Der Marvel-Monat: Iron Man 2

Header Image: © Marvel; Disney

Hallo zusammen,

und da ist er auch schon, der dritte Beitrag der Reihe und schon müssen wir uns mit der ersten Fortsetzung beschäftigen. Denn bevor der Captain und der nordische Gott ihre Soloabenteuer bestreiten durften, entschied sich Marvel erst einmal dafür den beliebten Playboy, der alles ins Rollen gebracht hatte, erneut ins Rennen zu schicken. Weshalb ich diesen Film, als Vertreterin einer Mindermeinung, gar nicht so schlecht finde, aber dennoch verstehen kann, warum es viele andere tun, erfahrt ihr gleich nach einer kurzen Inhaltsangabe.

Nachdem der millionenschwere Lebemann Tony Stark auf einer Pressekonferenz die Bombe platzen ließ und der Welt stolz verkündete, dass er Iron Man sei, sind die dadurch ausgelösten Wellen erst einmal groß. Doch nicht nur Fans und Bewunderer treten auf den Plan, auch die Neider und Zweifler lassen nicht lange auf sich warten. Da stellt ein Senator die unangenehme Frage, ob man einem einzelnen Zivilisten überhaupt so viel Macht zugestehen sollte, auch das Militär hätte natürlich gerne ein Stück von der technologischen Errungenschaft ab, der ehemalige Konkurrent im Waffenhandel versucht fieberhaft selbst einen Anzug zu kreieren und dann taucht auch noch ein irrer Russe auf, der Urheberrechtsansprüche am eingebauten ARK-Reaktor gelten machen will.

Man merkt es vielleicht schon an der Inhaltsangabe, in diesem Film ist ganz schön was los. Beinahe hat man als Zuschauer das Gefühl, dass Marvel endlich das wahre Potenzial hinter ihrem kleinen Franchise-Versuch durchblickt hatte und plötzlich überfordert von den vielen Möglichkeit war. So steckten sie schnell mal alle Ideen, die sie für die Figur Iron Man notiert hatten in einen Film, dazu noch einige Einfälle, die sie zur weiteren Etablierung des Universums hatten und heraus kam ein ziemliches Chaos mit mehr Nebenhandlungen, als einem Film gut tut. Dabei waren sie allerdings nicht die ersten, die diesen Fehler begangenen haben, nicht einmal im Superheldengenre, denn bereits 2007 bewies Sam Raimi, ebenfalls aufgrund zahlreicher Einmischungen von Seiten des Studios, in Spider-Man 3, dass der fehlende Fokus einer Produktion ganz schnell den Hals brechen kann – im Superheldengenre vor allem auch die Einführung zu vieler Gegner auf einmal. Und sowohl Favreau als auch Marvel tappten mit dem zweiten Solofilm des eisernen Mannes so richtig in diese Falle. Neben all den in der Zusammenfassung erwähnten Unwägbarkeiten kommt dann auch noch Tonys Krankheit, die Einführung der Agentin Romanov, die stärkere Einbindung von Nick Fury und Agent Coulson, die anbahnende Liebesbeziehung zu Pepper, der Konflikt mit seinem besten Freund Rhodes, das Entdecken eines neuen Elements – und und und – dazu. So wirkt der Film einfach zu überladen, unfokussiert und nicht ausbalanciert.
Ich muss allerdings gestehen, dass ich trotz all dieser Kritikpunkte tatsächlich immer wieder meinen Spaß mit Iron Man 2 habe. Robert Downey Jr. ist einfach wieder brillant in der Rolle des Tony Stark und verschmilzt regelrecht mit dem Charakter. Sowohl Sam Rockwell als skrupelloser Waffenhändler, als auch Mickey Rourke als herrlich übertriebener Comic-Schurke, der sichtbaren Spaß am Set hatte, funktionieren für mich um einiges besser, als sie gedenk ihrer minimalen Screentime dürften. Und auch die Chemie zwischen Downey/Stark und Don Cheadle als Rhodes gefällt mir um einiges besser, als das Gespann aus dem ersten Teil.

Alles in allem ist „Iron Man 2“ ein Film mit deutlichen Schwächen, da es so scheint als wollten die Verantwortlichen jede Idee, die sie hatten auf Biegen und Brechen in dem Film unterbringen. So wirkt die Geschichte zu aufgesplittet und vollgestopft. Dennoch habe ich jedes Mal wieder meinen Spaß mit den Charakteren, die ihre Sache trotz des holprigen Scripts ausgesprochen gut machen und dem Zuschauer genügend Unterhaltung bieten, um über die Stolpersteine hinweg zu sehen.


