Special: S-E-P-T-E-M-B-E-R #3

© BRONSON ENTERTAINMENT 2009

Nachdem ich ab Sonntag für 2 Wochen auf Urlaub bin, gab es in den letzten Tagen noch so viel zu erledigen, dass ich zwar dazu kam einige Filme zu sehen, aber dann auch noch die Rezensionen dazu verfassen hätte mich leicht überfordert. Wundert euch also nicht, wenn in den nächsten Tagen eine wahre Flut an Beiträgen kommt…denn eines steht fest – ich schaffe diese Challenge ;-)! In diesem Sinne nun also die Rezension zu „P“ wie Paper Man.

Um sich ganz seinem neuen Buch widmen zu können (und vielleicht auch weil seiner Frau eine Trennung auf Probe ganz gelegen kommt), zieht sich der wenig erfolgreiche Schriftsteller Richard Dunn in ein Ferienhaus auf Long Island zurück. Allerdings hat er nicht nur Sachen zum Wechseln sowie seine Schreibmaschine mit im Gepäck, sondern auch Captain Excellent, seinen imaginärer Freund aus Kindertagen, der sich diesen Trip natürlich auch nicht entgehen lassen konnte. Als er allerdings die komplizierte Jugendliche Abby kennenlernt und sich erstmals väterliche Gefühle in ihm regen, muss er sich doch die Frage stellen, ob es nicht Zeit ist erwachsen zu werden.

Zunächst mal eines vorweg, dieser Film ist erneut ein erschreckendes Beispiel für grauenhaftes Marketing. Denn wenn man sich das Cover der DVD mit Reynolds im engen Spandex anschaut und dann auch noch hinten den Klappentext und die Kategorisierung ließt, deutet eigentlich alles darauf hin, dass man eine skurrile Komödie vor sich hat. Was schlicht und ergreifend unzutreffend ist. Viel mehr bietet Paper Man ein feinfühliges Drama, dass sich viel Zeit nimmt seine Figuren zu beleuchten und deren Beziehungen zu ergründen.

Dabei spielen sich Skript und Inszenierung in die Hände, da beide auf die Intelligenz der Zuschauer vertrauen – so entstehen viele Momente voller Subtilität und Stille, die einem Zeit geben, die Situation auf sich wirken zu lassen. Kostüme, Kulisse und Licht verschmelzen zu einer melancholischen Symphonie, die den Zuschauer umhüllt.

Damit so ein Film allerdings funktionieren kann bedarf es Schauspieler, die das ruhige Spiel beherrschen und eine Szene allein durch ihren Blick tragen können. Dass Emma Stone diese Fähigkeit besitzt hat sie bereits mehrfach bewiesen, daher verwundert es auch nicht, dass sie auch hier eine einwandfreie Performance abliefert. Wer mich allerdings wirklich schwer beeindruckt hat war Jeff Daniels (wahrscheinlich deswegen weil ich ihn bisher nur aus Komödien kannte). Daniels liefert genau die richtige Mischung aus Melancholie, Verzweiflung und Hoffnung, um seiner Figur trotz weniger Dialoge Tiefe zu verleihen. Auch Reynolds trifft den Ton seiner Rolle sehr gut, ist aber trotz anders wirkendem Cover eine bloße Nebenfigur.

Alles in allem enttäuschte mich auch der dritte Film dieser Challenge nicht und wer mit der richtigen Einstellung an den Film heran geht, wird eine berührende Geschichte über Verlust, Scheitern und Hoffnung finden, die einen sehr schönen Nachklang hat.

  • Titel: Paper Man – Zeit erwachsen zu werden
  • Originaltitel: Paper Man
  • Erscheinungsjahr: 2009
  • Laufzeit: 106 Minuten
  • Produktionsstudio: MPI Media Group
  • Regie: Kieran & Michele Mulroney
  • Darsteller: Jeff Daniels, Emma Stone, Ryan Reynolds, Lisa Kudrow

 

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15 Gedanken zu “Special: S-E-P-T-E-M-B-E-R #3

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