Der Marvel-Monat (Verlängerung): Guardians of the Galaxy

HEADER IMAGE: © MARVEL; DISNEY

Hallo zusammen,

wie bereits erwähnt, schlug mein eigentliches Vorhaben den Marvel-Monat betreffend grandios fehl, nachdem es aber auch nach dem Erscheinen von „Endgame“ noch genügend Gründe gibt, sich die restlichen 21 Filme mal wieder ins Gedächtnis zu rufen, geht mein Special in die Verlängerung. In den kommenden Wochen werde ich euch daher nicht nur die restlichen Filme des MCU hier rezensieren, sondern auch noch ein paar Rankings und Listen präsentieren, die ich erstellt habe. Freut euch also auf noch mehr Marvel-Wahnsinn mit dem wir uns prächtig die Zeit vertreiben können, bis dann im Sommer „Spider-Man: Far from Home“ in die Kinos kommt.

Nachdem er in jungen Jahren von Außerirdischen entführt wurde, musste sich der Waise Peter Quill alleine durch das chaotische Weltall schlagen. Mit Gaunereien, Diebstähle und Gelegenheitsjobs hält sich der Outlaw dabei gerade so über Wasser. Doch als er glaubt endlich mal einen wirklich dicken Fisch an Land gezogen zu haben, in Form eines alten Artefaktes, das er auf einem verlassenen Planeten findet, überschlagen sich die Ereignisse und schneller als ihm lieb ist, hat er nicht nur die Titanentochter Gamora und die Kopfgeldjäger Rocket und Groot an der Backe, sondern auch einen rachsüchtigen Einfaltspinsel namens Drax. Als wäre das nicht genug, sitzt ihm auch noch ein ziemlich grimmiger Typ namens Ronan im Nacken, der anscheinend mehr als nur ein Problem hat.

Hier haben wir ihn nun also, jenen Film, der viele der kritischen Stimmen in Bezug auf Marvel auf einen Schlag verstummen ließ. Kein Wunder, fühlte sich doch nicht nur die Handlung herrlich abstrus und unverbraucht an, nein, auch die Wahl des Regisseurs schien mehr als gewagt. Immerhin hatte Gunn vor seinem Deal mit Marvel lediglich bei zwei Langspielfilm Regie geführt – einer Splatter-Komödie aus dem Jahr 2006 und einer bitterbösen Satire auf das Heldentum 2010. Was für einen Glücksgriff die Verantwortlichen mit diesem relativen Neuling getätigt hatten, ließ sich bereits beim ersten Trailer erahnen und tatsächlich sollte die Rechnung voll aufgehen. Guardians zeigte alle Beteiligten in Bestform, erschuf mit dem Baumwesen Groot eine der Kultfiguren der jüngeren Kinogeschichte, verhalf einem weiteren ehemaligen Wrestler zu einer Schauspielkarriere und etablierte Chris Pratt Status als Hollywoodstar.

Ich persönlich liebe an dem Film seinen schrägen Humor, seine abgedrehten Helden und seinen grandiosen Soundtrack, der dank einer nachvollziehbaren Verankerung in der Handlung nicht bloß Mittel zum Zweck war, um dem Zuschauer die dicke Nostalgiebrille aufzusetzen, wie es manch andere Filme heutzutage versuchen. Die Chemie zwischen den Schauspielern, selbst jenen, die man lediglich hört und nicht sieht, ist ein wahres Gedicht, weshalb der Zuschauer gar nicht anders kann, als mit diesen Außenseitern, die sich in den Weiten des Alls zufällig gefunden haben, mitzufiebern. Während die übrigen Marvel-Filme bisher eher Themen wie Verantwortung, Macht und Hybris als Leitmotive hatten, dreht sich hier alles um das große Thema Familie. Bei wiederholten Sichtungen fällt einem zwar nach und nach auf, dass die zugrundeliegende Geschichte gar nicht so revolutionär ist, wie sie beim ersten Mal noch scheinen mag. Die dann hervortretenden kleineren Schönheitsfehler gleicht der Film allerdings mit so viel Charme, Witz und Herzblut aus, dass man gerne über sie hinwegsieht.

