„Atomic Blonde“ – Filmrezension

© 2017 Universal Pictures International

Gelungener Spionagekracher mit einer knallharten Charlize Theron!

Berlin 1989: Die Situation ist angespannt, alle Zeichen stehen auf Sturm, die zunehmenden Proteste lassen den Fall der trennenden Mauer immer wahrscheinlicher werden. Doch neben dem öffentlichen Konflikt tobt noch ein zweiter, geführt von jenen Männern und Frauen, die im Schatten agieren, den Spionen. Als die Spionin Lorraine Broughton nach dem Mord an ihrem Kollegen in dieses Wespennest geschickt wird steht eines von Anfang an fest: Lorraine darf niemandem vertrauen, denn ein Maulwurf scheint sein Unwesen zu treiben.

Am Montag war es mal wieder soweit, das Uci Annenhof bescherte allen interessierten Zuschauern eine weitere Sneakpreview. Nachdem die ersten Filme dieses Anfang des Jahres wiederbelebten Programmteils noch, sagen wir mal, eher Underground-Filme waren, haben die letzten drei Sneaks gezeigt, dass sich mein Stammkino die Kommentare auf ihrer Seite zu Herzen nimmt, denn nach „Begabt“ und „Baby Driver“ hat man auch bei diesem Streifen nicht viel zu Jammern.

Das liegt einerseits an dem soliden bis hervorragenden Cast. Vor allem Theron macht ihrer Rolle als Superagentin alle Ehre und beweist dem Publikum einmal mehr, dass auch Frauen ganz schön auf den Putz hauen können. Gerade nach der recht enttäuschenden Darbietung von Cara Delevigne in „Valerian“ ist es eine wahre Freude zu sehen, dass man der richtigen Schauspielerin den knallharten Profi ohne weiteres abnimmt. Auch McAvoy als Verbündeter und verbaler Gegenspieler zeigt einmal mehr, weshalb er zur Zeit ein vielbeschäftigter Mann ist – er kann nämlich einfach verdammt gut spielen. Und spätestens seit „Split“ wissen wir auch, dass er sich nicht davor scheut ein wenig an Muskelmasse zu zulegen, um seinen Rollen mehr Authentizität zu verleihen.

Auch das Setting und die Kostüme sind mit ein Grund, weshalb der Film einfach Laune macht. Denn sowohl die Mode als auch die Musik und überhaupt die ganze Stimmung der späten 80er Jahre wurden hier perfekt rekonstruiert und erneut heraufbeschworen. Besonders die Musik zauberte mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht und rhythmische Zuckungen in den Fuß.

Des weiteren kann man Kameraarbeit, Schnitt und Inszenierung durchaus lobend erwähnen, denn die Macher verstehen offensichtlich etwas von Action. Das merkt man daran, dass man als Zuschauer trotz rasanten Verfolgungsjagden und scheinbar chaotischen Kämpfen immer mitverfolgen kann was gerade vor sich geht – eine Sache, die leider heutzutage dank überbordendem Gebrauch von Shaky Cam und Close Ups nicht mehr selbstverständlich ist.

Einzig auffallender Schwachpunkt (dem aufmerksamen Leser werden bei meiner Einführung die Worte „nicht viel“ wohl kaum entgangen sein) ist allerdings leider die Handlung. Diese läuft doch allzu sehr nach Schema F ab und bringt wenig bis gar nichts neues auf den Tisch. So kommt es dann leider auch, dass die eigentlich als überraschend geplanten Wendungen einfach zu vorhersehbar sind, um den Zuschauer tatsächlich zu verblüffen. Und trotzdem hat mich der abermals aufgewärmte Spionagebrei nicht halb so viel gestört wie man vielleicht vermuten könnte – vielleicht hängt das ja auch damit zusammen, dass sich der Film dank dieser Einfachheit und dem 80er Jahre Flair wie ein Actionfilm aus längst vergangenen Tagen anfühlt (und wer hat denn früher bitteschön tatsächlich auf die Handlung geachtet).

Alles in allem ist Atomic Blonde also ein Actionstreifen, der trotz schwächelnder Story dank des Nostalgiebonus, der guten Schauspieler und der gekonnten Inszenierung zu unterhalten weiß!

 

  • Titel: Atomic Blonde
  • Originaltitel: Atomic Blonde
  • Erscheinungsjahr: 2017
  • Laufzeit: 115 Minuten
  • Produktionsstudio: Focus Features
  • Regie: David Leitch
  • Darsteller: Charlize Theron, James McAvoy, John Goodman, Toby Jones, Sofia Boutella
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10 Gedanken zu “„Atomic Blonde“ – Filmrezension

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