(#2) 100 Bullets 1: Der erste Schuss

Die harten Fakten:

  • Titel: 100 Bullets 1: Der erste Schuss
  • Autor: Brian Azzarello
  • Zeichner: Eduardo Risso
  • Übersetzung: Claudia Fliege
  • Verlag: US: Vertigo Comics; D: Panini Comics
  • Erscheinungsjahr: US: 1999; D: 2007
  • ISBN: D: 978-3866073586

© PANINI Verlags-GmbH

Gerade ist Dizzy aus dem Gefängnis entlassen worden aber so richtig freut sie sich nicht auf zu Hause, hat sie doch eigentlich kaum noch so etwas, was man zu Hause nennen könnte. Nachdem ihr Mann und ihr Kind ums Leben gekommen sind, weiß Dizzy eigentlich gar nicht so genau, was sie nun mit ihrem Leben anstellen soll, zu schwer lastet die Schuld auf ihren Schultern. Doch auf dem Weg in ihr altes Viertel setzt sich plötzlich ein Mann in der Straßenbahn neben sie, der sich als Graves vorstellt. Graves scheint alles über Dizzys bisheriges Leben zu wissen und macht ihr ein Angebot, welches zunächst vollkommen verrückt klingt: Er gibt ihr die Namen der Leute, die ihre Familie umgebracht haben, ebenso wie eine Waffe und das Versprechen, dass sie nicht belangt wird, sollte sie sich rächen. Zunächst tut Dizzy dieses Angebot noch als Spinnerei ab, doch nach ein paar beunruhigenden Ereignissen fängt sie an sich zu fragen, ob Rache nicht der einzige Ausweg ist.


Für meinen zweiten Beitrag zum Comic-Special habe ich mir eine Veröffentlichung des in Fankreisen sehr beliebten Vertigo Verlags ausgesucht. Vertigo ist eine Marke von DC Comics und während sich der Big Brother vor allem um die Steckenpferde kümmert, finden bei Vertigo die „schrägeren“ Handlungen ihr zu Hause.

Dies beweist die Geschichte des ersten Bandes von „100 Bullets“ sehr eindrucksvoll. Der Leser steht am Anfang genau so ratlos da, wie die Protagonistin und fragt sich unablässig, was es mit dem mysteriösen Fremden und seinem haarsträubenden Angebot auf sich hat. Doch während diese Fragen zunächst noch vordergründig scheinen, verlieren sie schnell an Bedeutung, denn die eigentliche Geschichte rund um Dizzy nimmt bald schon Fahrt auf, hält ein paar echte Schockmomente bereit und fesselt die Aufmerksamkeit des Lesers so nachhaltig, dass der ominöse Anzugträger vom Anfang schon beinahe in Vergessenheit gerät. Erst auf den letzten Panels der Geschichte wird einem schlagartig wieder von Augen geführt, dass hier im Hintergrund etwas lauert, etwas oder jemand, der die Fäden zieht.

Da ich mich vorher nicht so recht über den ersten Band informiert hatte, war ich etwas erstaunt, dass sich nach „Der erste Schuss“ auch noch die Geschichte „Pur, ohne Eis“ in dem Heft befindet. Diese nimmt zwar um einiges weniger Raum ein was die Seitenanzahl betrifft, kann aber dank einer hohen Spannungskurve ebenso überzeugen. Vor allem bekommt der Leser durch diese zweite Geschichte noch mehr Einblicke in das große Geheimnis rund um die Strippenzieher, wobei diese Einblicke mehr Fragen aufwerfen als beantworten. Ein Kniff, der so gekonnt umgesetzt wird, dass er anstatt der Frustration einzig und allein die Neugierde zu wecken versteht.

Vom Zeichenstil, der sehr großzügig mit schwarzen Flächen anstelle von echten Schattierungen arbeitet, war ich zugegebenermaßen anfangs etwas irritiert, aber je weiter die Handlung voranschreitet, desto deutlicher wird wie passend die harten Konturen, die teils verschwindenden Details und die dunkle Grundstimmung zu den düsteren Geschichten passt. Diese Geschichten drehen sich um gebrochene Seelen, schwere Schicksale und spielen sich in den dunkleren Ecken der Gesellschaft ab und Eduardo Risso vermittelt all das, alleine schon durch seine graphische Darstellung der Szenen, nahezu perfekt.

Ganz zum Schluss gibt es dann übrigens noch einen kleinen Teaser auf die nächste Ausgabe, und was soll ich sagen, die Lektüre von Band 2 wird nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Danke für’s Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…

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5 Gedanken zu “(#2) 100 Bullets 1: Der erste Schuss

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