Rezensionsleichen in meinem Keller #5

Hallo zusammen,

und schon wieder ist es an der Zeit für eine neue Ausgabe meiner „Rezensionsleichen“. Auch heute habe ich euch wieder 10 bereits etwas angestaubte Kandidaten aus meinem Keller herauf geholt, um euch meine Meinung zu ihnen nicht länger vorzuenthalten.


1.) Passengers (Rewatch)

Prädikat: Sehenswert

Kaum ein Film hat für mich in den letzten Jahren deutlicher bewiesen, was fehlgeleitetes Marketing einem eigentlich guten Film antun kann. Als „Passengers“, das neueste Sci-Fi-Abenteuer mit Chris Pratt und Jennifer Lawrence, nämlich in die heimischen Kinos kam, erwarteten die geneigten Zuschauer ein weiteres gruseliges Creature-Feature zu sehen und bekamen stattdessen eine Liebesgeschichte im futuristischen Gewand präsentiert, welches mehr auf philosophische Frage und innere Dramen als äußere Bedrohungen setzt. Denkbar schlecht fielen die Kritiken aus, denn die geschürten Erwartungen wurden nicht erfüllt, allerdings verloren diese Stimmen aufgrund der Enttäuschung nur allzu gerne die Tatsache aus den Augen, dass der Film in seinem Genre betrachtet eigentlich wirklich gut funktioniert und ein paar spannenden Ansätze bietet. Wer wissen möchte, wie ich den Film nach der Sichtung im Kino damals gesehen habe, muss nur ⇒HIER drauf klicken, um zu meiner damaligen Rezension zu gelangen.

2.) Oblivion (Rewatch)

Prädikat: Ein Blick kann nicht schaden

Der Film mag zwar einige Logiklücken enthalten und allgemein etwas generisch daherkommen, wenn es um die Handlung geht, aber dennoch wird dem geneigten Zuschauer hier ein kurzweiliges dystopisches Sci-Fi-Abenteuer geboten, das durch seine wunderschöne Kulisse (der Großteil der Szenen wurde auf Island gedreht), seine beeindruckenden Requisiten, einen gut aufgelegten Tom Cruise und einen ziemlich genialen Twist in der Mitte des Films zu überzeugen weiß.

3.) Love, Simon (Rewatch)

Prädikat: Sehenswert

Auch nach einer weiteren Sichtung konnte diese wunderbar geschriebene Coming-Of-Age Geschichte bei mir punkten. Das Ende mag einen zwar schon fast in ein diabetisches Koma versetzen aber wer auf der Suche nach einem intelligenten Feel Good Movie ist, der sollte auf jeden Fall mal reinschauen.

4.) Der Knochenjäger (Rewatch)

Prädikat: Sehenswert

Meine letzte Sichtung dieses Thrillers mit Washington und Jolie in den Hauptrollen ist sicher schon 10 Jahre her – kein Wunder also, dass mich diese spannende Buchverfilmung erneut fesseln konnte. Das liegt unter anderem an einer durchwegs guten Inszenierung, den überzeugenden Schauspielern und einer finalen Enthüllung, die man tatsächlich nicht kommen sieht.

5.) John Wick 2 (Rewatch)

Prädikat: Besonders Sehenswert

Bevor der dritte Teil der John Wick Saga in die Kinos kam, war eine erneute Sichtung des zweiten Teils natürlich Pflicht – erst recht, da der dritte Teil genau da anfängt, wo der zweite aufhört. Auch bei dieser neuerlichen Sichtung konnte mich der Streifen erneut begeistern, denn viel was Besseres hat das Actionkino zur Zeit einfach nicht zu bieten. Grandios choreographierte Kämpfe, in weiten Einstellungen gefilmt, vor visuelle beeindruckenden Szenerien – mehr kann das Fanherz nicht verlangen. Dass die Handlung dabei eher zur Nebensache verkommt, verzeiht man dem Film auch dank des spannend gehaltenen world buildings ohne weiteres, denn man ist gekommen, um John Wick in Ärsche treten zu sehen und meine Güte, das tut er auch.

6.) Mindscape (Erstsichtung)

Prädikat: Kann man mal schauen, muss man aber nicht

Thriller mit einem übernatürlichen Touch sind irgendwie mein Ding, zwar gibt es nur sehr wenige großartige Vertreter dieses Genres, aber dafür sind die meisten zumindest recht kurzweilig. Zu eben jener Liste von Filmen zählt auch Mindsacpe, der ein paar nette Ideen und sehr gute Schauspieler auf seiner Haben-Seite verbuchen kann, einen etwas vorhersehbaren Twist und eine generische Erzählstruktur dafür auf der Soll-Seite. So bietet er zwar einiges an Unterhaltungswert bei der ersten Sichtung, ist allerdings bei weitem nicht komplex oder gut genug, um weitere Sichtungen notwendig erscheinen zu lassen.

