Kingsman: The Golden Circle

© 2017 Twentieth Century Fox

Ich muss hier jetzt mal etwas gestehen, ich war in den letzten Monaten extrem nachlässig was meinen Blog angeht. Zwar habe ich euch mit Specials, Vorschauen und Rankings (hoffentlich) die Zeit versüßt, aber was meine Rezensionen zu aktuellen Kinofilme betrifft hinke ich ziemlich hinterher. Da sich nun aber das Jahr bereits seinem Ende entgegen neigt und ich Unaufgearbeitetes eigentlich gar nicht leiden kann, werde ich diese Versäumnisse jetzt schleunigst nachholen. Als Empfehlungen für einen Kinobesuch werden die meisten dieser „nachgereichten“ Rezensionen zwar nicht mehr dienen können, aber man muss es auch mal so betrachten – nach dem Kinostart ist vor dem Heimkino-Release 😉 . 

Der erste Film, den ich in diesem Zuge rezensieren möchte, lief bereist im September und bildete die Fortsetzung zu einem Überraschungshit aus dem Jahre 2014. Da ich mir den Nachfolger sogar im Zuge eines Double-Feature angeschaut habe, werde ich euch hier zunächst meine Gedanken zum ersten Teil etwas näher darlegen.


„Kingsman: The Secret Service“ ist und bleibt für mich überdrehte Agentenaction vom feinsten. Obwohl ich den Film damals im Kino verpasst hatte (ein Versäumnis, das zum Glück im September nachgeholt werden konnte) eroberte er sich bereits mit der ersten Sichtung auf dem heimischen Sofa einen Platz in meinem Herzen.

Das liegt einerseits ganz eindeutig an der schonungslosen Inszenierung. Hier greifen die knallige Farbpalette, die stylische Garderobe und die unverblümte Action besonders gekonnt ineinander. Diese Mischung, gepaart mit vielen flotten Sprüchen und zündenden Gags, ist dafür verantwortlich, dass man als Zuschauer mit einem Lächeln auf den Lippen gebannt dem Treiben in der Flimmerkiste folgt. Und auch die Schauspieler tragen das ihre dazu bei, dass ich den Film wieder und wieder schauen kann, ohne mich auch nur eine Sekunde zu langweilen.


Doch wie schaut es nun mit der Fortsetzung aus? Ist es dem kreativen Team hinter Teil 1 gelungen das hohe Niveau zu halten? Also wenn man mich fragt auf jeden Fall – und trotzdem finde ich ihn dann doch nicht ganz so gut wie seinen Vorgänger.

Das liegt aber per se nicht an der Qualität von „Kingsman: The Golden Circle“, denn die Action ist erneut herrlich übertrieben, die Sprüche fliegen schneller als die Kugeln und die Bedrohung ist größer denn je. Das Problem liegt eher darin, dass der Film nicht mehr von dem Überraschungseffekt zehren kann. Während „Kingsman: The Secret Service“ sich noch aus dem Nichts von hinten an uns heranschleichen konnte nur um dann mit voller Wucht zuzuschlagen, kann sich The Golden Circle nur mehr das Werkzeug für den Angriff ausleihen – so wirkt der Streifen in seiner Gesamtheit, trotz all dem Witz und all der Action, bei weitem nicht mehr so spritzig und frisch wie sein Vorgänger. In Wirklichkeit ist das aber Nörgeln auf hohem Niveau, denn trotz vertrauter Inszenierung bietet der Film storytechnisch so viele Überraschungen und Neuerungen, dass auch hier an Langeweile auf gar keinen Fall zu denken ist.

Alles in allem bietet einem „Kingsman: The Golden Circle“ somit alles, was man sich von dieser Fortsetzung wünschen konnte und zeigt damit einmal mehr, was der Agentenfilm abseits von James Bond zu bieten hat.


