„Metropolis“: Aufgabe #12 (Schaue einen Film des deutschen Expressionismus der 1920er Jahre)

Hallo zusammen,

nachdem ich mir die letzten beiden Wochen eine ungeplante Sommerpause gegönnt habe, melde ich mich heute mal mit einem neuen Eintrag in mein Reisetagebuch zurück – was es damit auf sich hat, fragt ihr euch? Nun, dann klickt doch mal ⇒HIER drauf und erfahrt mehr über die grandiose Filmreise-Challenge die vom lieben Ma-Go ins Leben gerufen wurde. Unter all den dort auffindbaren Aufgaben, fallen mir aus irgendeinem Grund jene der „Zeitreise“-Kategorie am schwersten, entweder weil passende Filme schwer kostengünstig zu finden sind, oder weil sich mein Interesse an dem genannten Genre eher in Grenzen hält (den Propagandafilm werde ich zum Beispiel wohl so lange wie möglich hinauszögern), umso schöner ist es dann, wenn sich einem die einmalige Gelegenheit bietet, nicht nur einen Film dieser Kategorie abarbeiten zu können, sondern ganz nebenbei noch einen Klassiker der Filmgeschichte nachholen zu können, der schon viel zu lange sehr weit oben auf meiner Liste stand: die Rede ist von dem epochalen, lange Zeit teils verschollenen Werk von Fritz Lang, welches neue Maßstäbe in der Filmwelt setzte.

Die erwähnte Gelegenheit bot sich aufgrund des diesjährigen Programms des Freiluftkinos im Lesliehof, das an einem lauen Abend den Stummfilm von einer Live-Band neu vertonen ließ. Mit einem gewagten Jazz-Einschlag und angedeutetem Charakter einer Jam-Session ging die Rechnung für das Publikum voll auf, denn die erdachten Klangwelten passten zumeist hervorragend zu den erzeugten Bildern und unterstrichen deren Aussagekraft.
Einziger Wermutstropfen der Veranstaltung lag darin, dass die inzwischen beinahe vollkommen wiederhergestellte Version den Rahmen einer Freiluftveranstaltung mitten in der Innenstadt von einem rein zeitlichen Standpunkt her gesprengt hätte (das gemeine Volk braucht immerhin seinen Schönheitsschlaf), weshalb der Bandleader und Initiator der ganze Sache den Film nach eigenem Gutdünken um einige Minuten gekürzt hatte. Somit konnte ich zwar nicht die ganze Geschichte in all ihren Facetten bewundern, die Fritz Lang da Ende der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts inszeniert hatte, aber ich konnte doch genug sehen, um zu begreifen, weshalb dieser Film die Zeit überdauerte und noch lange überdauern wird.
Die Geschichte rund um eine Zweiklassengesellschaft, um den Kampf gegen die Obrigkeit, die Dekadenz der Privilegierten, den Aufschrei nach sozialer Gerechtigkeit und eine Grenzen überwindende Liebe, ist so universell, dass sie auch heute noch steten Einzug in die Kunst, Kultur und Literatur findet. Den ein oder anderen aus heutiger Sicht inszenatorischen Schluckauf verkraftet man bei der gezeigten Bildgewalt und stummen Raffinesse ebenso leicht, wie manche, aufgrund der jüngeren Weltgeschichte, eigenwillig anmutende Botschaften – erst recht, wenn man den Film aus seiner Zeit heraus betrachtet.

Alles in allem ist „Metropolis“ ganz zurecht ein Stück Filmgeschichte, vereint er doch allgemein gültige Themen mit beeindruckende Schauwerten und für seine Zeit revolutionären Ideen – ein Filmklassiker, den jeder Liebhaber der bewegten Bilder einmal gesehen haben sollte.

Danke für’s Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…

9 Kommentare zu „„Metropolis“: Aufgabe #12 (Schaue einen Film des deutschen Expressionismus der 1920er Jahre)

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    1. Naja, nachdem ich den Film vorher nicht kannte, kenne ich natürlich auch den originalen Score aber ich würde schon sagen, dass die Band einen guten Job gemacht hat und eine sehr passende klangliche Untermalung abgeliefert hat 😉

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  1. Der kam mir bei der Aufgabe auch als erstes in den Sinn. Da ich aber nur Neusichtungen für die Challenge nehmen wollte, war der draußen. Schön, dass du diese Lücke jetzt auch schließen konntest.

    Übrigens noch mal der Hinweis, dass der Propagandafilm den ich gesehen habe, frei auf YouTube zu sehen ist. 😉

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, ich will auch nur Erstsichtungen für die Challenge verwenden, da passte dieser Zufall natürlich hervorragend rein 😉

      Danke für den Tipp mit dem Propagandafilm…da hab ich mich eh schon gefragt, wo ich da einen passenden Kandidaten herkriegen soll 😅.

      Gefällt 1 Person

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