„Greatest Showman“: Aufgabe #44 (Schaue zwei Musikverfilmungen (1))

© 2018 Twentieth Century Fox

Nachdem ihr die letzten zwei Tage auf einen Reisebericht verzichten musstet (manche Länder stellen sich aber auch an was Visa und Ausreisebestimmungen betrifft 😉 ) geht meine muntere Tour für die Filmreise-Challenge (Interessierte klicken bitte HIER) heute schon wieder weiter. Diesmal mit dem neuesten Musicalhit (?) aus der Traumfabrik Hollywood. Und jeder der sich vom Trailer in die Irre führen lies (so wie ich), dem sei hier eines ganz klar gesagt…es ist eindeutig ein Musical.

 

 

 


Handlung:

Nachdem der aus ärmlichen Verhältnissen stammende P.T. Barnum wieder einmal aus seinem Job entlassen wurde, schmiedet der Strahlemann mit dem flinken Mundwerk einen Plan. Mit Hilfe eines von der Bank erschlichenen Darlehens möchte er die beste Show der Welt auf die Beine zu stellen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten sind es dann ausgerechnet die von der Gesellschaft Ausgestoßenen, welche die Zuschauer in Strömen in sein Kuriositätenkabinett locken. Doch dem Ehrgeizling reichen die Schaulustigen Bürger nicht, er will höher hinaus, will sich in der hohen Gesellschaft wiederfinden, die ihn doch so lange nur von oben herab verschmäht hat. Doch welchen Preis muss man dafür bezahlen, wenn Ambitionen über Menschlichkeit und Geltungssucht über die eigenen Werte triumphieren?


Ob man den Film nun als Hit betrachten möchte, hängt hier ganz stark von dem Blickwinkel ab, welchen man wählt.

Da wäre auf der einen Seite die Möglichkeit den Film als das zu betrachten was er sein will, ein Feelgood-Movie, der einen an die klassischen Musicalfilme erinnert und sich am altbewährten Konzept orientiert. Sieht man den Film mit solchen Augen wird man begeistert sein, denn die Schauspieler sind hervorragend gewählt (Jackman kann mal wieder eindrucksvoll demonstrieren, dass seine Wurzeln am Broadway zu finden sind), die Lieder haben Ohrwurm-Charakter und die Geschichte erzählt das klassische Märchen des Tellerwäschers der zum Millionär wurde. Wie nun mal bei einer guten Geschichte so üblich strauchelt der strahlende Held im zweiten Akt etwas, nur um sich im dritten geläutert wie der Phönix aus der Asche zu erheben. Ein wenig hebt sich der Film dann doch im positiven Sinne von der Masse ab, indem er sehr wichtig Themen wie Rassismus und Fremdenfeindlichkeit aufgreift und an den Pranger stellt.

Allerdings ist dies nur die eine Seite und es gibt noch eine andere Sichtweise, eine weitaus düsterere. Man könnte den Film nämlich auch als Biopic sehen, welches sich als Musical tarnt. Betrachtet man den Film aus dieser Perspektive so wird man entsetzt bis verärgert aus dem Kino stürmen, hat doch der liebenswürdige und offenherzige Barnum des Films nur wenig mit der realen Person zu tun. Dieser war weniger ein liebenswerter Tunichtgut als viel mehr ein ausgebuffter Halunke, der sich auf dem Rücken anderer ein Leben in Saus und Braus finanzierte. Zwar mag er auch im echten Leben der größte Showman aller Zeiten gewesen sein, allerdings scheint er doch eher zur Kategorie der Blender gezählt zu haben. Der Film spielt zwar in manchen wenigen Szenen auf diese Charakterzüge an, streift damit aber gerade mal die Spitze des Eisbergs und stellt Barnums Gaunereien eher als Kavaliersdelikte dar, als notwendiges Übel aufgrund der vorherrschenden Klassenstrukturen, die einem armen Mann keine andere Wahl lassen.