Die harten Fakten

  • Titel: Kingsman: The Golden Circle
  • Originaltitel: Kingsman: The Golden Circle
  • Erscheinungsjahr: 2017
  • Laufzeit: 142 Minuten
  • Produktionsstudio: 20th Century Fox
  • Regie: Matthew Vaughn
  • Darsteller: Taron Egerton, Colin Firth, Mark Strong, Halle Berry, Pedro Pascal, Julianne Moore, Jeff Bridges

18 Kommentare zu „Kingsman: The Golden Circle

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    1. Hab beide sowohl auf deutsch als auch auf englisch geschaut…mach ich meistens bei Komödien, das erste mal auf deutsch weil ich ja mal wirklich alles verstehen will und das zweite mal auf englisch damit ich einen Vergleich hab😉

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      1. Ja, das ist leider öfter der Fall…gerade Wortwitze lassen sich halt echt schwer in anderen Sprachen übersetzen. Wobei ich ja prinzipiell eigentlich der Meinung bin, dass wir ausgesprochenes Glück im deutschsprachigen Raum haben, da wir wirklich in den meisten Fällen eine äußerst hohe Synchronisationsqualität haben. Wenn du dazu mal andere Länder vergleichst (Polen zB) wo einfach über die etwas leiser gedrehte Originaltonspur ein Voiceover gelegt wurde welches simultan den Text übersetzt und somit alle Charaktere von ein und der selben Stimme gesprochen werden kann ich nur ein großes „DANKESCHÖN“ an alle deutschen Synchronstudios und Verleiher schicken, die sich die Mühe antun und die Filme synchronisieren (und das meist auch noch in sehr annehmbarer Qualität)

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    1. Ja, das stimmt…irgendwie hatte ich das Gefühl das Geschichte durch die Verlagerung des Hauptschauplatzes von England nach Amerika sich auch irgendwie der Erzählstil vom einem englischen zu einem amerikanischen entwickelt hat🤔

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  1. Auch ich fand den zweiten Teil nicht so gut wie den ersten. Be einer Sache muss ich wiedersprechen und gleichzeitig zustimmen. Du schreibst: „Während „Kingsman: The Secret Service“ sich noch aus dem Nichts von hinten an uns heranschleichen konnte nur um dann mit voller Wucht zuzuschlagen, kann sich The Golden Circle nur mehr das Werkzeug für den Angriff ausleihen. […]“
    Zum Teil stimmt das. Ich fand es vergeudetes Potenzial, dass man die Rückkehr von Galahad bereits im Vorfeld angekündigt hatte. Es wäre viel krasser gewesen, wenn man nicht schon vorgewarnt gewesen wäre. Auf der anderen Seite war ich total überrascht, dass eine andere Figur sterben musste. Ich mochte den und verfluche seitdem Matthew Vaughn, weil der immer „den Falschen“ sterben lässt.

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    1. Da hast du recht, die Enthüllung im Trailer damals war meiner Meinung nach wirklich eine schlechte Idee (fast so wie damals bei Batman v Superman als man im Trailer den grandiosen ersten Auftritt von Wonder Woman gezeigt hat – wie genial wäre diese Szene erst im Film gewesen wenn man sie nicht gekannt hätte😅). Aber ich meinte meine Aussage weniger auf die einzelnen Überraschungsmomente im Film bezogen als viel mehr ganz allgemein gesprochen…denn der erste Teil war noch neu, anders und einzigartig und der zweite Teil konnte diese Magie natürlich nicht nochmal erzeugen weil er bereits einen Vorgänger hatte an dem es sich zu orientieren galt. Trotzdem hatte ich meinen Spaß im Kino😉

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    1. Oho…vielen Dank für die Blumen! Freu mich auch sehr, dass ich endlich mal wieder Zeit zum Bloggen hatte…will mein winterliches Tief endlich wieder hinter mir lassen😉.

      Der lohnt sich auf jeden Fall und ich bin mir fast sicher, dass dir der gefallen wird, bin aber trotzdem sehr gespannt was du sagst 😉

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  2. Das ging mir auch so: Toller Film, zweifelsohne, aber man wird nicht mehr so geflasht, weil man das Konzept schon kennt. (Ähnlich wie bei Guardians of the Galaxy). Mir persönlich hat auch das Setting in Amerika nicht so gut gefallen, aber das ist Geschmackssache.

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    1. Ist an und für sich kein schlechter Vergleich wobei ich sagen muss, dass ich es beim zweiten Guardians nicht so krass empfunden hab weil der emotionstechnisch so arg an der Schraube gedreht hat, dass er sich doch deutlich vom ersten für mich abhebt.
      Da bin ich voll bei dir…ich wär auch lieber in Englamd geblieben 😉.

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