„The Artist“: Aufgabe #41 (Schaue einen Film aus dem 21 Jhdt, der für seine Filmmusik einen Oscar bekommen hat)

Hallo zusammen,

erneut kann ich ein Reiseziel von meiner Liste streichen und komme somit der erfolgreichen Absolvierung aller Stationen im Zuge der Filmreise-Challenge wieder einen Schritt näher. Diesmal geht es um einen Film, der den Zuschauer in die glorreiche Zeit des Stummfilms entführt und zusätzlich als (kaum versteckte) Hommage an einen ganz großen dieser Zeit, Douglas Fairbanks, gesehen werden kann.


George Valentin ist ein gefeierter Stummfilmdarsteller, Frauenschwarm und Playboy, der eines Tages nach einer Premiere auf die Möchtegernschauspielerin Peppy Miller trifft. Durch diese kurze Begegnung bekommt Peppy ihre erste Chance in Form einer kleinen Statistenrolle, während Valentin weiterhin der Star des Studios und Liebling der Medien ist. Doch die Zeit vergeht und während der eine Stern immer höher steigt, stürzt der andere, aufgrund des Aufkommens des Tonfilms, immer weiter ab. Schließlich treffen sich die beiden Jahre später wieder, Peppy inzwischen die gefeierte Darstellerin und Valentin der arbeitslose Alkoholiker, und die alte Flamme scheint stärker zu brennen als je zuvor, die einzige Frage, die sich stellt: Kann Peppy den exzentrischen Sturkopf vor sich selber retten.


„The Artist“ ist tatsächlich so ein Film, bei dem man gar nicht anders kann, als nostalgische Gefühle zu entwickeln, selbst wenn man mit dem Stummfilm an und für sich gar nichts am Hut hat. Denn, eine allfällige fehlende Leidenschaft für das Thema beim Zuschauer, gleicht der Film durch ein Übermaß dieser Leidenschaft bei den Schaffenden locker wieder aus.
Mit sehr viel Liebe zum Detail wird hier eine bereits verblassende Ära, ein in Vergessenheit geratenes Genre, neu in Szene gesetzt ohne dabei zu sehr in den Kitsch abzudriften. Was nämlich allzu leicht, ob der zugrundeliegenden Liebesgeschichte, in eine Art Seifenoper münzen könnte, wird hier, dank viel Gespür für die Figuren und im Schatten lauernder ernsthafter Thematiken, zur Liebeserklärung an eine Zeit, als die Welt nur vermeintlich einfacher war.
Da der Film selber, ganz wie seine großen Vorbilder, zum größten Teil als Stummfilm inszeniert wurde, verwundert es auch nicht weiter, dass die Musik eine äußerst tragende Rolle spielt und meiner Meinung nach ganz verdient den Oscar für diese tolle Mischung aus Nostalgie mit einem Spritzer Moderne einheimsen konnte.

Alles in allem konnte mich „The Artist“, dank seines immensen Charmes an allen Fronten, vollkommen in seinen Bann ziehen und begeistern. Hier wird auf eindrucksvolle Weise bewiesen, dass universelle Botschaften auch ohne viele Worte problemlos vermittelt werden können.

Danke für’s Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…


Die harten Fakten:

  • Originaltitel: The Artist
  • Erscheinungsjahr: 2011
  • Laufzeit: 100 Minuten
  • Darsteller: Jean Dujardin, Bérénice Bejo, John Goodman, James Cromwell
  • Regie: Michel Hazanavicius

8 Kommentare zu „„The Artist“: Aufgabe #41 (Schaue einen Film aus dem 21 Jhdt, der für seine Filmmusik einen Oscar bekommen hat)

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  1. Das Aufkommen des Tonfilms war für viele Stummfilmschauspieler der Tod. Die veränderten Bedsingungen, keine oder schlechte Stimmen etc.. Die Übergangszeit war bestimmt sehr schwer…

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    1. Ja, das war sicherlich eine sehr schwere Zeit für viele….und manche Mimen haben von der Vertonung ja tatsächlich nicht gerade profitiert aufgrund ihrer schrillen Stimmen.

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      1. Ja, zum Beispiel in „Singin in the Rain“, auf deutsch heisst der „Du sollst mein Glückstern sein“. Also quasi, wörtlich übersetzt

        Gefällt 3 Personen

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