*Extrablatt* – Diagonale’19: Preisverleihung und Resümee

Hallo zusammen,

da war es auch schon wieder vorbei, das diesjährige Festival des österreichischen Films im Herzen der Steiermark. Und wie letztes Jahr waren es ein paar aufregende Tage im Zeichen der vielseitigen Kunstform Film. Doch bevor ich zu meinen abschließenden Gedanken komme, möchte ich zunächst noch ein paar Worte zur Preisverleihung verlieren, die am Samstag, dem 23.3., im Orpheum stattfand.

Ganze 19 Kategorien galt es auszuzeichnen – es war also jedem im Raum bewusst, eine kurze Angelegenheit wird das hier nicht. Umso angenehmer war es da, dass mit Susi Stach eine Moderatorin durch den Abend führte, die es verstand mit ihrer energiegeladenen Art für ein wenig Stimmung zu sorgen.
Doch bevor Frau Stach ihren Charme vollends zur Schau stellen konnte, waren erst einmal ein paar Worte von den beiden Intendanten, Sebastian Höglinger und Peter Schernhuber, angebracht. Ebenso wie bereits bei der Eröffnungsfeier, stellte diese Rede eines der Highlights des Abends dar, da mit wohl gewählten Worten nicht nur ein schillerndes Festival zusammengefasst wurde, sondern auch neuerlich die Gedanken hinter dem Festival als solches in den Fokus gerückt wurden – ein Vorgehensweise die, gedenk der Anwesenheit des durchaus unter Filmschaffenden umstrittenen österreichischen Kulturministers Gernot Blümel, auf großen Zuspruch im Publikum stieß, ohne dabei hetzerisch zu wirken. Ganz im Gegenteil wirkten die gewählten Worte eher versöhnlich und ernsthaft um einen künftigen offenen Dialog bemüht.
Nach diesem fulminanten Auftakt, ging es auch schon zügig weiter, denn es wollten Preise verliehen werden. Bevor es allerdings mit der ersten Kategorie der Abends losgehen konnte, holte sich Frau Stach noch Gernot Blümel und Christopher Drexler auf die Bühne für einen kurzen Plausch. So sehr sie sich allerdings bemühte von dem Herrn Minister eine unmissverständliche Aussage über die Zukunft des ORF zu erhalten, so kläglich scheiterte sie an dem Versuch über bloße Floskeln hinauszukommen.
Aber gut, um Politik sollte es sich an diesem Abend, zumindest vordergründig, eh nicht drehen, sondern um die auszuzeichnenden Filmprojekte. So nahm eine Verleihung ihren Lauf, die eine ähnliche Diskussion wie die diesjährige Oscar-Verleihung aufwarf – ist es wirklich eine gute Idee die Preise nacheinander einfach so abzuhaken, ohne irgendwelche auflockernden Momente. Natürlich strafft man das Programm auf diese Weise und schafft einen angenehmeren zeitlichen Rahmen, allerdings fühlt sich das Treiben dadurch dennoch erstaunlich zäh und langatmig an. Für ein wenig Erheiterung sorgten immerhin die kurzen musikalischen Einlagen von „Euroteuro“, von deren Jingle man sich aber auch entweder mehr Varianz oder einen selteneren Einsatz gewünscht hätte. Aber gut, eine Presiverleihung wird wohl immer ein zweischneidiges Schwert in diesen Belangen bleiben.
Dafür bot der Abend im Anschluss noch genügend Gelegenheit sich bei einem gut gekühlten Getränk die Müdigkeit zu anregenden Klängen wieder aus den Beinen zu tanzen – gratis Eis inklusive. Bevor wir nun zu meinem persönlichen Fazit kommen, hier natürlich noch die Preisträger, der „größeren“ Kategorien:

  • Bester Spielfilm: „Chaos“ von Sarah Fattahi
  • Bester Dokumentarfilm: „The Remains“ von Natalie Borgers
  • Bester Experimentalfilm: „Wreckage takes a holiday“ von Jennifer Mattes
  • Beste Kurzfilme: „Ene Mene“ von Raphaela Schmid und „Remapping the origins“ von Johannes Gierlinger
  • Bester Schauspieler: Simon Frühwirt für „Neverland“
  • Beste Schauspielerin: Joy Alphonsus für „Joy“

Was bleibt mir also abschließend zu sagen? Wie bereits im vergangenen Jahr, war es auch heuer wieder ein Rausch der Sinne, eine Liebeserklärung an den österreichischen Film in all seinen Ausprägungen und ein Gefühl des Angekommenseins, welches mich die Festivaltage hindurch begleitete. Zwar habe ich auch dieses Jahr viel weniger Sichtungen geschafft, als ursprünglich geplant, dafür durfte ich allerdings auch erneut feststellen, dass die gesehenen Projektionen nur einen kleinen Teil des Charmes eines Filmfestivals ausmachen – es sind jene anregenden Gespräche, jene neuen und alten Bekanntschaften, jene Atmosphäre des gemeinsamen Erlebens, die den Besuch der Diagonale zu einem unvergesslichen und unvergleichlichen Erlebnis machen. Und so zähle ich schon die Tage bis die Stadt erneut in den Farben der Diagonale erstrahlt und die beiden Intendanten zum gemeinsamen Kinogenuss laden – denn eines ist sicher: nach der Diagonale ist vor der Diagonale.

PS.: Keine Sorge, auch meine Rezensionen zu den von mir gesichteten Langfilmen werden noch kommen 😉 .

Danke für’s Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…

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