Der Marvel-Monat (Verlängerung): Avengers: Age of Ultron

HEADER IMAGE: © MARVEL; DISNEY

Hallo zusammen,

eine neue Woche, ein neuer Kandidat aus dem MCU, so ähnlich könnte das Motto der nächsten Zeit auf diesem Blog lauten. Heute befassen wir uns, der Veröffentlichungschronologie von Marvel folgend, mit dem zweiten großen Team Up Movie und erörtern die Frage, ob ein schwach ausgearbeiteter Bösewicht zwangsläufig pures Gift für einen Film sein muss.

Es ist viel passiert seit unsere Helden sich das letzte Mal zusammengefunden haben, um Loki das Handwerk zu legen. Zur großen Verwunderung aller stellte sich heraus, das SHIELD von einem alten Feind unterwandert worden war, denn HYDRA hatte unbemerkt unter den Augen der versammelten Mannschaft sein ganz eigenes Netzwerk erneut aufgebaut. Diese schockierende Enthüllung machte ein abermaliges Einschreiten der mächtigsten Helden, die die Welt je gesehen hat, unumgänglich, immerhin galt es ein paar der heikleren Artefakte, wie zum Beispiel Lokis Zepter, welches nach der Schlacht um New York sichergestellt worden war,  schnell wieder aus den Tentakeln von HYDRA zu befreien, wollte man Schlimmeres verhindern. Wer konnte schon ahnen, dass es nicht die Wissenschaftler der Gegenseite sein würde, die bei dem Versuch, die dem Zepter innewohnende Kraft für ihre Zwecke zu nutzen, eine neue Bedrohung für die Menschheit hervorbringen würden, sondern Tony Stark selbst.

Wie man an der Tatsache, dass die Inhaltsangabe zwar relativ lang aber trotzdem noch ziemlich wage ausfällt, sehen kann, fiel die Interkonnektivität zwischen den einzelnen Filmen in dieser Phase schon weitaus schwerer ins Gewicht als noch zu Zeiten von Phase 1. Ohne das Wissen um die Geschehnisse der anderen Filme, vor allem The Avengers und Captain America 2, scheint mir eine Sichtung des zweiten Assemble-Films zwar nicht unmöglich aber doch recht sinnfrei. Was viele nun vielleicht als negativen Punkt beurteilen würden, ist genau das, was für mich den Reiz und das Besondere an dem Projekt MCU ausmacht. Doch bevor ich mich schon wieder in allgemeinen Ausführungen zu dem Franchise als solches verliere, widme ich mich lieber dem konkreten Film, um den es heute ja gehen soll.
Age of Ultron krankt wie oben bereits erwähnt an einem ziemlich fundamentalen Problem – einem unterentwickelten Bösewicht. Das liegt weniger daran, wie dieser neue Antagonist grundsätzlich geschrieben wurde, denn als künstliche Intelligenz, die ihr Wissen zu dem größten Teil aus dem Internet und der Zerstörung von JARVIS bezieht, bietet der Charakter wahrlich genügend Potenzial, um dem Zuschauer die Nackenhaare zu Berge stehen zu lassen – umso mehr, wenn man sich vor Augen führt, dass niemand geringerer als James Spader den gigantischen Metall-Mann mimt. Doch leider hatte man sich bei Marvel dazu entschlossen dem vermeintlich ikonischen Bösewicht statt eines Zeitalters lediglich eine Woche zu spendieren. So fühlen sich die Entwicklungen viel zu gehetzt an und erreichen mangels notwendiger Zeit auch nie die erforderliche Tiefe – schade um das vergeudetet Potenzial.
Aber auch wenn sich dieses Rezension bisher so ließt, als ob ich dem Film nicht viel abgewinnen könnte, ist genau das Gegenteil der Fall. Schon seit meiner ersten Sichtung hat sich in mir ein immer stärkeres Unverständnis dafür breit gemacht, weshalb ausgerechnet dieser Streifen unter Fans so viel negative Kritik abbekommen hat. Denn, einmal abgesehen von dem etwas blassen Bösewicht, bietet der Film einfach jede Menge Spaß und äußerst denkwürdige Momente. Die Chemie zwischen den „Rächern“ ist besser den je, was besonders schön in der grandiosen Party-Sequenz zu spüren ist; der Einsatz von Scarlet Witch Kräften bei unseren Helden führt zu einigen sehr emotionalen Momenten, die dem Zuschauer einen ungeschönten Blick in die verborgensten Ängste und Sehnsüchte der Hauptfiguren gewähren; außerdem wurde mit Vision ein überaus interessanter Charakter der Gleichung hinzugefügt, welcher alleine durch seine Entstehungsgeschichte bereits für ordentlich Zündstoff sorgt und noch sorgen sollte.