Es bleibt somit jedem selbst überlassen, mit welchen Erwartungen man sich den Film anschauen will. Ich persönlich wusste zunächst nicht einmal, dass es den titelgebenden Greatest Showman überhaupt gab und bin somit mit der Erwartung ins Kino gegangen ein nettes Musical mit tollen Liedern und einer guten Message zu sehen – und ich wurde nicht enttäuscht.


Die harten Fakten:

  • Titel: Greatest Showman
  • Originaltitel: The Greatest Showman
  • Erscheinungsjahr: 2017
  • Laufzeit: 105 Minuten
  • Produktionsstudio: 20th Century Fox
  • Produktionsland: USA
  • Regie: Michael Gracey
  • Darsteller: Hugh Jackman, Michelle Williams, Rebecca Ferguson, Zac Efron, Zendaya, Keala Settle

Und wieder ein Bericht mehr in meinem Reisejournal und die Begeisterung für die Challenge steigt tatsächlich mit jedem weiteren gesehenen Film. Die härteren Brocken liegen zwar noch vor mir (speziell die Sichtung der Verfilmung eines postmodernen Dramas wird eine knifflige Angelegenheit, habe ich hier doch schon ziemlich viele der infrage kommenden Filme gesehen – für Vorschläge bin ich übrigens immer offen und sehr dankbar 😉 ) aber auch hier freue ich mich schon sehr auf die Erkundung unbekannter und fremder Ufer.

Danke für’s Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…

10 Kommentare zu „„Greatest Showman“: Aufgabe #44 (Schaue zwei Musikverfilmungen (1))

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  1. Du hast das in deiner Kritik schön zusammengefasst. Es gibt diese zwei Blickwinkel und ich gehöre zu denen, denen der Film gut gefallen hat. Natürlich war mir klar, dass die Geschichte nicht historisch korrekt war, das war auch nicht mein Anspruch. Allerdings war das für mich der Anstoß mal über Barnum zu recherchieren (im Rahmen meiner Möglichkeiten; namentlich Wikipedia). Ich finde die Verschmelzung aus Biopic und Musical in diesem Fall nicht wirklich gelungen, dennoch hatte ich meinen Spaß.

    Hier meine Kritik: https://adoringaudience.de/the-greatest-showman-2017/

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    1. Danke für den Link (und natürlich für deinen Kommentar 😉 )…dein Blog gefällt mit wirklich gut, gibt es eine Möglichkeit dir zu folgen?
      Auch deine Kritik find ich sehr gut und du sprichst genau das an, was ich mir auch denke – Dachten die Leute wirklich sie sehen hier jetzt ein dramatisches Biopic wenn sie in ein Musical gehen?!

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      1. Freut mich, dass dir mein Blog gefällt. Seit meinem Umzug von wordpress.com auf meine eigene Domain gibt es leider den Folgen-Button nicht mehr und ich bin jetzt auch nicht so ein Technik-Experte, dass ich weiß, wie man das einbaut. Ich nehme es aber auf die To-do-Liste. Ich versuche meine Seite immer zu verbessern. Sowohl inhaltlich wie optisch.

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      1. Eine halbe Stunde lang war ich angetan von Musik und Tanz (ich mag keine Musicals!), aber dann war ich zunehmend genervt, weil sich alles wiederholt hat.
        Nach dem Film habe ich das Zirkus-Buch von Taschen aus meinem Regal geholt: der Film war sehr beschönigend, was die Hauptfigur betrifft…

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      2. Naja, wenn man Musicals nicht mag ist der Film natürlich nicht die beste Wahl😅😉. Ja, hab ich auch mitbekommen, deswegen meinte ich ja auch, dass der Film zwei Seiten hat und je nachdem wie man auf ihn schaut ist er entweder ein süßes und harmloses Musical oder ein misslungenes Biopic

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