Kultfilm #4: Apocalypse Now (Redux)

Hallo zusammen,

nachdem das Format letzten Monat pausiert hat, meldet es sich diesen Monat dafür gleich mal mit einem wahren Koloss – zumindest, wenn man wie ich die über 3 Stunden dauernde Version schaut – an Film zurück. Dabei waren zwei Elemente ausschlaggebend dafür, dass ich mir den „Redux“-Cut angeschaut habe: erstens, hat sich Francis Ford Coppola höchstpersönlich die Arbeit angetan und den Film neu geschnitten, und als Filminteressierte bin ich natürlich immer auf die finale Vision eines Filmschaffenden gespannt; der  zweite Grund ist ein reichlich profaner aber doch nicht unwesentlicher: nur der längere Cut war bei Amazon Prime kostenlos verfügbar.
Nachdem dies für mich die erste Sichtung des Films überhaupt war, kann ich an dieser Stelle leider keine vergleichenden Auskünfte zu den unterschiedlichen Versionen des Film machen, allerdings kann ich sagen, dass ich bei manchen Szenen das deutliche Gefühl hatte, dass diese nur im längeren Cut vorkommen und ein Blick ins Internet bestätigte diesen Verdacht. Vor allem die doch recht lange Sequenz bei den französischen Plantagenbesitzern hätte es meiner Meinung nach nicht gebraucht, oder zumindest hätte sie kürzer sein können. Die dort geführten Dialoge scheinen lediglich das tatsächlich physisch auszusprechen, was uns der Film bereits mit Hilfe seiner Inszenierung, Bildsprache und Handlung lauthals die ganze Zeit über entgegen brüllt.
Aber einmal abgesehen von dieser kleinen Unstimmigkeit, die in der Kinofassung offensichtlich sowieso ausgespart wurde, kann ich einfach nicht anders, als mich in die lange Liste jener Leute einzutragen, die den Film für ein Meisterwerk halten. Denn trotz der überbordenden Laufzeit, kam bei mir zu keiner Sekunde so etwas wie Langeweile auf, ganz im Gegenteil, dieser Film hat mich bereits ab der ersten Minute gefesselt, in die tiefsten Abgründe des Krieges, und damit auch der menschlichen Seele, hinab gezerrt  und mich nach 183 Minuten wieder ausgespuckt, emotional zutiefst erschüttert. Dieser Film will nicht gefallen, er will kein gutes Gefühl beim Zuschauer hervorrufen, ich glaube nicht einmal, dass er unterhalten will, das eigentlich gesetzte Ziel ist dabei ganz klar: die Schrecken des Krieges und was diese aus den Menschen machen können auf möglichst realistische Weise darstellen. Auch wenn die beinahe schon kultisch inszenierte Anbetung des eigentlich Gesuchten im Finale vielleicht etwas über ein allfälliges Realismusgebot hinausschießen sollte, so ist die Orientierung des Menschen in Krisenzeiten hin zu einer größeren, gerne auch religiösen Macht wahrlich nichts außergewöhnliches.
Das der Film sich so realistisch anfühlt, liegt aber nicht nur an dem großartigen Drehbuch und den herausragenden schauspielerischen Leistungen, sondern vor allem auch an der Tatsache, dass das gesamte Filmteam während des Drehs tatsächlich durch die Hölle ging. Jeder, der sich auch nur kurz in die Entstehungsgeschichte dieses Werkes einließt, wird schnell feststellen, dass jede vergossene Schweißperle echt ist.

Alles in allem hat sich dieses monumentale filmische Mahnmal gegen den Krieg an und für sich wahrlich seinen Platz in den Annalen der Filmgeschichte verdient! Gerade in unseren heutigen Zeiten, wo die Welt erneut droht aufgrund von unsinnigen Parolen und falsch verstandenem Patriotismus auseinanderzubrechen, sollten sich all die Hass- und Angstschürer lieber einmal vor den Fernseher begeben und sich diesen Film anschauen, um sich daran zu erinnern, das Krieg nie die Lösung sein kann.

Danke für’s Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…

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4 Gedanken zu “Kultfilm #4: Apocalypse Now (Redux)

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