mist zu Meisterwerk heute wie damals wäre. Und dann kommt ja auch noch dazu, dass viele Filme, die wir heutzutage als Klassiker feiern damals beim Publikum ziemlich durchgefallen sind…also wer kann schon sagen welcher Film vielleicht in 80 Jahren zum Klassiker avanciert ;-)! Aber es stimmt schon ein wenig, zur Zeit ist eine regelrechte Überflutung des Markts zu beobachten und auch die Fernsehproduktionen nehmen rapide zu….wobei diese Entwicklung natürlich auch ihr positives mit sich bringt ;-). Auf Der dunkle Turm freu ich mich eigentlich schon…aber ich denke, dass liegt auch daran, dass ich die Bücher nicht kenn und somit keinerlei Erwartungen an den Streifen hab und der Trailer mir ganz gut gefällt :-).

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      • Ich weiß ehhhhh ;-). Wobei es halt noch so viele Bücher gibt die mich reizen und Herr King hat halt auch echt ein bissal Schreibdurchfall….ich mein, so viele Bücher wie der raushaut – wer soll denn die alle lesen 😉

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      • Naja, wenig hab ich auch nicht gelesen (als ich noch Schule ging waren es so 60 Bücher pro Jahr – seit die Uni da mit den Lehrbüchern dazwischen funkt sind es leider deitlich weniger als mir lieb ist 😉 ) aber irgendwie waren Horror und Fantasy noch nie so mein Genres wenn es um Bücher ging. Was eigentlich ganz spannend ist wenn man bedenkt, dass ich was Filme angeht sehr gerne Fantasy und Science Fiction schaue und ab und an auch einen gut gemachten Horrorstreifen. Weiß auch nicht weshalb es diese Abweichung bei mir zwischen den Medien gibt?!

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      • Vielleicht ja auch weil man bedingt durch Eltern und Deutschunterricht einfach auf einen anderen Pfad gebracht wird was Bücher angeht….da fängt man dann erst mal mit Klassikern an und arbeitet sich dann weiter zu zeitgenössischen Werken. Aber ich war sowieso schon immer eine etwas eigene Leserin…ich habe zum Beispiel auch die Jugendbücher fast vollkommen übersprungen und bereits mit 12-13 Jahren Sachen wie Faust und Die göttliche Komödie aus Interesse und Spaß gelesen 😉

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