„Der dunkle Turm“ – Filmrezension

© 2017 Sony Pictures Releasing GmbH

Einstieg in ein spannendes Universum, von dem ich gerne noch mehr sehen würde!

Den elfjährigen Jake Chambers quälen seit dem Tod seines Vaters schlimme Visionen und Albträume. Immer wieder sieht er wie der Mann in Schwarz unschuldige Kinder für seine Zwecke benutzt und die Welt in Chaos stürzt. Doch eines Tages sieht Jake in einer Vision zwei Dinge, die sein Leben, so wie er es kennt, auf den Kopf stellen sollen – den Revolvermann und den in einem verfallenen New Yorker Haus versteckten Eingang in eine fremde Welt, in der Jake auf sein Schicksal trifft.

Hallo meine lieben Leser und Leserinnen,

schon wieder ist es eine Woche her, seit ich meinen letzten Beitrag online gestellt habe (wo ist die Zeit nur hin) und auch allgemein habe ich mich in der letzten Zeit ungewöhnlich rar gemacht, was neben einem großen privaten Ereignis auch einigen beruflichen Umwälzungen geschuldet ist. Zum Glück heißt das aber natürlich nicht, dass ich nicht trotzdem ein wenig meiner Leidenschaft für Film und Fernsehen gefrönt hätte und so dürft ihr euch in den nächsten Tagen auf Rezensionen, Specials und sogar wieder zwei Konzertberichte freuen.

Aber jetzt starten wir erstmal mit der Rezension zur neuesten Adaption eines Stephen King Romans. Vorweg sei gesagt, dass ich die dazugehörige Buchreihe aus der Feder Kings, rund um den Revolvermann und seinen jugendlichen Begleiter, nicht gelesen habe. Ein Umstand der mir offensichtlich zu Gute kam, ließt man sich die Rezensionen von Leuten durch, welche die Vorlage(n) kennen. Denn während viele meiner Kollegen die viel zu knappe und oberflächliche Umsetzung bemängeln, konnte ich im Kino einen Film genießen, der, bis auf ein paar Kleinigkeiten, ein visuell und storytechnisch ansprechender Vertreter seines Genres ist.

Dabei spricht die Handlung eingebettet in ein mehrere Parallelwelten umspannendes alternatives Universum natürlich sofort das Herz eines jeden Fantasyfans an. Dank eines offenen Endes stört es auch nicht weiter, dass die Geschichte die schiere Vielfältigkeit der noch zu entdeckenden Welten bloß andeutet, können diese doch in folgenden Filme noch näher beleuchtet und ausgestaltet werden. Ich fand es ganz im Gegenteil sogar angenehm, dass sich der Film auf eine der Geschichten fokussiert und nicht den Fehler begeht, zu viel des Guten in einen einzigen Film packen zu wollen. Allerdings gibt es doch auch für mich einen besonders hervorstechende Makel und zwar den finalen Showdown. Hier merkt man, dass sich die Macher nicht sicher waren, ob ein weiterer Film in diesem Universum realisiert werden wird, wesshalb sie genötigt waren, den tragenden Handlungsbogen allzu abrupt enden zu lassen, wodurch der ultimative Bösewicht einmal mehr etwas zu handzahm und schwächlich erscheint. Hier hätte tatsächlich die ein oder andere Minute mehr nicht geschadet.

Zum Glück hat man sich allerdings mit Matthew McConaughey für einen Schauspieler entschieden, der dem im Schatten lauernden Mann in Schwarz trotz seiner wenigen Screentime genug Bedrohlichkeit und Charakter verleiht, um Eindruck beim Zuschauer zu hinterlassen. Auch Idris Elba, als vom Schicksal und seinem Kontrahenten gebeutelter Gegenpart, macht seine Sache hervorragend und kann einmal mehr beweisen, weshalb er inzwischen zur A-Liga Hollywoods zählt. Einzig und allein Tom Taylor schien mit seinen erfahrenen Kollegen nicht immer ganz mithalten zu können und manchmal eher zu reagieren als zu agieren – eine vernachlässigbare Kleinigkeit, zeigt er doch in einigen Szenen dafür, dass durchaus ein großes Talent in ihm schlummert.

Wie oben bereits erwähnt gibt es auch vom visuellen Standpunkt her nicht viel zu meckern. Speziell die Schießkünste von Elbas Figur sind schön herausgearbeitet und in Szene gesetzt worden. Und auch die ruhige und sichere Hand des Kameramanns trägt dazu bei, dass man als Zuschauer das Gefühl hat immer mitten drin zu sein und doch den Überblick zu bewahren. Allgemein wirkt die gesamte Inszenierung auch dank überzeugender Schauplätze und Kostüme stimmig.

Alles in allem wird „Der dunkle Turm“ Fans und Kenner der Bücher ein wenig vor den Kopf stoßen (so wie bei fast allen Buchverfilmungen) aber all jenen, die auf der Suche nach eineinhalb Stunden guter Fantasyunterhaltung sind, bietet der Film genau das – einen netten Abend mit guten Schauspielern, überzeugenden Effekten und einer spannenden Geschichte!

