(#3) Y – The Last Man 1: Entmannt

Die harten Fakten:

  • Titel: Y – The Last Man 1: Entmannt
  • Autor: Brian K. Vaughan
  • Zeichnungen: Pia Guerra
  • Übersetzung: Claudia Fliege
  • Verlag: US: Vertigo Comics; D: PANINI Comics
  • Erscheinungsjahr: US: 2002; D: 2009
  • ISBN: 978-3866073524

© PANINI Verlags-GmbH

Eines Tages passiert es, auf einen Schlag sterben alle männlichen Säugetiere der Erde an einer mysteriösen Seuche. Zwei Monate später herrschen nach wie vor Chaos und Angst, auch wenn die überlebenden Frauen versuchen sich in dieser neuen Welt neu zu organisieren, sitzen Trauer, Schmerz aber auch Wut noch zu tief. Doch was kaum jemand auf dem Planeten weiß, ein Mann und sein Haustier, ein Kapuzineräffchen, haben überlebt – den Grund dafür kennt niemand. Und so macht Yorick, auf Befehl der neuen Präsidentin, gemeinsam mit einer Agentin auf den Weg zu einer Wissenschaftlerin, um Antworten zu finden und das Fortbestehen der Menschheit zu gewährleisten.


Für meinen dritten Beitrag habe ich mich erneut für einen Comic aus dem Hause Vertigo entschieden. Nachdem mich „100 Bullets“ dank seinem spannenden Setting und seiner geheimnisvollen Story so überzeugen konnte, wollte ich mir natürlich anschauen, ob es sich dabei lediglich um einen besonderen Glücksgriff gehandelt hat, oder ob sich der Verlag vielleicht sogar zu meinem neuen Liebling mausern könnte. Und erneut fällt mein Urteil äußerst positiv aus…aber ich greife vor.

„Y – The Last Man“ beweist bereits mit seinem Titel, wie gekonnt der Autor hier Hinweise und Anspielungen streut und so eine Welt voller Geheimnisse erschafft, denen man auf den Grund gehen möchte. Dabei schafft es der Comic bereits auf den ersten Seiten gekonnt mehrere Handlungsstränge aufzumachen, die sich sicher im Laufe der Geschichte noch viele Male überkreuzen werden aber auch alle für sich genommen unendlich viel Potenzial zum Ausbau bieten. Die Wahl eines kleinen Zeitsprunges nach dem Prolog ist eine weitere Idee des Autors, die zu überzeugen weiß, wird der Leser dadurch doch gekonnt mitten ins Geschehen geworfen. Der erste Schock ist bereits überwunden, und auch wenn die übriggebliebenen Frauen natürlich noch immer deutlich mit den Auswirkungen zu kämpfen haben, immerhin gibt es auf einen Schlag nur mehr halb so viele Menschen auf dem Planeten, bemerkt der Leser bereits deutlich, dass versucht wird die Ordnung wiederherzustellen, den Laden sozusagen am Laufen zu halten – das hier Konservative auf Revolutionäre treffen ist genauso einleuchtend wie realistisch. Auch das plötzliche Auftauchen des vermeintlich letzten Mannes auf Erden wird stark und plausibel inszeniert. Ganz allgemein besticht die Geschichte mit einer abgedrehten Prämisse, deren Entwicklungen vom Ausgangspunkt aber so nachvollziehbar verlaufen, dass der Comic eine beinahe beängstigende Glaubwürdigkeit ausstrahlt.

All das wird durch eine äußerst passende graphische Umsetzung unterstützt. Wie so oft bei amerikanischen Comics gibt es klare Linien, markante Gesichter und wenig Schattierungen, die Farbpalette bewegt sich allgemein eher im dunkleren Spektrum, wirkt aber auch sehr naturalistisch. Die einzelnen Charaktere sind gut herausgearbeitet und stets ohne Probleme voneinander zu unterscheiden.

Alles in allem entführt einen „Y – The Last Man“ in eine triste Welt, die einen, ob ihrer sehr real und nachvollziehbar wirkenden Entwicklungen, nur noch weiter in ihren Bann zieht. Hat man erst einmal die letzte Seite erreicht, möchte man sofort den zweiten Band zur Hand nehmen, und dann den dritten und immer so weiter, bis man endlich weiß, was es mit der vermeintliche „Seuche“ auf sich hat und wie sich diese Welt ganz ohne Männer weiterentwickeln wird.

Danke für’s Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…

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7 Gedanken zu “(#3) Y – The Last Man 1: Entmannt

  1. G’day, Mara.
    Wenn ich den einen bis anderen Gedanken um die Plot-Idee kreisen laße, dann kommen mir spontan die zweigeschlechtlichen Leben in den Sinn. Hier dürfte die erwähnte Seuche arg ins Schleudern geraten, denke ich.

    bonté

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    • Hey Robert,
      nunja, bei einem Science Fiction Werk nun tatsächlich jedes Reiskorn auf die Waagschale legen ist dem Lesevergnügen vielleicht nicht ganz so zuträglich. Wobei ich mir sehr sicher bin, dass es sich bei dem Mysterium nicht wirklich um eine Seuche handelt, dies ist nur eine der ersten Vermutungen, die eine Figur im Comic aufwirft. Nachdem es, so wie ich es verstanden habe, das mutierte Y-Chromosom betrifft, würde es aber wahrscheinlich kaum Probleme bei der „Auswahl“ der Opfer geben, ob nun zweigeschlechtlich oder nicht. Die Prämisse ist aber natürlich, in die Realität übertragen, vollkommen haltlos (immerhin sterben alle männlichen Säugetiere auf der ganzen Welt um die exakt gleiche Zeit!) aber die Konsequenzen, welche die Autoren daraus ziehen, fühlen sich, lässt man die Prämisse mal für einen kurzen Augenblick zu, ziemlich realistisch und nachvollziehbar an.
      Liebe Grüße

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