Stephen King Verfilmungen – Der zweite Versuch: Rhea M – Es begann ohne Warnung

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Und wieder war vor allem Amazon Prime daran schuld, dass mein zweiter Ausflug in das kingsche Filmuniversum, im Rahmen des Specials mit meinem werten Kollegen DerStigler, den Titel „Rhea M“ trug. Während „Friedhof der Kuscheltiere“ bereits aufgrund fragwürdiger schauspielerischer Leistungen und fehlender Spannung einen eher fahlen Beigeschmack hatte, versalzt einem dieser Streifen nun aber wirklich gehörig das Filmvergnügen.

Und das obwohl (oder vielleicht gerade weil?!) King hier erstmals selbst Regie führte. Eigentlich sollte man ja meinen, dass eine Adaption gar nicht furchtbar werden kann, wenn der selbe Mann für beide Werke verantwortlich zeichnet – immerhin ist es seine eigene Geschichte, nur in einem anderen Medium präsentiert. Doch King beweist mit „Rhea M“ eindrucksvoll, dass die Kunst des Filmemachens nicht jedem großen Geschichtenerzähler mit in die Wiege gelegt wurde und, dass sich die Bildsprache stark vom geschriebenen Wort unterscheidet. Und wer muss darunter leiden, wenn der König selbst ans Werk schreitet…natürlich die Untertanen (oder in diesem Fall die Zuschauer) – die werden dann mit konfusen Schnitten, eigenwillig unfokussierten Einstellungen und uninspirierten Kamerafahrten konfrontiert und sollen auch noch jubelnd mit Rosen werfen.

Aber jetzt bin ich vielleicht auch etwa zu streng, immerhin ist der Mann ja eigentlich Autor und nicht Regisseur und wie jeder weiß, vermag ein spannendes und gut geschriebenes Drehbuch über viele andere Mankos hinwegzutrösten. Leider bietet allerdings auch das Drehbuch selbst dem geneigten Zuseher keinen Strohhalm, um ihn vor dem Ertrinken in seiner aufkommenden Fadesse zu retten. Logiklöcher wohin das Auge blickt, Schauspieler, die ihr möglichstes dafür tun, um für die unter Kollegen äußerst beliebte „Goldene Himbeere“ nominiert zu werden und Dialoge, bei denen man seinen Ohren nicht traut – wobei, eigentlich waren die Dialoge noch das beste am ganzen Film, sorgten sie doch für einige (wenn auch unbeabsichtigte) Lacher.

Einzig der Soundtrack sticht für Fans des gepflegten Hard-Rocks deutlich hervor, steuerte diesen doch eine kleine unscheinbare Band namens AC/DC bei. Wobei selbst hier der Eindruck entsteht, dass man sich nicht die Rosinen aus dem Kuchen herauspicken konnte.

Alles in allem ist der (in der Rezension zu „Friedhof der Kuscheltiere“) erhoffte Aufwärtstrend also ausgeblieben und die Spitze des Pfeils wies stattdessen sogar nach unten. Trotzdem lasse ich mich bei über 20 Filmen natürlich nicht von gerade mal 2 Nieten entmutigen und zum Glück sehe ich auch schon Licht am Ende des Tunnels, denn am Montag folgt meine Rezension zu „Misery“ und ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich mich schon darauf freue, endlich lobende Worte für einen Film dieses Specials finden zu können.

Ach ja, eine kleine Inhaltsangabe bin ich ja noch schuldig – das wäre mir bei der überschaubaren Handlung jetzt glatt entfallen. Durch Zufall(?) gelangt die Erde für 8 Tage in den Schweif des Asteroiden Rhea M. Bereits nach kurzer Zeit fangen manche elektronischen Geräte an verrückt zu spielen, meist mit unerfreulichen Konsequenzen für die in der Nähe befindlichen Menschen. Auch eine Gruppe von zusammengewürfelten Gestrandeten kämpft, verbarrikadiert in einem Truck-Stop, ums nackte Überleben, umzingelt von mordlustigen LKWs. Ihre einzige Hoffnung ist, den nahegelegenen Hafen zu erreichen, um mit einem Segelboot der bedrohlichen Umgebung zu entkommen.

  • Titel: Rhea M – Es begann ohne Warnung
  • Originaltitel: Maximum Overdrive
  • Erscheinungsjahr: 1986
  • Laufzeit: 94 Minuten
  • Produktionsstudio: De Laurentiis Entertainment Group
  • Regie: Stephen King
  • Darsteller: Emilio Estevez, Pat Hingle, Laura Harrington, John Short, Ellen McElduff
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30 Gedanken zu “Stephen King Verfilmungen – Der zweite Versuch: Rhea M – Es begann ohne Warnung

  1. Okay, an den erinnere ich mich tatsächlich gar nicht mehr. Oder ist das der wo es eine Szene gibt, in der ein Getränkeautomat einem Kunden eine Getränkedose in die öh… Weichteile schießt? Falls ja erinnere ich mich exakt an diese Szene. Und falls die nicht in diesem Film ist wirkt das jetzt sehr merkwürdig. Ich hab mir die aber definitiv nicht ausgedacht! 😉

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  2. Wie immer eine gelungene Rezi. Ich bin gespannt ob sich meine positive Stimmung hält. Bei meinem nächsten Beitrag (kommt leider erst Mitte der Woche weil ich was dazwischen schieben muss) wird selbst mein Stephen King Fandom nicht mehr ausreichen. 😅

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  3. Hahaha. Die 80er und die glorreichen Dialoge. Hahahaha. So genial. Da wurden Übersetzungen eingebaut, obwohl sie gar nicht geredet haben. Ich schmeiss mich gerade weg nur wegen der Erinnerung. Den Film selbst kenne ich gar nicht. Aber da habe ich wohl nichts verpasst. Wundert mich aber auch nicht, denn die 80er waren Kingtechnisch eine absolute Zumutung – gut nicht nur King – aber er sticht da echt hervor. Hahaha…ich muss immer noch über die Dialoge lachen….hihihiihi…

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  4. Danke für die Rezi. Der Film steht auch auf meiner Liste. Dank Amazon Prime hab ich gerade Big Driver geschaut, der war wirklich gut. Daher warte ich jetzt mit Rhea M, sonst bin ich zu sehr enttäuscht.

    Die King-Verfilmungen sind leider von sehr unterschiedlicher Qualität. Aber dein nächster Film, Misery, wird dich hoffentlich nicht enttäuschen.

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    • Gerne doch…freut mich wenn sie dir gefallen hat😊.
      Big Driver hab ich auch noch auf meiner Liste…der wird also auch bald dran kommen vor allem da ich schon von mehreren Seiten gehört hab, dass der ganz gut sein soll😉.
      Misery hab ich sogar schon gestern gesehen und war wirklich schwer begeistert aber nachdem zu dem Special nur 2 Rezensionen pro Woche erscheinen folgt die Rezi eben erst am Montag😉

      Gefällt 1 Person

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