„Killer’s Bodyguard“ – Filmrezension

© 2017 Bodyguard Productions, Inc

Reynolds und Jackson lassen es krachen!

Michael Bryce hat sich seinen Ruf als bester Personenschützer der Welt wahrlich hart erarbeitet. Doch dann passiert es – einer seiner Kunden wird vor seinen Augen erschossen. Schnell ist der 1A-Status aberkannt und Bryce muss sich mit kleinen Jobs für paranoide Wall Street Typen zufrieden geben. Da kommt ihm der Anruf seiner Ex gerade recht, denn diese bietet ihm einen äußerst verlockenden Deal an – sollte er es schaffen einen Gefangenen rechtzeitig zu einer Anhörung nach Den Haag zu bringen, sorgt sie dafür, dass er seinen Status wiedererlangt. Dumm nur, dass der Gefangene niemand anders ist als der seines Zeichen beste Auftragskiller der Welt, Darius Kincaid, der Bryce schon mehr als einmal die Suppe versalzen wollte. Trotzdem nimmt Bryce den Auftrag an, doch der Weg nach Den Haag ist steiniger als gedacht, gespickt mit Schusswechseln, Explosionen und einem wahren Motherfucker von Klienten.

Allein schon das erste Filmplakat mit Reynolds und Jackson in unvergesslicher Bodyguards Pose ließ mein Interesse an dem Film unter die Decke schnellen. Dann kam der erste Trailer und ich sah mich in meiner Annahme bestätigt – es würde mich ein Film mit cooler Action und noch cooleren Sprüchen erwarten. Und nachdem ich nun Ende letzter Woche den Film gesehen habe, kann ich trotz kleinerer Schönheitsfehler sagen, dass der Film mich nicht enttäuscht hat.

Das liegt vor allem an der unglaublichen Chemie zwischen Jackson und Reynolds. Einmal mehr packen sie hier ihr ganzen Gespür für Komik aus und fluchen sich ihren Weg durch jede noch so brenzlige Situation. Dabei trifft jede Stichelei genau ins Schwarze, jeder Blick spricht Bände und jedes Schimpfwort ist auf den Punkt. Aber nicht nur Reynolds und Jackson tragen ihre Galauniform – Oldman mimt einmal mehr den vor Bosheit strotzenden Antagonisten, wie wir ihn aus den Actionkrachern der 80er und 90er kennen, mit einem Sinn für’s Dramatische und Hayek überrascht mit ein paar der besten Szenen im Film, die zum Glück nicht, wie so oft in letzter Zeit, bereits im Trailer verbraten wurden. Einzig Elodie Yung scheint trotz solider Performance irgendwie fehl am Platz…fast so als gehörte sie in einen anderen Film.

Das ist auch das größte Manko an dem Streifen. Dort wo er das ist was er sein möchte, nämlich eine Buddy-Action-Komödie, die vor Gags nur so strotzt, funktioniert der Film einwandfrei. Doch immer wieder mischen sich erstaunlich ernste Töne dazwischen, die die sonstige Harmonie ein wenig stören. Das liegt keineswegs daran, dass in Komödien prinzipiell keine ruhigen oder tragischen Szenen vorkommen dürfen, ganz im Gegenteil, oft tragen solche Einstellungen dazu bei, dass der Zuschauer ein dreidimensionaleres Bild der Figuren erhält, doch in diesem speziellen Fall bekommt man als Zuseher leider das Gefühl, als wüssten weder die Schauspieler noch die Leute hinter der Kamera wirklich etwas mit diesen Szenen anzufangen. Es wird zu verbissen versucht eine Tiefe und Emotionalität in den Film zu tragen, die dieser gar nicht benötigt. Hier hätte man lieber das Motto verfolgen sollen: „Wir ziehen den Schmäh jetzt durch – bis zum bitteren Ende“.

Neben diesen wenigen Ausreißern funktioniert der Film aber auch auf inszenatorischer Seite sehr gut. Die Explosionen sind groß und laut, die Kugeln fliegen nur so durch die Lüfte, die Faustkämpfe sind gut choreografiert und ohne Probleme nachvollziehbar und die Verfolgungsjagden rasant. Klar, manche werden sicher die unrealistischen Stunts und Feuergefechte bemängeln, vielleicht wird auch dem ein oder anderen der teilweise doch recht offensichtliche Greenscreen sauer aufstoßen, doch ich hatte damit keine Probleme und zwar aus dem Grund, dass ich genau so etwas sehen wollte – eine actiongeladene Komödie wie es sie in meiner Jugend gab, wo auch eine Kugel im Bein oder ein Sturz von einem Hochhaus dem Protagonisten nicht mehr als ein kurzes Aufstöhnen entlocken, nachdem sich der Staub abgeputzt wird und es munter weiter gehen kann.

Alles in allem ist „Killer’s Bodyguard“ ein spaßiger Actionkracher, mit einer Prise der besonderen Magie des goldenen Zeitalters dieses Genres. Für Fans von Filmen wie „Lethal Weapon“ oder „Tango und Cash“ also auf jeden Fall ein heißer Kandidat für einen vergnüglichen Abend in geselliger Runde (auch wenn der Film natürlich nicht ganz mit den genannten Vertreter mithalten kann 😉 )!

  • Titel: Killer’s Bodyguard
  • Originaltitel: The Hitman’s Bodyguard
  • Erscheinungsjahr: 2017
  • Laufzeit: 118 Minuten
  • Produktionsstudio: Lionsgate Films
  • Regie: Patrick Hughes
  • Darsteller: Ryan Reynolds, Samuel L. Jackson, Gary Oldman, Selma Hayek, Elodie Yung, Joaquim de Almeida

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