„Die Einkreisung“ Staffel 1 – Review

Hallo zusammen,

jaja, auch ich staune ebenso wie ihr, dass diese Woche tatsächlich schon wieder eine Serienreview auf diesem Blog erscheint – läuft, würd ich sagen. Nachdem ich inzwischen tatsächlich so etwas wie ein Fan von Staffeln mit übersichtlicher Episodenanzahl und fortlaufender Narrative geworden bin, habe ich mich diesmal für die starbesetzte Serie mit Daniel Brühl, Luke Evans und Dakota Fanning entschieden, welche im deutschsprachigen Raum bisher exklusiv auf Netflix erhältlich ist. Ob die Serie allein, die Anschaffung eines Abos rechtfertigen würde, erfahrt ihr nach einer kurzen Inhaltsangabe…

Grausames ereignet sich in den Straßen New Yorks, während die Wohlbetuchten sich amüsieren, treibt ein Mörder sein Unwesen und raubt ausgerechnet hilflosen Kindern ihr noch junges Leben. Doch ein neuer Polizeichef ist in der Stadt und er wird alles daran setzen, um diese Bestie so schnell wie möglich dingfest zu machen – auch wenn das bedeutet, sehr zum Missfallen der gemeinen Polizisten, Hilfe bei dem eigensinnigen, ortsansässigen „Seelenarzt“ Dr. Kreisler zu suchen. Kann sich der Arzt schnell genug in die Seele des Verbrechers hineinversetzen, um eine weitere Gräueltat zu verhindern?

„Die Einkreisung“, im Original „The Alienist“, ist so eine Serie, bei der man wirklich am Ball bleiben muss – einmal kurz geblinzelt und es kann passieren, dass man einen wichtigen Punkt der Handlung verpasst. Es handelt sich also um keinen kleinen Happen für Zwischendurch, trotz der überschaubaren Anzahl von gerade einmal 10 Folgen, zu je zirka 45 Minuten. Doch trotz der erzählerischen Dichte und der zunächst noch angedeuteten Komplexität, wird dem Zuschauer nach einigen Folgen allzu schmerzlich bewusst, dass die Serie auf viel zu ausgetretenen Pfaden wandert, um tatsächlich frisch oder überraschend zu sein. Ganz genretypisch tappen die Ermittler erst einmal lange Zeit im Dunkeln, verfolgen ein paar falsche Fährten, werden von der eigentlichen Polizei bei ihrer Arbeit behindert und schaffen es am Ende, durch die Macht der Kombinationsgabe, dem Täter auf die Schliche zu kommen.
Aber es ist nicht nur der generische Weg, der einen immer wieder vermeintliche Déjà Vues erleben lässt, sondern vor allem die immense Ähnlichkeit mit dem Fall „Jack the Ripper“ und seiner filmischen Umsetzung namens „From Hell“, die einem etwas sauer aufstößt und über die bloße Prämisse – Serienmörder, der Prostituierte umbringt – hinausreicht. Da wird aus dem dreckigen London des 19 Jahrhunderts einfach mal schnell das ebenso dreckige New York des 19 Jahrhunderts gemacht, der exzentrische Drogenabhängige Ermittler wird durch einen nicht minder exzentrischen ermittelnden Seelenklempner samt Alkoholiker-Sidekick ersetzt und die Prostituierten durch als Frauen verkleidete Knaben – hört sich zwar nach dieser Beschreibung vielleicht nicht ganz so krass an aber die Parallelen sind während der Sichtung wirklich mehr als deutlich. Nur bei der finalen Auflösung hat man sich dann leider nicht von seinem Vorbild inspirieren lassen, sondern sich lieber für die sichere Lösung entschieden und Mörder X ganz klassisch zu Fall gebracht – nur um allen Zuschauern noch einmal zu verdeutlichen, was man sowieso von Anfang an sehr deutlich zu spüren bekommt, nämlich dass es hier eigentlich gar nicht um den Mörder, auch nicht um die Mordfälle, ja nicht einmal wirklich um die Aufklärung selbiger geht, sondern einzig und allein um die Charaktere und ihre Entwicklungen im Laufe der Ereignisse.
Und hier schafft es die Serie dann zum Glück auch tatsächlich zu punkten und sich von anderen Genrevertretern abzuheben. Das ist nicht nur dem Drehbuch geschuldet, welches die Figuren die überwiegende Zeit hindurch äußerst nachvollziehbar handeln lässt, sondern auch und vor allem den Schauspielern. Die drei bereits genannten Mimen, Brühl, Evans und Fanning legen wirklich alles in ihre Rollen und füllen so das altbackene Setting mit neuem Leben. Doch nicht nur das Spiel der Hauptdarsteller bringt frischen Wind in die angestaubte Inszenierung, auch die Nebendarsteller bleiben einem, manche sogar trotz minimaler Screentime, nachhaltig im Gedächtnis.

Alles in allem ist „Die Einkreisung“ eine Serie, die in ihrem Genre betrachtet nur mäßig zu begeistern weiß, vor allem weil sie sich bei zu vielen Vorbildern fleißig bedient, lässt man allerdings die eigentlich Handlung außen vor und konzentriert sich, ebenso wie die Drehbuchautoren dies taten, auf die Charaktere und ihre Entwicklungen kann man hervorragende Darbietungen und fesselnde Momente entdecken.

Danke für’s Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…

5 Kommentare zu „„Die Einkreisung“ Staffel 1 – Review

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