Stephen King Verfilmungen – Klappe, die Erste: „Friedhof der Kuscheltiere“

© 2017 Universal Pictures International

Nun ist es also soweit, wie am Freitag angekündigt startet mit diesem Beitrag unser große Stephen King Special, in dessen Zuge DerStigler und ich euch über die nächsten Wochen hinweg mit Rezensionen zu den filmischen Adaptionen des wahrscheinlich meistverfilmten Autors überhaupt erfreuen werden. Im Vorfeld ergab sich für mich allerdings eine Frage – wie soll ich diese Rezensionen angehen? Schnell war für mich klar, dass der eher nüchterne und sachliche Ton meiner sonstigen Rezensionen bei diesem Hercules-Projekt wohl nicht so passend wäre (zumindest erscheint es mir so). Ich habe mich daher entschlossen, die ganze Sache aus einem etwas persönlicheren Blickwinkel anzugehen, soll heißen, meine sonstigen Bemühungen um Objektivität werden für dieses Special über Bord geworfen, an ihre Stelle tritt eine gewollt subjektive Schilderung meiner Meinung zu den einzelnen Werken. So, nach all dem Vorgeplänkel wird es endlich Zeit in medias res zu gehen…

Bereits Anfang letzter Woche war es soweit, mein erster King-Film war fällig. Nach langem überlegen fiel die Wahl schließlich aus mehreren Gründen auf Friedhof der Kuscheltiere. Zunächst ist es doch eine der vom Namen her bekannteren Verfilmungen (und wieso nicht gleich mal mit einem Klassiker beginnen), außerdem habe ich eine gute Freundin, die mir den Film seit Jahren ans Herz legt und dann kam natürlich noch der Faktor der Zeit- und Kostenersparnis hinzu, da der Streifen momentan auf Amazon Prime verfügbar ist.

Die Geschichte ist dabei auf den Kern herunter gebrochen doch relativ schnell erzählt: eine typische Vorzeigefamilie zieht in ein schönes neues Haus, dass sich dummerweise an einer viel befahrenen Straße befindet. Als die häusliche Katze kurze Zeit später das Zeitliche segnet, ist es der freundliche Nachbar, der einen äußerst skurrilen aber erstaunlich effektiven Vorschlag unterbreitet. Gemeinsam mit dem Familienoberhaupt begibt er sich zu einem ehemaligen Indianerfriedhof, welcher sich in der Nähe befindet und veranlasst so die Bestattung des Tieres in dem unheiligen Boden. Und siehe da, tatsächlich taucht der Stubentiger nach nur wenigen Stunden quicklebendig wieder auf – zwar etwas verschmutzt und ungewöhnlich kratzbürstig aber dennoch scheinbar wohl auf. Das Familienglück scheint wieder perfekt, bis zu jenem Tag im Sommer als, aufgrund einer Unachtsamkeit beim gemeinsamen Picknick mit dem hilfsbereiten Nachbarn, der jüngste Sprößling von einem LKW erfasst wird. Von tiefer Trauer übermannt beschließt der Vater allen Warnungen zum Trotz den Leichnam seines Sohnes in einer Nacht- und Nebelaktion auf dem Indianerfriedhof zu bestatten. Doch der Preis, der für die wundersame Auferstehung gezahlt werden muss ist hoch…zu hoch.

Als der Abspann zu laufen begann war ich gelinde gesagt überrascht – so viele unterschiedliche Leute hatten mir den Film bereits nahe gelegt und gemeint, dass ich als eingefleischte Cineastin solch einen Film doch nicht auslassen könne. Obwohl ich natürlich wusste, dass der Streifen doch schon einige Jahre auf dem Buckel hat und es wahrscheinlich einen Grund haben wird, dass man von den meisten Schauspielern nicht viel gehört hat, hatte ich somit doch einige Erwartungen – zumindest stellte ich mir eine gruselige Geschichte und ein paar gut platzierte Schreckmomente vor. Und was habe ich bekommen?! Eine vorhersehbare Handlung, die mit mehr Klischees daherkommt als jede null acht fünfzehn RomCom (zum Thema Klischees erschien übrigens erst kürzlich ein Artikel auf der „Filmlichtung“, den ich euch wärmstens empfehlen kann: „Ich wusste, dass er das sagen würde“), Schauspieler, die offensichtlich größtenteils der Meinung waren, sie würden an einer Parodie mitwirken und Effekte, die eher zum Schmunzeln als zum Fürchten sind.