 

  • Titel: Der Dunkle Turm
  • Originaltitel: The Dark Tower
  • Erscheinungsjahr: 2017
  • Laufzeit: 95 Minuten
  • Produktionsstudio: Columbia Pictures
  • Regie: Nicolaj Arcel
  • Darsteller: Idris Elba, Matthew McConaughey, Tom Taylor
Werbeanzeigen

32 Gedanken zu “„Der dunkle Turm“ – Filmrezension

    • Wahrscheinlich ziemlich weil bei meinen Freunden und Bekannten ist es bisher genauso wie ich in der Rezension beschrieben hab – alle die die Bücher kennen sind maßlos enttäuscht und alle anderen finden den Film okay bis sehr gut🙃

      Gefällt 1 Person

      • Ich bin gespannt. Ich hoffe mir, bisschen eine genauere Darstellung zum Buch zu bekommen. Da die Bücher so dick sind, war es für mich oft schwierig zu folgen. Ich mag die Story und die Charaktere – aber King schweift immer soooo aus. 🙂

        Gefällt 1 Person

      • Also was ich bisher so mitbekommen hab ist die Story wirklich sehr stark reduziert und zusammengestaucht, was man aber wenn man die Bücher nicht kennt eigentlich gar nicht so mitkriegt. Ich mein, klar sieht man nur einen kleinen Teil der anderen Welten und der Konflikte die dort herrschen aber das fand ich jetzt eigentlich überhaupt nicht negativ sondern es machte mir eher Lust auf weitere Filme😉

        Gefällt 1 Person

      • Eigentlich war ja eine Serie geplant – aber anscheinend war das Interesse nicht ganz so gut. Ich denke, die haben erstmal den Film raus gegeben um zu sehen wie er ankommt, und wenn es passt, werden sie eine Serie weiterführen. Das wäre für so ein umfassendes Werk auch wirklich angebrachter. 🙂

        Gefällt 1 Person

      • Ja, ich weiß…das ganze Getue während der Produktion war echt merkwürdig! Denke auch, dass sie jetzt mal schauen wie es mit dem Film läuft und dann entscheiden was noch draus wird…ich würd mich auf jeden Fall über mehr Material sehr freuen☺️

        Gefällt 1 Person

    • Tatsächlich?! Wow, also das hab ich von noch keinem gehört…noch nicht mal von Bekannten, die die Bücher kennen. Auch schlechter als Transformers: The Last Knight? Und Fluch der Karibik 5? Echt? 😀

      Liken

  1. Sehr gut geschriebene Review. Es ist sehr erfrischend die Meinung von jemanden zu lesen der die Bücher nicht kennt. Somit ist der Blick klarer und der Film kann für sich betrachtet werden. Ich habe schon vor dem Film gesagt dass das Nichts wird und meine Erwartung wurde erfüllt. 😅

    Trotzdem eine lesenswerte Review & interessante Meinung zum Film! 🙂

    Gefällt 1 Person

    • Danke für das Kompliment :-).
      Ja, es ist wirklich so – egal wie sehr man sich auch vornimmt sich nicht zu sehr von der Vorlage beeinflussen zu lassen und den Film für sich zu nehmen gelingt es einem einfach nie wirklich wenn man das Buch bzw in dem Fall die Bücher kennt. Und ich glaube jedem sofort, dass der Film im Vergleich total abstinkt und enttäuscht 😉

      Gefällt 1 Person

      • Man kann es ruhig sich versuchen sich nicht beeinflussen zu lassen aber kaum kommt die erste Änderung zur Vorlage gehts los. 😅

        Um auf dein Kommentar unter meiner Review einzugehen. Du hast wirklich den Vorteil einen Fantasyfilm zu sehen. Ich sehe einen misslungene Romanverfilmung. 😏

        Gefällt 1 Person

      • Eben…ich kenn das ja selber – wie oft bin ich schon im Kino gesessen und dachte mir: „Auweia, was haben sie denn mit dem super Buch nur angestellt!?“

        Ja, ich fand das Erlebnis so deutlich angenehmer als nach all der schlechten Kritiken erwartet 😉

        Liken

  2. Ich hasse, hasse, HASSE diesen Film! 😀 Alleine was die aus Randall Flagg gemacht haben… das wäre so, als hätte Harry Voldemort direkt entwaffnet und Hagrid hätte ihn per Bud Spencer Klopper k.o. gehauen.

    Ähm… ich höre lieber wieder auf.

    Gefällt 2 Personen

    • Ich sag ja…die Bücher nicht zu kennen ist in diesem Fall ein Segen, denn so kann man den Film mit ganz anderen Augen schauen und wenn einen die Geschichte weiterführend interssiert kann man sich den Büchern voll und ganz widmen 😉

      Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.