Kinofilme im Oktober 2017 – Mein persönliches Ranking

Es ist mal wieder so weit, vor ein paar Tagen hat sich der Kinomonat Oktober von seinen Fans verabschiedet und musste dem Jungspund November weichen. Was uns dieser so an Hits verspricht habe ich euch ja bereits ein wenig zusammengefasst (diesen Beitrag findet ihr hier). Aber heute geht es nicht um die Zukunft, heute ist ein Blick in die jüngere Vergangenheit mein Begehr (naja, eigentlich auch in die Gegenwart, denn einige der Filme sind durchaus noch im Programm der Lichtspielhäuser zu finden). Nach einem für meine Verhältnisse sehr schwachen September fand ich im Oktober trotz mehrwöchigem Urlaub ein wenig zu meiner Form zurück und habe es immerhin auf 6 Kinobesuche gebracht. Ausführliche Rezensionen zu den Filmen stehen leider noch aus (ein Versäumnis, welches ich schnellstmöglich ändern werde), weshalb ich hier ein wenig genauer auf die einzelnen Filme eingehen werde. Fangen wir also an….

 

Platz 6 – Borg/McEnroe: 5 von 10 Punkten

Was habe ich mich im Vorfeld auf diesen Film gefreut, als ehemalige Tennisspielerin, Biopic-Fan und Kinojunkie, schien der Film wie gemacht für mich. Auch der Trailer versprach ein knisterndes Duell auf dem Centre Court, zwischen zwei Schauspielern, die ihr bestes geben. Doch im Kino konnte ich dann nicht umhin einige Schwächen zu bemerken. Erst einmal ist der Titel eine Mogelpackung, denn es geht in diesem Film eindeutig um Borgs Geschichte. McEnroes Aufstieg zur Nummer 1 bekommt alibimäßig zwar auch etwas Screentime eingeräumt, allerdings erfährt der Charakter nie jene Ausgestaltung, die er verdient hätte. Borg bekommt diese meiner Meinung nach allerdings auch nicht und das, obwohl er die wahre Hauptfigur ist. Zwar gibt es anhand von Rückblenden viele Eindrücke aus seinem Leben, die dem Zuschauer den „Eisberg“ näher bringen sollen, allerdings hat man das Gefühl, dass alle Szenen einem exakt die gleiche Charakterzeichnung bieten, fast so als hätte der Mensch nur zwei Emotionen gehabt. Aber der Punkt, den ich als größte Schwäche sehen würde, ist das Aufeinandertreffen der Figuren selbst – das Match. Dieses wird zusammengeschnitten in die letzten 10 Minuten hinein gequetscht und unterscheidet sich von Spannungsaufbau und Inszenierung kaum von den zuvor gezeigten restlichen Rundenspielen. Alles in allem somit ein Biopic im sportlichen Bereich, das sich bei weitem nicht mit anderen Vertretern der letzten Jahre messen kann.

Platz 5 – Schneemann: 5 von 10 Punkten

Manche werden sich fragen, weshalb bei gleicher Punktzahl Schneemann trotzdem vor Borg/McEnroe landet und die simple Antwort lautet: Schneemann schafft es eine spannungsgeladene Atmosphäre zu vermitteln, was in seinem Genre betrachtet schon einmal ein sehr positiver Aspekt ist. Damit ist die Liste der positiven Dinge, die über diesen Film gesagt werden können, aber auch schon ziemlich zusammengeschrumpft. Natürlich zählt zu dieser Liste auch noch der Cast, was bei Namen wie Fassbender, Ferguson, Simmons, Jones und Gainsbourg nicht verwunderlich ist. Doch leider wird dieses überaus talentierte Ensemble an vielen Stellen einfach von der zerstückelten und löchrigen Handlung und Inszenierung vollkommen vergeudet. Über den gesamten Film hinweg spürt der Zuschauer in beinahe jeder Szene die Schwierigkeiten, welcher sich das Team hinter den Kulissen gegenüber sah. Alleine wenn ein Regisseur in einem Interview zugibt, dass er 10-15 Prozent des Scripts gar nicht erst drehen konnte spricht das Bände. So entstand alles in allem ein Film, dem man sein immenses Potenzial deutlich anmerkt, dem man allerdings ebenso deutlich anmerkt, dass er dieses Potenzial nicht auf die Leinwand bringen konnte.