Ja, ich bin prinzipiell nicht der größte Freund des Genres (auch wenn ich durchaus schon einige Perlen in den Fluten entdecken konnte) und ja, ich sehe ein, dass manche meiner Kritikpunkte durchaus auch einen Teil des Charmes dieser Filme für Fans ausmachen aber als Frischling auf dem Gebiet und somit ohne gnädig stimmenden Nostalgiebonus kann ich leider nur sagen, dass ich mich über weite Strecken gelangweilt habe und die besten Stellen des Films jene sind, in denen er unfreiwillig komisch ist.

Insofern war mein Start mit dem kingschen Filmuniversum doch ein recht holpriger aber ich hoffe, dass ein Aufwärtstrend erkennbar werden wird (auch wenn meine Befürchtungen immer größer werden, dass es auch noch abwärts gehen kann) und freue mich trotzdem schon auf weitere Sichtungen.

 

  • Titel: Friedhof der Kuscheltiere
  • Originaltitel: Pet Sematary
  • Erscheinungsjahr: 1989
  • Laufzeit: 103 Minuten
  • Produktionsstudio: Paramount/Universal Pictures
  • Regie: Mary Lambert
  • Darsteller: Dale Midkiff, Fred Gwynne, Denise Crosby, Miko Hughes
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48 Gedanken zu “Stephen King Verfilmungen – Klappe, die Erste: „Friedhof der Kuscheltiere“

  1. och, danke 🙂 ich war die meiste Zeit auch solo-kämpfer, aber jetzt hab ich mir n paar mitkämpfer gesucht 😉 auf dauer wird das doch mühsam.
    naja. so „versteckt“ ist „Carrier“ jetzt nicht, ist doch ziemlich bekannt. mag aber auch daran liegen, dass ich ein großer De-Palma-Fan bin.

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    • Nein, das stimmt „Carrie“ ist wirklich bekannt aber es gibt durchaus auch ein paar Streifen auf der Liste die mir nicht wirklich was gesagt haben und bei denen ich schon von mehreren Seiten gehört habe, dass sie super sein sollen

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    • Ich muss gestehen, ich kenne außer Shining und den Filmen die ich jetzt schon für’s Special geschaut hab noch gar keine Stephen King Verfilmungen…aber die Filme die du genannt hasz hast befinden sich auf unserer Liste zu noch zu schauenden Filme😉…auf die freu ich mich eh schon sehr, auf manch andere dafür eher weniger😅

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      • Sehr schön…diese versteckten Juwelen sind von größter Wichtigkeit bei einer solchen Herculesaufgabe wie dem Kingschen Filmuniversum😅 – da ist nämlich auch ganz schön viel Ausschussware dabei!

        Danke, ich bemüh mich sehr als Solokämpferin trotzdem regelmäßig Beiträge online zu stellen 😉. Dein Blog gefällt mir auch sehr gut😊

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    • Danke für den Tipp…der wird vielleicht auch noch dran kommen aber zuerst mal wird die schier endlose bereits bestehende Liste abgearbeitet ;-). Auf dieser haben wir bewusst auf Fortsetzungen verzichtet außer sie basieren auch auf einem weiteren Werk von King ;-).

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  2. Oh je.. Wenn dir schon der Film nicht zusagen könnte, dann mach dich auf unsägliche Qualen gefasst 😦 Auf dem Gebiet der King-Verfilmungen existieren reichlich D-Movies der untersten Schublade, aus denen dieser noch positiv heraussticht..

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    • 🤣🤣🤣…danke für die Warnung, ich realisier glaub ich schön langsam worauf ich mich da eingelassen hab😉. Aber ist halb so wild weil irgendwie macht es trotzdem Spaß…wahrscheinlich gerade weil ich die Filme im Zuge dieses Specials schaue und euch dann darüber berichten kann 😉

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      • Keine Sorge, es gibt auch sehr gute. Besonders unter dem Vergleich Händen Aspekt, ist dies aber spannend, denn die besten Verfilmungen, sind die die sich am weitesten vom „Geist der Vorlage“ lösen. Kings Stil, den ich über alles liebe, ist offenbar sehr schwer intermedial transferierbar. Er macht im Roman am meisten Sinn.