7.) Girl on the Train (Erstsichtung)

Prädikat: Kann man mal schauen, muss man aber nicht

Was habe ich im Vorfeld nicht alles über diesen Film gehört – langweilig, konfus, nicht durchdacht. Daher habe ich mich vor der Sichtung seelisch darauf vorbereitet einen ziemlichen Totalausfall zu Gesicht zu bekommen, aber überraschenderweise empfand ich das Endprodukt dann gar nicht mal als so furchtbar wie befürchtet. Der Film ist natürlich weit davon entfernt sein Potenzial auch wirklich vollends auszuschöpfen und lässt einen manchmal wirklich die Stirn ob einiger Handlungselemente runzeln, aber alles in allem sind die Schauspieler, allen voran Emily Blunt, mit genügend Herzblut bei der Sache, um einen als Zuschauer bei der Stange zu halten.

8.) Drachenkrieger – Das Geheimnis der Wikinger (Erstsichtung)

Prädikat: Lieber Finger weg

Kennt ihr das, ihr seid gerade auf dem Streaming-Portal eurer Wahl unterwegs, um euch die Unterhaltung für den Abend aus dem immensen Angebot an Filmen herauszusuchen und da stolpert ihr zufällig über einen Film, von dem ihr zwar noch nie etwas gehört habt, der aber eine ganz gute Durchschnittsbewertung hat und sich auch von der kurzen Zusammenfassung her ganz spannend anhört und nachdem der Film dann schließlich vorbei ist, fragt ihr euch ernsthaft, wie dieses Werk nur zu dieser Bewertung kommen konnte!? Genau so erging es mir, als endlich die Credits dieses uninspirierten, mit Logiklöchern gespickten, von darstellerischer Seite her maximal annehmbaren Fantasy-/Horror-Verschnitts zu laufen begannen.

9.) Lucky Number Slevin (Erstsichtung)

Prädikat: Sehenswert

Ich habe ja ein Faible für Gaunerkomödien, seien sie nun von der schwärzeren oder der leichteren Sorte. Leider gibt es aber in diesem Bereich viel zu selten richtig gute Perlen, weshalb ich mich umso mehr über die Sichtung dieses Films gefreut habe, denn hier wird dem Zuschauer ein wahres Feuerwerk an schnellen Sprüchen und amüsanten Absurditäten geliefert. Wäre der große Twist am Ende nicht schon ab der Mitte des Geschehens so offensichtlich gewesen, hätte sich der Film vielleicht sogar zu meinen Genre-Lieblingen gesellen dürfen. In diese Riege hat er es zwar nicht geschafft, aber dennoch bleibt es dabei, dass es sich hier um einen wirklich sehr guten Genre-Vertreter handelt, den man sich ohne weiteres mal anschauen kann.

10.) Under the Silver Lake (Erstsichtung)

Prädikat: Sehenswert

Endlich konnte ich diese Indie-Perle aus dem vergangene Jahr mal nachholen und ich muss sagen, ich kann die ganzen Lobeshymnen tatsächlich nachvollziehen. Zwar hat mich der Film nach der ersten Sichtung nicht vollkommen vom Hocker gehauen, aber die skurrile Geschichte mit ihren vielen Schichten, die einen stellenweise an Lynch erinnert, nur das der Humor hier weitaus präsenter ist, die tollen Schauspieler, allen voran Garfield als leicht verpeilter Kiffer und die wunderschöne Kameraarbeit machen den Film zu einem perfekten Kandidaten für zahlreiche erneute Sichtungen.


Und das waren sie mal wieder, 10 Filme, die nun endlich ihr unbeachtetes Dasein hinter sich haben und es bis zu euch geschafft haben.
Zum Abschluss habe ich aber noch eine kleine Ankündigung was dieses Format betrifft: ich werde in Zukunft nicht mehr abwarten, bis ich 10 Leichen zusammengesammelt habe, sondern euch immer Ende des Monats alle Filme, die ich in besagtem Monat gesehen habe und nicht anderer Steller verwerten konnte, mit Hilfe dieses Formats präsentieren. So ist die Anzahl der Filme, die vorgestellt werden, zwar variabel aber dafür bekommt ihr (und ich) so einen noch besseren Überblick darüber, was ich neben den Kinostarts sonst noch auf dem kleinen Schirm konsumiert habe.

Danke für’s Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…

 

 

4 Gedanken zu “Rezensionsleichen in meinem Keller #5

  1. Viele schöne Filme dabei, die ich teilweise noch sehen muss, teilweise schon kenne. Auch freut es mich einmal mehr, eine positive Bewertung zu „Passengers“ zu lesen, der oft zu unrecht hart kritisiert wird.

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