The Silence – Schweigen ist Gold

Hallo zusammen,

ich muss ja gestehen, dass ich mit gemischten Gefühlen ins Kino gegangen bin, um mir diesen Horrorfilm mit Stanley Tucci anzuschauen. Auf der einen Seite konnte ich dem Konzept der hellhörigen Bedrohung bereits in dem hervorragenden „A Quiet Place“ einiges abgewinnen, andererseits ist Horror eigentlich nicht mein Lieblingsgenre und der Trailer versprach eigentlich auch nichts wirklich Gutes – und was soll ich sagen, manchmal leiten einen Trailer leider doch nicht in die Irre. Aber worum geht es eigentlich in „The Silence“…

© 2019 Constantin Film Verleih GmbH

Es geschah ganz plötzlich, eines Nachts vernimmt die Familie Andrews einen lauten Knall und als sie daraufhin aus dem Fenster Richtung Innenstadt blicken, scheint diese in Flammen zu stehen. Die zu Rate gezogenen Medien zeichnen ein grausames Bild, ein Angriff, der sich immer weiter ausbreitet. Die Angreifer werden „Avispa“ genannt, fledermausähnliche Kreaturen, die von der Außenwelt abgeschottet in einer Höhle gehaust haben, bis diese Höhle von Forschern geöffnet wurde. Obwohl die Tiere scheinbar blind sind, funktioniert ihr Gehör dafür umso besser und schon bald beginnt für die im Gebiet hausenden Menschen ein Kampf um Leben und Tod.

Wer bei der Beschreibung des Inhalts an den bereits von mir in der Einleitung erwähnten „A Quiet Place“ denken muss, den kann ich beruhigen, denn ihn trügt sein Gefühl nicht – hier handelt es sich tatsächlich um ziemlich genau den selben Film. Einziger Unterschied, während „A Quiet Place“ seine Handlung einige Zeit nach dem ersten Angriff der Kreaturen (dort sind es eben Aliens) ansetzt, bekommt der Zuschauer in „The Silence“ die Schrecken eben jenes ersten Angriffs zu sehen. Was eigentlich zu einem viel brutaleren und furchterregenderen Film führen müsste, immerhin wurde nicht bereits der Großteil der Menschen von irgendwelchen Kreaturen getötet, verkommt leider zu einem wahren Klischeefeuerwerk.
Nur ab und an kommt die bereits im Titel versprochene Ruhe voll zur Geltung, die meiste Zeit wird der Zuschauer allerdings von den typischen, ohrenbetäubenden Soundeffekten, die heutzutage offensichtlich obligatorisch einen jeden Jump Scare begleiten müssen, in den Sitz gepresst – und Jump Scares gibt es nicht gerade wenig in dem Film. Teilweise kommt es einem gar so vor, als hätten die Drehbuchautoren einfach nicht gewusst, wie sie die Handlung des Films auf eine akzeptable Länge strecken sollen, weshalb den Protagonisten gelegentlich vermeintliche Steine in den Weg gelegt werden, die aber so schnell in Wohlgefallen aufgelöst werden können, dass man als Zuschauer nicht versteht, weshalb sie überhaupt dort hingelegt wurden, wenn ein kleiner Schritt reicht, um sie zu überwinden. Vielleicht spiegelt sich in diesen Sequenzen aber auch die Tatsache wieder, dass es sich hier um die Verfilmung eines immer 400 Seiten umfassenden Buches handelt – kürzen, streichen und umschreiben ist bei solchen Adaptionen die große Kunst und in diesem Fall offensichtlich nicht sehr gut gelungen. Und fangen wir besser gar nicht erst mit den vielen Ungereimtheiten an, von denen die Verantwortlichen wohl einfach erwarten, dass man sie ohne zögern schluckt – wie zum Beispiel „Wie konnten diese Kreaturen über all die Jahre hinweg in einer abgeschotteten Höhle überleben?“, „Wieso sollte ein taubes Mädchen besonders gut darin sein, still zu sein – immerhin kann sie ja gar nicht hören, ob sie gerade aus Versehen ein Geräusch gemacht hat?“ „Wer glaubt, dass man keine Geräusche mehr machen kann, nur weil man sich die Zunge abschneidet?“ „Und wieso hört eigentlich nie irgendwer auf die Behörden?“ So, Entschuldigung, jetzt habe ich doch damit angefangen, aber das musste jetzt einfach mal raus.
Trotz all dieser negativen Aspekte gibt es aber auch einen großen Pluspunkt, der den Film davor bewahrt eine Vollkatastrophe zu sein – die Darsteller. Hier muss man wirklich sagen, dass die Verantwortlichen für das Casting einen hervorragenden Job gemacht haben, denn alle Schauspieler holen wirklich alles aus ihren Rollen heraus, was nur geht, auch wenn die Rolle noch so klein ist.

Alles in allem bleibt „The Silence“ weit hinter seinen Möglichkeiten zurück, da die Geschichte zu viele Fragen und Handlungselemente aufwirft, die einfach übergangen werden, aufgrund seiner klischeehaften Inszenierung zu wenig echte Spannung bietet und einzig durch die talentierten Schauspieler vor dem kompletten Absturz bewahrt wird.

Danke für’s Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: