Iron Sky: The Coming Race – Nazis auf Dinos retten auch nicht jeden Film

Hallo zusammen,

eigentlich hätte ich um den heutigen Film einen großen Bogen gemacht, habe ich doch noch nicht einmal den ersten Teil gesehen, da ich so prinzipiell mein Probleme mit dem Trash-Genre habe. Nur allzu oft langweilen mich die banalen Versuche einen Low-Budget-Film um gar nicht mal so wenig Geld zu imitieren, anstatt dass sie mich unterhalten würden. Auf der anderen Seite kann ich einer gelungenen Persiflage doch meistens einiges abgewinnen. Nachdem mich der Trailer zunächst etwas stutzig zurückließ, ob es sich nun eher um Edeltrash oder gelungene Satire handeln würde, gab dann schließlich mein Mann den Ausschlag dafür, dass das Pendel zu Gunsten einer Sichtung ausschlug. Und tatsächlich bietet der Streifen ein paar äußerst amüsante Ideen und beinahe schon wahnwitzige Bilder, das Problem ist nur, dass diese sich nie zu einem homogenen Ganzen zusammenfügen…aber ich greife vor.

© Splendid Film, 2018

Nachdem die Mond-Nazis am Ende des ersten Teils die Welt angegriffen und in ein atomar verseuchtes unbewohnbares Land verwandelt haben, retteten sich die wenigen Überlebenden Erdenbewohner zur Basis der Schurken auf den Mond. Dort fristen sie ihr Dasein, begleitet von der ständigen nackten Angst ums Überleben. Eine der wenigen, die versucht alle Rädchen am Laufen zu halten, ist die Tochter der Bürgermeisterin, Obi Washington. Als eines Tages ein Raumschiff von der Erde in der Mondbasis eintrifft, ist die Aufregung und Skepsis groß – wie konnten Menschen so lange auf einem verseuchten Planeten überleben, woher hatten sie die technischen Möglichkeiten ein Raumschiff zu bauen und wie konnten sie die Mondbasis entdecken?

Wie oben bereits erwähnt, war ich von Iron Sky 2 tatsächlich über weite Strecken hinweg positiv überrascht, denn nach dem Trailer waren meine Erwartungen eigentlich ziemlich im Keller. Die kurze Vorschau bot zwar ein paar gelungene Schaumomente, ließ allerdings auch die Sorge aufkommen, dass den Machern außer diesen netten Sequenzen nicht viel eingefallen ist, um ihren Film zu füllen – und was soll ich sagen, in diesem Sinn hat der Trailer einen wirklich hervorragenden Job gemacht, denn er spiegelt das fertige Produkt ziemlich gut wieder.
Ein Einfall nach dem anderen wird aneinander gereiht, manche dabei homogener, andere gerade so als wären sie in der Post-Production doch noch schnell eingefügt worden. Die rahmengebende Handlung wirkt daneben wie überflüssiges Beiwerk und vermag es nicht die aufeinanderfolgenden Szenen zu einem stimmigen Gesamtwerk zu verschmelzen. Überraschenderweise können die Schauspieler für diese Unstimmigkeiten nur wenig, die machen nämlich, man mag es kaum glauben, einen wirklich guten bis soliden Job. Klar, ab und an nimmt sich der ein oder andere etwas zu ernst, aber die meiste Zeit agieren die Darsteller dem Genre angemessen, spielen herrlich drüber und liegen mit dem Timing nur selten daneben. Auch der Soundtrack war eine angenehme, da gut zusammengestellte, Überraschung – vor allem das von Sunrise Avenue performte Titellied sorgte bei genauerem Hinhören noch für einige Lacher während des Abspanns.

Alles in allem hat „Iron Sky: The Coming Race“ zwar durchaus seine unterhaltsamen Seiten, und die Schauspieler liefern ungewöhnlich gute Performances ab, aber nichts desto trotz bleibt der Streifen weit hinter seinen Möglichkeiten zurück, vor allem auch weil die Macher es nicht geschafft haben aus den potenten Ideen einen stimmigen Film zu kreieren.

Danke für’s Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…

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11 Gedanken zu “Iron Sky: The Coming Race – Nazis auf Dinos retten auch nicht jeden Film

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