„Barry Seal: Only in America“ – Filmrezension

© 2017 Universal Pictures International

Ein weiteres Biopic, das mit viel Witz und guten Darbietungen überzeugen kann!

Barry Seal, ein ganz gewöhnlicher etwas gelangweilter Pilot bei einer großen amerikanischen Airline, wird eines Tages bei einer Party von einem Fremden angesprochen, der über sein kleines Nebengeschäft (den Zigarrenschmuggel) und noch so manch andere Dinge Bescheid zu wissen scheint. Zum Glück stellt sich schnell heraus, dass der mysteriöse Allwissende kein Interesse daran hat Barry einen Strick zu drehen, viel mehr bietet er ihm die Gelegenheit sein Berufsfeld zu erweitern und in Zukunft unter dem Deckmantel einer eigenen Firma Aufklärungs- und Versorgungsflüge für die CIA zu bestreiten. Bereitwillig stimmt Seal dem Deal zu, doch als auch noch Pablo Escobar, das Weiße Haus und die Umwälzungen der kommenden Jahre mitmischen gerät sein ausgeklügeltes System des Drogen-, Waffen- und Menschenschmuggels immer mehr ins Trudeln.

Am Montag war es wieder einmal soweit – das Uci Annenhof gewährte den gewillten Zuschauern einen vorgezogenen ersten Blick auf einen künftigen Film. Mit „Barry Seal“ hat sich das Uci dabei wieder einmal einen guten Kandidaten herausgepickt, denn ganz ehrlich, Biopics, vor allem die der letzten Jahre, sind eigentlich immer zumindest gute Filme. Und auch „Barry Seal“, wenn auch nicht ganz so herausragend wie die letzten Biopics, die ich gesehen habe, weiß einen gut zu unterhalten und braucht sich nicht hinterm Ladentisch zu verstecken.

Das liegt natürlich vor allem an der abstrusen Geschichte, die dank ihrer wahren Wurzeln nur umso skurriler und wahnwitziger anmutet. Ähnlich wie bei dem vor ein paar Jahren erschienen „War Dogs“ fällt dem Zuschauer bei so mancher Szene die Kinnlade runter, ob der Absurdität der sich tatsächlich ereigneten Situationen, und den gesamten Film über bewegt sich das Gemüt zwischen ungläubigem Kopfschütteln und resignierendem Gelächter. Trotz der mehrfachen, dafür aber gut platzierten Zeitsprünge wirkt die Handlung flüssig und gut nachvollziehbar und auch unnötige Längen wurde dank dieses Kniffs gekonnt vermieden.

Auch die Schauspieler machen einen guten bis soliden Job und zeigen stellenweise großes Talent zur Situationskomik. Vor allem Tom Cruise (man mag von ihm halten was man will) kann seine Paraderolle des wortkargen, knallharten Agenten für diesen Film wieder einmal ablegen und beweisen, dass er durchaus auch noch mehr kann, als verrückte, lebensmüde Stunts drehen. Des weiteren sind mir Sarah Wright, als gar nicht so unschuldiges Frauchen, und Domhnall Gleeson, als auf seinen Vorteil bedachter CIA Agent, positiv ins Auge gestochen.

Allgemein lässt sich sagen, dass die Charakterzeichnungen und Dialoge dank realer Vorlage sehr vielschichtig und authentisch wirken. Der realen Vorlage ist es auch zu verdanken, dass Inszenierung, Schauplätze und Kostüme stets stimmig und fließend wirken.

Doch trotz all dieser Vorzüge und obwohl der Film keine offensichtlichen Mängel aufweist, kommt er an die großen Vertreter des Genres – wie zum Beispiel The Founder, Hidden Figures oder The Imitation Game – nicht heran, um sich mit diesen Kalibern messen zu können fehlt dem Film einfach das gewisse Extra – das Herz.

Alles in allem ist den Machern mit „Barry Seal“ ein Biopic gelungen, dass einen über seine Laufzeit gut unterhält und eine überaus spannende, unglaubliche Lebensgeschichte erzählt!

 

  • Titel: Barry Seal: Only in America
  • Originaltitel: American Made
  • Erscheinungsjahr: 2017
  • Laufzeit: 115 Minuten
  • Produktionsstudio: Universal Pictures
  • Regie: Doug Liman
  • Darsteller: Tom Cruise, Domhnall Gleeson, Sarah Wright, Alejandro Edda

3 Gedanken zu “„Barry Seal: Only in America“ – Filmrezension

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