Platz 4 – Liebe zu Besuch: 6 von 10 Punkten

Eine Sneak Preview ist dafür verantwortlich, dass sich dieser Film überhaupt auf meiner Liste befindet, denn an und für sich schaue ich solche Film, wenn überhaupt, mit meinen Freundinnen zu Hause auf meiner Couch. Aber eine Überraschungs-Preview ist nun mal wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie was man kriegt. Zum Glück stellt Liebe zu Besuch einen ganz ordentlichen Vertreter seines Genres dar, der zwar an einer ziemlich unrealistischen Ausgangssituation krankt, aber wenn man sich auf diese einlässt  einige nette Lacher und ein angenehm aus der Norm fallendes Ende zu bieten hat. Insofern bietet der Film alles in allem auf jeden Fall kurzweilige Unterhaltung für den nächsten Mädlsabend.

Platz 3 – Geostorm: 6 von 10 Punkten

Wie durchschnittlich mein Kinomonat war merkt man daran, dass ein Film mit gerade einmal 6 Punkten auf dem Siegertreppchen Platz findet…und dann auch noch so einer. Aber um ganz ehrlich zu sein, ich kann die Kritik in der Presse nicht ganz nachvollziehen. Denn der Film wird eigentlich dafür verurteilt, dass er genau so ist, wie man es erwartet und wie es die Macher beabsichtigt hatten. Jeder der sich den Trailer auch nur für eine Sekunde anschaut weiß, was er bekommt – eine Katastrophenfilm im Stile der Blütezeit dieses Genres (späte 90er bis frühe 2000er), nicht mehr und nicht weniger. Und mit diesem Blick auf den Film weiß er durchaus zu unterhalten, die Story ist dabei um einiges plausibler und realistischer als bei vielen seiner Vorbilder, die Effekte bewegen sich zwischen großartig und trashig, genauso wie die Schauspieler. Klar erfindet der Film dabei das Rad nicht neu, also nicht mal ein winziges Zahnrädchen, aber alle, die sich voll Nostalgie noch einmal in jene Zeit zurück wünschen, als Emmerich noch einen Blockbuster nach dem anderen produzierte, sind hier sicherlich gut aufgehoben.

Platz 2 – Blade Runner 2049: 8,5 von 10 Punkten

Nun kommen wir aber endlich zu den richtig guten Filmen im Oktober und starten gleich mal mit einer Fortsetzung, die meiner Meinung nach einfach alles richtig macht (eine wahre Seltenheit) und nur deswegen nicht auf Platz 1 gelandet ist weil es vergangenen Monat einen Film gab, der meinen persönlichen Geschmack noch ein bisschen besser getroffen hat. Doch bleiben wir zunächst bei Blade Runner 2049, der die schwierige Aufgabe gemeistert hat einen gelungenen Spagat zwischen Alt und Neu zu vollziehen. Atmosphärisch dicht und düster wie der erste, bietet die Fortsetzung eine eingängigere Handlung mit komplexerem Hauptcharakter. Die Inszenierung steht dem Vorgänger an Kraft und Wirkung, dank des gerade aufsteigenden Sterns Villeneuve, um nichts nach. Auch die von vielen bemängelte Überlänge empfand ich zu keiner Zeit als Manko, da dem Zuschauer so die Gelegenheit gegeben wird Bilder und Eindrücke auf sich wirken zu lassen, eine angenehme Abwechslung im sonst eher rasanten Genre des Science Fiction Actionfilms. Einzig kleiner Kritikpunkt sind meiner Meinung nach die zu wenig ausgearbeitet Nebenfiguren, denn außer Ryan Gosling bekommt kaum einer der anderen großen Namen etwas Gehaltvolles in die Hand mit dem er arbeiten könnte. Alles in allem verbirgt sich hinter der Fortsetzung des Kultfilms allerdings genau das, was ich mir gewünscht hatte, ein atmosphärisch herausragender Science Fiction Film, der seinen Wurzeln treu bleibt ohne dabei einfallslos zu wirken. Ach ja, kleiner Tipp von meiner Seite: die vorherige Sichtung von Blade Runner (egal in welcher Schnittfassung) ist dringend zu empfehlen, da einem sonst sehr viele Anspielungen und „Easter Eggs“ verloren gehen.

