Letztens auf…Netflix: Outlaw King

Die harten Fakten:

  • Titel: Outlaw King
  • Originaltitel: Outlaw King
  • Erscheinungsjahr: 2018
  • Laufzeit: 117 Minuten
  • Regie: David Mackenzie
  • Darsteller: Chris Pine, Stephen Dillane, Aaron Taylor-Johnson, Florence Pugh, Billy Howle
  • Distributor: Netflix
  • Produktionsland: UK

Hallo zusammen,

nachdem der Streaminganbieter Netflix jeden Monat dutzende „Originals“ unter die gewillten Zuschauer bringt, ist es manchmal gar nicht so leicht, den Überblick darüber zu behalten, was man gesehen haben sollte und was ruhig in den schier unendlichen Tiefen des ominösen Algorithmus verschwinden darf. Daher habe ich mich dazu entschlossen eine neue Kategorie einzuführen, in der ich ab und an von mir gesehene Eigenproduktionen der Anbieter Netflix oder Amazon Prime vorstellen werde. „Outlaw King“ von 2018 mit Chris Pine in der Hauptrolle bildet hier gleich mal den Anfang – weshalb ich den Film für eine sehr gelungene Produktion des Dienstes halte, erfahrt ich weiter unten, nach eine kurzen Zusammenfassung der Handlung .


Anfang des 14. Jahrhunderts ist es erneut so weit, nach einem lange wehrenden Konflikt zwischen England und Schottland, müssen sich die schottischen Adligen König Edward zähneknirschend unterwerfen. Doch der bröckelige Frieden ist teuer erkauft, immerhin haben die Clans hohe Abgaben an die englische Krone zu entrichten und das Volk wird von den britischen Wachen wie Vieh behandelt. Nach dem Tod seines Vaters und angestachelt von den schrecklichen Qualen, die sein Volk erdulden muss, ist es schließlich Robert the Bruce, der eine erneute Revolte anzettelt und sich kurzerhand zum König Schottlands krönen lässt. Doch die Antwort seiner Feinde, sowohl aus fremden als auch den eigenen Reihen, lässt nicht lange auf sich warten und so beginnt ein Kampf David gegen Goliath, der in die Geschichtsbücher eingehen sollte.


Bereits mit der ersten Szene des Films zeigt Regisseur David Mackenzie, der zuletzt mit dem hervorragenden „Hell or High Water“ von sich reden machen konnte, dass er sein Handwerk versteht: hier bekommt der Zuschauer nämlich einen äußerst gelungen One-Shot präsentiert, der die vorherrschenden Animositäten gekonnt innerhalb einer Minute aufzeigt. Und auch danach, wenn sich der Streifen in die konventionelleren Gefilde der Inszenierung begibt, kann man dem Regisseur sein Talent wahrlich nicht absprechen. Weite Landschaftsaufnahmen, gut platzierte Close-Ups und passend gewählte Schnitte bilden zwar das Ein-mal-Eins des Handwerks, wenn es um Period Pieces geht, aber das ist ja per se nichts Schlechtes – immerhin sind es nicht umsonst beliebte Stilmittel des Genres. Angenehm unaufgeregt und authentisch wirken die realen Drehorte, die mit viel Liebe zum Detail hergestellten Kostüme und Requisiten und die weitestgehende Absenz von Green Screens und CGI.

Neben der Inszenierung gibt es einen Punkt, der bei solchen historischen Dramen allerdings beinahe wichtiger ist, als alles andere, nämlich die Schauspieler. Zwar haben „Braveheart“ und auch „Rob Roy“ den fragwürdigen Trend ins Leben gerufen, Heroen der schottischen Geschichte mit so ziemlich allem zu besetzen außer wahrhaftigen Schotten, aber bei so einer ruhigen und gleichzeitig nuancierten Performance wie der von Chris Pine, sieht man über dieses kleine „Manko“ schon mal hinweg – da ich den Film in der deutschen Synchronisation gesehen habe, konnten mir allfällige sprachliche Unzulänglichkeiten sowieso nicht auffallen.
Ach ja, noch ein kurzes Wort zur Synchronisation im allgemeinen: diese ist sehr wertig, besticht durch die Heranziehung der bereits bekannten Synchronsprecher für die Darsteller und wirkt alles in allem sehr gelungen.
Aber ich schweife ab, befassen wir uns erneut kurz mit dem Cast: dieser verblasst leider neben besagtem Titelhelden Chris Pine und seinem Antagonisten Stephen Dillane etwas und das obwohl teils hervorragende Mimen der britischen Film- und Fernsehwelt engagiert wurden. Was sich hier wie ein gewaltiger Minuspunkt anhört, ist aber in Wirklichkeit nur ein kaum wahrnehmbarer Fleck, der dem Vergnügen keinen Abbruch tut, denn der eigentlich Star der Geschichte ist sowieso die Geschichte selbst.

Ebenso wie der gerade in den Kinos laufende „Maria Stuart“ verfrachtet „Outlaw King“ den Zuschauer in eine andere Zeit, in ein anderes Land, in einen Konflikt, der über Jahrhunderte andauern und immer wieder von neuem ausbrechen sollte, der noch heute unter der Oberfläche brodelt und wahrlich den Stoff für große Geschichten bietet. Die Waffen mögen noch aus simplen Schwertern und einer spitzfindigen Taktik bestehen, doch wirken die Schlachten dafür umso fesselnder.

Alles in allem ist „Outlaw King“ ein Period Piece, dass auf eindrucksvolle Weise die alte Weisheit belegt, dass das Leben die besten Geschichten schreibt. Für alle Fans des Genres eine klare Empfehlung und sicherlich eine der sehenswerten Produktionen von Netflix.


PS.: Ich habe diesen Film im Zuge der Filmreise-Challenge gesehen – Aufgabe #55 Schaue ein Biopic über eine männliche Person. Wer mehr über diese spannende Challenge wissen möchte, der muss nur HIER drauf klicken und schon geht’s los.

Danke für’s Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…

12 Kommentare zu „Letztens auf…Netflix: Outlaw King

Gib deinen ab

    1. Fand ich auch…grad so im Vergleich zu Braveheart zum Beispiel, der zeitlich ja quasi parallel bzw kurz davor spielt, wirkt der Film schon wesentlich authentischer und geerdeter. Morgen schau ich mir dann Velvet Buzzaw an (zu deutsch heißt der glaub ich Die Kunst der Toten oder so)…auf den bin ich auch schon wirklich sehr gespannt 🙂

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      1. Jap, soll angeblich heut bei Netflix anlaufen. Kennst du „Nightcrawler“? Das ist der nächste Film des Regisseurs und wieder mit Gyllenhaal in der Hauptrolle…der Trailer schaut echt abgefahren aus.

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      2. Nightcrawler sagt mir irgendwas…
        Ich hab erstmal Nightflyers in meine Watchlist gepackt 🙂

        Ahhh. „Die Kunst des toten Mannes“ meinst du wohl mit Velvet Buzzaw. Das ist nix für mich.

        Gefällt 1 Person

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