Alles in allem ist „Guardians of the Galaxy“ auch nach der x-ten Sichtung noch immer ein herrlich abgedrehtes Weltall-Abenteuer, dass vor allem durch seine hervorragend geschriebenen Charaktere, seinen genialen 80er Soundtrack und seine allgemeine Spritzigkeit punkten kann.


Zum Abschluss noch ein wenig Trivia:

  • Bevor Christ Pratt zu Star-Lord wurde, war er eher für seine Rollen in Komödien und Serien bekannt. Als er für die Rolle vorsprach war Gunn sofort von ihm überzeugt, allerdings passte er rein optisch noch nicht ganz in das Bild eines Superhelden. Pratt bat um etwas Zeit und trainierte sich in den nächsten sechs Monaten knapp 30 Kilogramm von den Rippen.
  • Die Szene beim Collector, in der Star-Lord den Orb fallen lässt, stand so nicht im Drehbuch, sondern war ein Versehen – da Pratt allerdings in der Rolle blieb, fand sie schließlich ihren Weg in den fertigen Film.
  • Sowohl Gamoras als auch Draxs Aussehen wurde nicht durch CGI, sondern klassisches Make-Up realisiert. Dave Bautista musste für seinen Verwandlung in Drax 3-5 Stunden am Tag in der Maske verbringen – das Abschminken dauerte dann zum Glück nur ca 90 Minuten.
  • Gleich zwei eher eigenwillige Comicbuchcharaktere kommen in der End-Credit-Scene vor – einerseits Cosmo the Spacedog und andererseits Howard the Duck.
  • Der Soundtrack zu dem Film „Awesome Mix, Vol. 1“ wurde Nummer 1 der U.S. Billboard Charts und das, obwohl auf ihm keinerlei originale Lieder enthalten waren.
  • Vin Diesel nahm den Satz „I am Groot“ in mehreren Sprachen auf, sodass seine Stimme rund um die Welt verwendet werden konnte.
  • Das Raumschiff von Quill, die „Milano“, ist nach der Schauspielerin Alyssa Milano benannt.
  • Anders als in den Comics ist Drax im Film grau anstatt grün, um ihn stärker vom Hulk abzugrenzen.
  • Während Bradley Cooper dem kleinen Nager Rocket Racoon seine Stimme lieh, wurde er mit Hilfe von Motion Capturing von Gunns Bruder Sean Gunn gespielt – Sean Gunn dürfte allen Gilmore Girls Fans ein Begriff sein, dort spielt er nämlich die Rolle des Kirk.

Und wie immer kommt ⇒HIER noch der Link zur Trivia-Page von IMdB, für all jene unter euch, die eine noch höher Dosis an Hintergrundwissen brauchen.

Danke für’s Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…

 

8 Kommentare zu „Der Marvel-Monat (Verlängerung): Guardians of the Galaxy

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  1. Guardians gehört zu meinen Favoriten unter den Marvels, wie man meinen zahlreichen Pro-Gunn Meldungen im Newslichter wahrscheinlich entnehmen konnte. Der Nachfolger ist der einzige Marvel Film, der je dafür gesorgt hat, dass ich… was ins Auge bekomme. 😉

    Eine kleine Korrektur: Gunn hat zwei Spielfilme gemacht, vor Disney. Den von Dir erwähnten Slither und Super (Shut Up, Crime!), mit dem er zumindest an den äußersten Rändern des Superheldenfilms gewildert hat.

    Es ist interessant seine Filme in chronologischer Reihenfolge zu sehen, weil man seine persönliche Entwicklung vom finsteren Zyniker zum Familienmenschen mit Dad-Humor quasi direkt nachvollziehen kann.

    Gefällt 2 Personen

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