Alles in allem ist „Avengers: Age of Ultron“ mit Sicherheit kein fehlerfreier Film aber einer, der für mich von Sichtung zu Sichtung besser wird weil die verpatzten Chancen immer mehr in den Hintergrund rücken und die vielen tollen Momente dafür immer strahlender scheinen.


Zum Abschluss noch ein wenig Trivia:

  • James Spader sollte ursprünglich lediglich Ultrons Stimme für den Film beisteuern, Spader wollte die Rolle aber unbedingt auch selber spielen. Da Spader viel kleiner ist, als Ultron im Film sein sollte, musste er eine Vorrichtung tragen, an deren Ende zwei rote Bälle, welche die Position von Ultrons Augen markierten, angebracht waren, als Referenzpunkte für seine Kollegen.
  • Elisabeth Olson war so angetan von Spaders Performance, dass sie oft vergaß nach oben auf die Bälle zu schauen und stattdessen auf Spaders Gesicht blickte – zum Glück kam ihr Kollege Aaron Taylor-Johnson oft zur Hilfe, indem er ihr am Set zurief: „Red Balls! Look at his balls, Lizzie!“.
  • Die Figur des Quicksilver für den Film verwenden zu können, war keine leichte Aufgabe, da die filmischen Vermarktungsrechte der Figur bereits seit vielen Jahren bei 20th Century Fox lagen. Ein Deal zwischen 20th Century und Disney kam nur unter etlichen Bedingungen zustande, so durfte es keinerlei Verknüpfungen oder auch nur Hinweise auf die X-Men im allgemeinen geben – dies ging so weit, dass Quicksilver und Scarlet Witch im Film nicht einmal als Mutanten bezeichnet werden dürfen.
  • Eigentlich war Thanos bereits in diesem Film als Hauptbösewicht vorgesehen aber Whedon entschied sich dagegen, um Thanos noch weiter als bedrohlichen Schatten im Hintergrund aufbauen zu können.
  • Whedon war nach den Dreharbeiten so erschöpft, dass er die Regie für die nächsten Avengers-Filme „Infinity War“ und „Endgame“ ablehnte.
  • Ursprünglich sollten Spider-Man und Captain Marvel Gastauftritte habe, allerdings gab es noch einige rechtliche Hürden zu klären, weshalb aus den Cameos doch nichts wurde.
  • In den Comics wurde Ultron eigentlich von Hank Pym entwickelt, da dieser Charakter im Filmuniversum allerdings noch nicht aufgetaucht war, entschied man sich dafür, dass Tony der Schöpfer sein sollte.
  • Dank weiterer Fortschritte im Bereich des Motion Capturing war es Mark Ruffalo in diesem Film möglich viele seiner Szenen direkt mit seinen Kollegen an den unterschiedlichen Sets zu spielen.
  • In einer Szene während der Abschiedsparty versuchen alle Mitglieder der Gruppe den Hammer Thors anzuheben. Als Captain America an der Reihe ist, bewegt sich dieser tatsächlich ganz leicht für einen kurzen Augenblick – diese Szene ist einerseits Hommage an die Comics, in denen Captain America tatsächlich den Hammer zu heben vermag, andererseits ist es der erste Hinweis auf Ragnarök beziehungsweise den Untergang von Asgard als nächsten Handlungsbogen für das dritte Soloabenteuer von Thor.
  • Da die Produzenten der Meinung waren, dass die Bewegung Mjölnirs durch Captain America zu subtil als Hinweis auf Ragnarök sein würde, verlangten sie von Whedon auch noch die Vision Thors in den unterirdischen Quellen mit in den Film zu nehmen.

Wie immer findet ihr ⇒HIER noch den Link zu der Trivia-Page von IMdB, für den Fall, dass ihr euch noch mehr spannendes Wissen den Film betreffend aneignen wollt.

Danke für’s Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…

 

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