„Das Marvel Cinematic Universe“ – Buchrezension

© Schüren-Verlag

Eine wissenschaftliche Analyse des Phänomens MCU, deren Lektüre sich wahrlich lohnt!

Seit 2008 arbeitet Marvel nun bereits an seinem Cinematic Universe, doch obwohl der Name ein reines Kino-Franchise vermute lassen würde verzweigt die Marke Marvel unter diesem Namen geschickt Kinofilme, Serien, Comics und Spiele miteinander. Doch was führte zu dem unbestreitbaren Erfolg dieses innovativen Systems von medialer Verschränkung und wie wurde der Weg zu dieser „Hyperserie“ geebnet? Diese und weitere Fragen rund um die bei Filmstudios immer beliebter werdenden Cinematic Universes, mit dem MCU als Archetyp, behandelt der Autor Peter Vignold in dieser vom Schüren Verlag publizierten Examensarbeit. (Die Startseite des Verlags ist übrigens durch einen Klick auf das Cover zu erreichen)

Eines muss dem geneigten Leser vorweg klar sein, es handelt sich bei diesem Werk um einen wissenschaftlichen Text, was bedeutet, dass sich besonders das erste Kapitel mit der grundlegenden Bestimmung und Auseinandersetzung der im weiteren verwendeten Fachbegriffe beschäftigt. Wenig verwunderlich ist es daher, dass dieses Kapitel einen recht trockenen Einstieg in das Werk bietet, der allerdings vor allem für fachfremde Personen im Hinblick auf das Verständnis der folgenden Kapitel unabdingbar ist.

Hat man sich allerdings erstmal durch die Begriffsbestimmungen gearbeitet kann das Vergnügen losgehen. Und es ist, trotz aller Wissenschaftlichkeit, tatsächlich ein wahres Vergnügen die knapp über 100 verbleibenden Seiten zu lesen. Das liegt einerseits daran, dass der Autor einem zu Anfang die Geschichte des Kinos im Allgemeinen näher bringt und so eine Entwicklung zeichnet, die, als beinahe logisch anmutende Konsequenz, bei den derzeit aufblühenden großen Franchise endet. Damit schafft Herr Vignold auch beim bisher weniger interessierten Leser eine solide Basis, auf der aufbauend er in den folgenden Kapiteln die unterschiedlichen Franchisesysteme anhand von Beispielen (wie vor allem dem Matrix -, Harry Potter -, und X-Men – Franchise) näher beleuchtet, um schließlich im vorletzten Kapitel bei dem Globalplayer Marvel anzukommen.

Das letzte Kapitel bietet dem Leser dann noch ein kurzes Fazit sowie einen möglichen Ausblick auf die künftige Entwicklung des Kinos im Allgemeinen und der Marke Marvel im Besonderen.

Besonders zu erwähnen sind auch noch die Anhänge. Hier findet man dank einer sogenannten Segmentierung alle MCU-Filme, die bis zum Jahr 2015 erschienen sind, inhaltlich in kurzen Sätzen aufgeschlüsselt. Auch die im Text selbst verwendeten Grafiken sind gut platziert und übersichtlich gestaltet. Einziger kleiner Wermutstropfen waren die aus Filmen und Serien abgedruckten Bilder, die zwar prinzipiell eine schöne Ergänzung darstellen aber in Schwar-Weiß leider stark an Wirkung verlieren, gerade wenn man an die farbenreiche Welt des MCU denkt.

Alles in allem hält der Titel des Werks also genau was er verspricht und bietet dem Leser eine ausführliche und informative Auseinandersetzung mit dem einstweilen einzigartigen medialen Einhorn namens Marvel Cinematic Universe. Für jeden Fan also ein absolutes Muss!

 

  • Titel: Das Marvel Cinematic Universe – Anatomie einer Hyperserie
  • Originaltitel: –
  • Autor: Peter Vignold
  • Übersetzer: –
  • Verlag: Schüren Verlag GmbH
  • Auflage: 1. Auflage
  • ISBN: 978-3-89472-970-7
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6 Gedanken zu “„Das Marvel Cinematic Universe“ – Buchrezension

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