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      • Haha…ich hab vor nicht allzu langer Zeit in einem Chat genau das gleiche gesagt😁! Ich find es auch spannend, dass King selbst ein paar der als gut geltenden Verfilmungen über nicht leiden kann – siehe nur Kubricks The Shining

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  3. Tja, da habe ich zum Start noch gesagt, dass Du viele gute und viele schlechte Filme vor Dir hast und Du beginnst mit dem wohl Mittelmäßigsten. 😉
    Habe den Film irgendwann zu Jugendzeiten gesehen und konnte mich überhaupt nicht dran erinnern, habe ihn dann vor 2 Jahren nochmal gesehen… und kann mich kaum noch dran erinnern. Kein gutes Zeichen. Aber ich fand ihn auch nicht wahnsinnig schlecht während ich ihn gesehen habe. Einfach total vergessbarer Durchschnitt. Das einzige Bild, das mit im Gedächtnis geblieben ist sind die gigantischen Trucks, die unablässig an dem Haus vorbei rasen. Das fand ich ganz schön inszeniert.

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    • 😂 😂 😂…ja, als ich ihn gesehen habe musste ich eh kurz an deine Worte zu meiner Einleitung denken. Aber irgendwie machen wir die Sichtungen trotzdem Spaß eben weil sie auch im Zuge dieses Projektes stattfinden und es sehr spannend für mich ist mal in diese Welt rein zu schnuppern 😉. Also in seinem Genre betrachtet ist er vielleicht tatsächlich eher Durchschnitt aber außerhalb dessen ist er schon ziemlich mies und was noch vieeeel schlimmer ist, einfach langweilig! Weil eine mittelmäßige Inszenierung oder schlechte Schauspieler kann man ja bis zu einem gewissen Grad verzeihen und ignorieren wenn die Geschichte dafür einfach spannend ist und man gebannt wissen will wie es weitergeht…aber wenn die Geschichte dann auch noch so generisch ist dann wird es echt schwer was positives über den Film zu sagen😅

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  4. Waaaa? Ist das schon so lange her, dass ich den Film gesehen habe – Das ist noch eine der guten Verfilmungen – diese gruselige Schwester…Aber ich muss zugeben – ich wollte ihn heute aber auch nicht mehr sehen. Carrie würde ich zum Beispiel nur empfehlen – weil er der bekannteste ist. Hat mir damals nicht gefallen.
    Shining ist natürlich wegen Jack Nicholson Bombe – obwohl das Ende vom Buch abweicht, das hat mich schwer enttäuscht.
    Green Mile – klar – der ist natürlich ganz oben.
    Ich liebe Cujo…Cujo ist so heftig – aber auch hier – er ist sooo alt – und für die damaligen Verhältnisse gut. Aber wie kommt er heute???
    Bin auf Deine nächsten Filme gespannt.
    Ei – das wird wirklich interessant.
    Liebe Grüsse

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    • Ich denke, dass es auch stark damit zusammenhängt wie alt man ist wenn man diese Verfilmungen das erste Mal sieht und gar nicht so sehr aus welchem Jahr sie stammen…denn wenn man mal bedenkt, dass im selben Jahr auch Indiana Jones 3 und Zurück in die Zukunft 2 raus gekommen sind dann liegt es einfach nicht nur an den paar Jahren die er schon am Buckel sondern doch auch daran, dass das Schauspiel teils sehr hölzern wirkt und die gesamte Inszenierung und die Schnitte so abrupt und unrund wirken…und solche Dinge bemerkt man einfach erst wenn man älter ist, als Kind sieht man nur die unheimlich Katze und die verstörende Schwester und den irren Jungen! Von den Filmen her haben wir natürlich geschaut, dass wir das gut aufteilen so dass nicht nur einer die ganzen Rosinen kriegt aber es sollten schon noch ein paar Perlen unter meiner Liste zu finden sein 😉

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