„Legion“ Staffel 1 – Review

Eine Achterbahnfahrt zwischen Genie und Wahnsinn!

Nur wenig wusste ich im Vorfeld über die neue Serie mit dem klingenden Namen „Legion“. Eine kurze Zusammenfassung enthüllte mir, dass der Name keine Zufall war und es sich tatsächlich um eine dem X-Men-Franchise zugehörige Serie handelt, womit für mich eigentlich alles gesagt war, was ich wissen musste. Wer nun nicht mit mir auf einer Wellenlänge ist und bei dem Wort Mutanten bereits die Augen überdreht, der sollte seine Vorurteile zügeln, denn was dem Zuschauer hier präsentiert wird, ist alles andere als eine null-acht-fünfzehn Superheldengeschichte.

Das stellen die Macher bereits in der aller ersten Folge klar, indem sie einen äußerste realistischen Zugang wählen und unseren Protagonisten zunächst einmal gleich in die Nervenheilanstalt verfrachten. Er hört Stimmen, sieht Dinge, die gar nicht da sind und behauptet Gegenstände mit der Kraft seiner Gedanken bewegen zu können, wo sonst würde man solch einen Menschen auf dieser Welt antreffen als in einem Sanatorium. Als jedoch eine neue Patientin eingeliefert wird, scheint sich das Blatt für den Unglückseligen endlich zu wenden, bis zu jenem Tag, als er die vermeintliche Soziophobikerin berührt und damit eine Kette von Ereignissen auslöst, mit denen er selbst in seinen kühnsten Träumen nicht gerechnet hätte.

So zusammengefasst und auf das Wesentliche reduziert mag sich die Geschichte nun vielleicht doch eher simpel anhören, doch das ist sie keineswegs. Der Zuschauer wird ständig konfrontiert mit einem Mix aus Gegenwart und Vergangenheit, aus Realität und Traum mit einem gehörigen Schuss Astralebene, aus hier und dort – sich in diesem Strudel nicht zu verlieren, die Hinweise zu entschlüsseln, um die Wahrheit hinter all den Trugbildern zu entwirren, dies ist nicht nur Aufgabe der Figuren, sondern auch des Zusehers. Was zunächst als befremdlich und irritierend wirken mag, kann zu einem Erlebnis mutieren, welches man nicht so schnell vergisst, ist man nur dazu bereit sich auf die wilde Fahrt einzulassen.

Zum Glück wird einem diese Aufgabe durch die unglaublich guten Schauspieler ein wenig erleichtert. Speziell Dan Stevens als Hauptfigur David Haller macht einen phänomenalen Job. Seine Darstellung eines vermeintlich Geisteskranken, der nach und nach zu realisieren beginnt, dass vielleicht gar nicht sein Verstand das Problem ist, ist sowohl packend als auch glaubhaft.

Einen kleinen Wermutstropfen könnte es allerdings für wirkliche Kenner der X-Men Comics geben, da ich mir sehr gut vorstellen könnte, dass diese den schockierende Twist am Ende bereits relativ früh durchschauen könnten. Dies ist allerdings wirklich nur ein kleines Detail, welches die Intensität und Zugkraft der Serie auch nur minimal beeinflussen würde.

Denn alles in allem ist „Legion“ eine Serie, die dank ihrer Einzigartigkeit und Unverwechselbarkeit aus dem Dschungel, nicht nur der Superheldenserien, sondern der Serien ganz allgemein hervorsticht. Diese Einzigartigkeit ist auch der Grund dafür, weshalb ich die Serie nur all jenen Wagemutigen weiterempfehlen würde, die gewillt sind einzutreten. Was mich angeht, so bin ich schon sehr gespannt, welche Irrfahrt einen in der zweiten Staffel erwartet – in diesem Sinne: „Alles einsteigen bitte!“

An dieser Stelle möchte ich mich beim Verleih für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars bedanken.

  • Titel: Legion
  • Originaltitel: Legion
  • Erscheinungsjahr: 2017
  • Anzahl der Staffeln: 1
  • Anzahl der Episoden: 8 (44-68 Minuten)
  • Network: FX Productions ua
  • Idee und Konzept: Noah Hawley
  • Darsteller: Dan Stevens, Rachel Keller, Aubrey Plaza, Bill Irwin, Jean Smart

8 Kommentare zu „„Legion“ Staffel 1 – Review

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