Zum Abschluss noch ein wenig Trivia:

  • Jon Favreau geriet noch während der Dreharbeiten immer wieder unter großen Druck von Seiten Marvel Änderungen am Skript vorzunehmen, um manchen weiterführenden Elementen mehr Raum zu geben. Die bei dieser Produktion gemachten Erfahrungen veranlassten Favreau sogar dazu die Regie des dritten Teils abzulehnen.
  • Die Rolle des James Rhodes wurde in diesem Film von Don Cheadle übernommen, nachdem sich Terrence Howard aufgrund von Gehaltsverhandlungen mit Marvel überworfen hatte. Dies stellt die erste Umbesetzung einer wichtigeren Figur im MCU dar.
  • Auch der Darsteller von Tonys Vater, den man im ersten Teil lediglich auf Bildern gesehen hatte, war ein anderer.
  • Rourke hatte ein immenses Mitspracherecht beim Design von Whiplash – auf seine Kappe gehen zum Beispiel die vielen Tätowierungen und die Goldzähne.
  • Das Polizeifoto von Ivan Vanko, welches im Film kurz zu sehen ist, ist ein echtes Foto von Mickey Rourke, als dieser einst als jüngerer Mann verhaftet wurde.
  • Die Fabrik von Justin Hammer, welche im Film zu sehen ist, ist eigentlich eine Einrichtung von Elon Musk – die Statisten im Hintergrund sind echte Angestellte dieser Einrichtung.
  • Der kleinen Junge, der sich auf der Expo den bösen Drohnen mit einer Iron Man Maske entgegenstellt, sollte später selber einmal ein Superheld werden, es handelt sich dabei nämlich um Peter Parker, der später zu Spider-Man werden sollte.
  • Die Figur des Ivan Vanko ist eine Neuschöpfung und als Kombination der beiden Bösewichte Crimson Dynamo und Whiplash aus den Comics anzusehen.

Natürlich gibt es noch viele weitere spannende Fakten und Easter Eggs zu entdecken. Jeder der noch tiefer in die Materie eintauchen will, kann gerne ⇒HIER drauf klicken, um zur Trivia Page von IMDB zu gelangen.

Damit wären wir auch schon am Ende meiner Besprechung von Iron Man 2 angelangt. Ich hoffe ihr hattet wieder Spaß bei der Lektüre und konntet vielleicht das ein oder andere Neue über den dritten Film des MCU erfahren.

Danke für’s Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…

 

 

 

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3 Gedanken zu “Der Marvel-Monat: Iron Man 2

  1. Kann ich dir so absolut zustimmen, wunderbar auf den Punkt gebracht.
    Ich finde den auch gar nicht soo schlecht 😀 Habe ihn mir letztens nochmal angeschaut und war überrascht, was in diesem Film alles passiert und drin steckt. Ich glaube ich habe damals, als ich ihn das erste Mal gesehen habe, gar nicht mal alles erfassen können. Aber man kann einfach nicht viel falsch machen mit Tony als Hauptfigur, dann auch noch Sam Rockwell der einen richtig unausstehlichen Typen spielt und Rhodes haben sie auch besser herausgestellt. Ich störe mich ja ziemlich an der Einführung von Romanov und Fury, das hätte es für mich nicht gebraucht, die wirkten so deplatziert und ich hatte damals auch gar nicht verstanden was die für ne Rolle spielen und was ich mit denen soll 😀
    Naja vielleicht hatte Marvel nach dem Hulk-Desaster das Bedürfnis gespürt, ne ordentliche Schippe drauf zu legen. Wie ich finde war Iron Man 2 aber auch ein wichtiger Teil in ihrem Lernprozess

    Gefällt 1 Person

    • Hallo, erst mal Entschuldigung dafür, dass ich jetzt so lange nicht geantwortet hab aber ich hatte ziemlich viel um die Ohren die letzten Tage 😌.
      Also ich fand die Einführung von Romanoff noch besser, weil die wenigsten wirklich eine Rolle bekommen hat…Fury hätte es zwar nicht gebraucht aber ich fand seinen Auftritt trotzdem ganz spannend weil man dadurch halt wieder ein bisschen auf das große Ganze hingedeutet hat. Aber wie du richtig sagst, ich denke auch, dass der Film einen wichtigen Baustein im Lernprozess Marvels darstellt 😉!

      Gefällt 1 Person

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