Platz 1 – Thor: Tag der Entscheidung (Ragnarok): 9 von 10 Punkten

Und da wären wir auch schon ganz oben am Treppchen angekommen und, Überraschung, Überraschung, das neueste Marvel-Abenteuer konnte sich tatsächlich Gold im Oktober holen. Zwar ist das neueste Soloabenteuer unseres liebsten Donnergottes für mich nicht der beste Film des bisherigen MCU, aber er reiht sich doch sehr weit oben ein. Das liegt vor allem an der gekonnten Mischung aus Bekanntem und Neuem. Denn neben den bereits etablierten Gesichtern in den Solofilmen rund um Thor, wie unserem Lieblingsschurken Loki und dem zum Glück erneut von Idris Elba verkörperten Heimdall, ist es vor allem das Zusammenspiel von Mark Ruffalo und Chris Hemsworth, das dem Film die richtige Würze verleiht. Auch die farbenfrohe Inszenierung, welche sich auch musikalisch stark an den 70ern und 80ern orientiert, für die der Neuseeländer Taika Waititi verantwortlich zeichnet, der hier sein Gespür und Talent für große Blockbuster wahrlich unter Beweis stellen konnte, bietet einen frischen Blick auf die in den Vorgängern doch recht ernst wirkende Welt von Thor. Einzig die emotionalen Szenen des Films konnten mich nicht immer so erreichen, da stellenweise zu abrupt über sie hinweg gegangen wurde. Alles in allem ist Thor: Ragnarok (Verzeihung, aber öfter als einmal in einem Beitrag kann ich den stupiden deutschen Zusatztitel einfach nicht niederschreiben) ein äußerst unterhaltsames Spektakel geworden, welches sich homogen in das bereits bestehende Universum einfügt und bereits die Weichen für den monumentalen Showdown namens Infinity War stellt.

 

So, das war es auch schon wieder von meiner Seite. Wie bereits angemerkt sind die Beschreibungen der einzelnen Filme diesmal etwas ausführlicher ausgefallen, da die Einzelrezensionen noch in Arbeit sind. Allgemein empfand ich den Oktober, abgesehen von den zwei Ausreißern nach oben, als äußerst durchwachsen und hoffe mal, dass der November mit seinen vielen kleineren und größeren Produktionen ein paar mehr Highlights für mich zu bieten hat.

Wie erging es euch denn so mit dem Kinomonat Oktober? Was habt ihr euch so angeschaut? Was konnte euch begeistern oder hat euch enttäuscht im Sessel zurück gelassen?

21 Kommentare zu „Kinofilme im Oktober 2017 – Mein persönliches Ranking

Gib deinen ab

    1. Naja, man muss bei meiner Punktevergabe immer bedenken, dass 10 Punkte eigentlich nicht erreicht werden können…das ist so ähnlich wie beim Taekwondo oder Karate wo der höchste Dan auch nicht erreicht werden kann da er für die absolute Perfektion steht welche in der Realität nicht erreicht werden kann😉.
      Soso…na da bin ich aber schon gespannt was du zu Thor sagen wirst☺️! Bei mir steht heute eine Sneak Preview an😉

      Gefällt 1 Person

      1. Heißt das, du kennst keinen Film, dem du die volle Punktzahl geben würdest? Ich bin da auch sehr vorsichtig und gebe eine volle Punktzahl nur in ganz ganz seltenen Ausnahmefällen raus, um diese Filme wirklich herauszuheben. Aber 3 oder 4 Mal hab ich das tatsächlich schon getan 😉

        Gefällt 1 Person

      2. Also ich kenne durchaus Filme die ich über alles liebe und immer wieder und wieder sehen kann aber vollkommene Perfektion ist einfach etwas unerreichbares nach meiner Verständnis…ist irgendwie so eine Macke von mir 😜! Insofern ist die höchste Punktzahl die ein Film von mir bekommen kann 9,5

        Gefällt 2 Personen

    1. Blade Runner ist das Ticket meiner Meinung nach echt wert. Geostorm ist halt echt ein Katastrophen-Spektakel der alten Schule aber wenn man sowas sehen will dann bietet er einem eine unterhaltsame Zeit😉

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