„The Dead Don’t Die“ – Wenn es Zombies nach WIFI und Kaffee dürstet

Hallo zusammen,

nach einer gefühlten Ewigkeit habe ich es nun endlich ins Kino meines Vertrauens geschafft, um mir den neuesten, teils sehr kontrovers aufgenommenen, Streifen von Indie-Kultregisseur Jim Jarmusch zu Gemüte zu führen. Weshalb mich die skurrile Zombie-Apokalypse mit humoristischem Einschlag, trotz einiger kleiner Schwächen im Finale, äußerst gut unterhalten hat, erfahrt ihr nach einer kurzen Inhaltsangabe.

© 2019 Universal Pictures International

Etwas ist faul im Staate Dänemark – das wird Chief Cliff Robertson und Officer Ronald Peterson schnell klar, als sie in dem verschlafenen Städtchen namens „Centerville“ mal wieder auf Streife sind. Das Wetter spielt verrückt, die Tiere verschwinden allesamt auf mysteriöse Weise und auch der Funk, ebenso wie andere elektronische Geräte, versagen immer wieder ihren Dienst. Als dann eines Morgens in dem hiesigen Diner zwei Leichen gefunden werden, die offensichtlich angenagt wurden, ist es Officer Peterson, der als erster die schreckliche Wahrheit ausspricht: es kann sich nur um Zombies handeln.

Jim Jarmusch ist einer jener Regisseure, denen man eine ganz einzigartige und für manch einen vielleicht auch eigenwillige Handschrift attestieren kann – ob er nun deprimierte Vampire, verkappte Indianer oder wie in diesem Fall mordlüsterne Zombies in den Vordergrund seiner Geschichten stellt, er tut dies immer auf seine ganz eigene Art und Weise. Zu seinem Stil gehört auf jeden Fall auch ein besonderes Gespür für Geschwindigkeit und Erzählfluss, was dazu führt, dass der Film immer wieder sehr viel von seinem Tempo einbüßt, um anhand von oftmals grenzgenialen Dialogen die Charakterentwicklungen voranzutreiben. Gerade in einem Genre wie dem des Zombie-Survival-Horrors stellt diese teilweise Entschleunigung eine willkommene Abwechslung von der Massenware dar. Gepaart mit den komischen bis abgedrehten Elementen des Drehbuchs, entspinnt sich hier ein Genremix, den man so noch nicht oft auf der großen Leinwand bewundern konnte. Da wird ebenso die Konsumgesellschaft wie die Gesellschaft allgemein auf amüsante Weise an den Pranger gestellt, ein bisschen Umweltschutz darf in heutigen Zeiten natürlich auch nicht fehlen und damit das Publikum auch sofort weiß, was hier Sache ist, scheint auch die berühmt berüchtigte vierte Wand hier eher nebensächlich zu sein, wird sie doch immer wieder von den Schauspielern durchbrochen.

Danny Glover as „Hank Thompson“, Bill Murray as „Officer Cliff Robertson“ and Adam Driver as „Officer Ronald Peterson“ Focus Features © 2019 Image Eleven Productions, Inc.

Wo wir gerade beim Thema Schauspieler sind, muss an dieser Stelle angemerkt werden, dass diese allesamt einen hervorragenden Job machen. Seien es nun Bill Murray und Adam Driver als stoische Gesetzeshüter, Tilda Swinton als merkwürdige Bestatterin oder Iggy Pop als nach Kaffee und Blut lechzender Zombie – alle spielen ihre Figuren hervorragende und tragen so zu einem runden Gesamtbild bei.
Der einzige kleine Schönheitsfehler in dieser ansonsten so makellosen Inszenierung ist der finale Showdown, in dem Jarmusch offensichtlich Angst davor bekommen hat, dass das Publikum die gar nicht einmal so unterschwellige Gesellschaftskritik doch nicht verstanden haben könnte, und deswegen in Form eines übermalenden Voice-Overs den berüchtigten Zaunpfahl auspackt, damit auch noch der letzte vielleicht im Saal befindliche Zombie die Botschaft auch wirklich versteht.

Alles in allem ist „The Dead Don’t Die“ eine herrlich abgedrehte Mischung aus Horror und Komödie, die in Kombination mit Jarmusch ganz eigener Handschrift eine Indie-Perle darstellt, die lediglich in ihren letzten Momenten mehr Mut zum Unausgesprochenen beweisen hätte können, die sich aber dennoch vor allem Fans, aber auch Liebhaber des Außergewöhnlichen, auf gar keinen Fall entgehen lassen sollten.

Danke für’s Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…

11 Kommentare zu „„The Dead Don’t Die“ – Wenn es Zombies nach WIFI und Kaffee dürstet

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