Rezensionsleichen in meinem Keller #6

Hallo zusammen,

wie bei der letzten Ausgabe der Rezensionsleichen angekündigt, gibt es diesmal für euch nicht 10 weitere, bisher unbeachtete Schätze, sonder zu all jenen Filmen eine Kurzrezension, die ich im Juli gesehen habe und die an keiner anderen Stelle Platz gefunden haben.


⇒Moonrise Kingdom (Erstsichtung)

Prädikat: Ein Blick kann nicht schaden

Wes Anderson hat sich im Laufe der Zeit eine ganz eigene unverkennbare Handschrift erarbeitet, die sich vor allem durch eine besondere Farbpalette, eine gekonnte Bildkomposition und eigenwillige Dialoge auszeichnet. Das ist sicher nicht jedermanns Sache, aber gerade wenn alle Komponenten reibungslos ineinander greifen, wie zum Beispiel zuletzt bei „Isle of Dogs“, entstehen moderne Meisterwerke der Filmkunst. Leider scheint es aber so, dass der Regisseur bei diesem Film nicht ganz auf der Höhe war, denn während die Bildkomposition wieder ein wahrer Augenschmaus ist, fallen die Dialoge ebenso wie die Charakterzeichnung deutlich ab – gerade die Eltern und der Sheriff bleiben den gesamten Film über viel zu blass. So erwartet einen hier zwar eine zauberhafte kleine Geschichte über die wahre Liebe, die gespickt ist mit herrlich schrulligen Charakteren, aber für einen weiteren Homerun schwächelt der Film einfach an zu vielen Ecken und Enden.

⇒The Big Lebowski (Rewatch)

Prädikat: Absolut sehenswert

Kennt ihr das: man überlegt minutenlang, was man sich denn nun anschauen könnte und am Ende bleibt man dann, aufgrund einer fehlende Entscheidung, beim Free-TV Programm hängen? Das kann manchmal ganz schön ins Auge gehen, aber zum Glück hatte sich ARTE für diesen Abend ein besonderes Schmankerl für seine Zuschauer überlegt und den Kultfilm „The Big Lebowski“ ausgestrahlt. Nachdem zu diesem Film vor gar nicht allzu langer Zeit eine ausführliche Rezensionen im Zuge meines „Kultfilme“-Formats erschienen ist, verweise ich an dieser Stelle einfach mal auf diese Rezension, zu der ihr übrigens durch einen Klick →HIER drauf gelangen könnt.

⇒Matrix (Rewatch)

Prädikat: Absolut sehenswert

Ich bin mir zwar ziemlich sicher, dass ich diesem Film irgendwann noch einen eigenen, umfassenden Artikel spendieren werde, aber trotzdem möchte ich ihn auch hier mit unterbringen weil ich ihn erstens im Juli gesehen habe, ich zweitens diesen Monat sowieso ziemlich wenig Filme geschaut habe, dieser Beitrag daher eher kurz ausfallen wird, und ich drittens einfach nicht oft genug betonen kann, wie genial dieser Film ist. Nicht umsonst avancierte diese Mischung aus Science Fiction, Action und Martial Arts zum absoluten Kultfilm und erfreut sich einer durchwegs hervorragenden Rezeption. Die Dialoge sitzen ebenso tight wie die schwarzen Ledermäntel und die Bullet Time ist hier noch echtes Stilmittel und nicht nur bloßer Schauwert.

⇒Footloose (2011) (Erstsichtung)

Prädikat: Am besten in Gesellschaft von Freunden und Alkohol

Ich kenne zwar das Original nicht, aber irgendetwas lässt mich nach der Sichtung des Remakes vermuten, dass Kevin Bacon wohl einen wesentlich besser Job beim Schwingen des Tanzbeins gemacht hat. Wobei, eigentlich tue ich dem Hauptdarsteller des Remakes hier unrecht, denn weder er noch seine Moves sind hier das Problem, das ist wohl eher bei dem Drehbuch zu finden, denn wenn man sich schon nach den ersten Minuten das erste Mal gepflegt gegen den Kopf schlagen will, die Hauptdarstellerin so unsympathisch dargestellt wird, dass man sich bis zum großen Finale noch wünscht der Schürzenjäger würde sie doch noch in die Wüste schicken und man sich nach manchen Dialogen fühlt, als hätte ein Geistlicher gerade versucht einem mit der Bibel Glauben einzuhämmern, dann stimmt hier etwas mit meinem harmlosen Teenie-Tanzfilmchen ganz und gar nicht. Dann doch lieber „Step Up“, „Save the last Dance“ oder „Hairspray“ zum x-ten Mal in den Player gelegt.

⇒Pfad der Rache (Erstsichtung)

Prädikat: Kann man mal schauen, muss man aber nicht

Antonio Banderas ist also auch auf jenen Hypetrain aufgesprungen, der in den letzten Jahren immer wieder betagte Herren in actionlastige, meist von Rachemotiven durchzogene Filmchen quetscht. Obwohl die Senioren dabei zumeist auf beeindruckende Weise zeigen, dass sie es noch ohne Probleme mit der jüngeren Riege aufnehmen könnten, pendeln sich die meisten dieser Kandidaten in einem soliden Mittelfeld ein – Ausreißer nach oben oder unten gibt es eher selten, immerhin verstehen die Oldies ihr Handwerk. Und so ist auch „Pfad der Rache“ ein durch und durch durchschnittlicher Film, der genügend Banderas zu bieten hat, damit man bei dem vorhersehbaren Plot und dem pseudo philosophischen Anstrich ein Auge zu zudrücken vermag.

⇒From Dusk till Dawn (Rewatch) 

Prädikat: Einfach Kult

Was soll man zu diesem Film noch großartig sagen – er ist Kult und das vollkommen zu recht. Das einzige, was mir bei dieser Sichtung deutlicher ins Auge fiel, als bei der letzten vor ca. 10 Jahren, ist der spürbare Wechsel im Regiestuhl, während Tarantino am Anfang voll und ganz auf spitzzüngige Dialoge setzt, präsentiert Rodriguez dem Zuschauer eine der abgefahrensten Metzelszenen der Filmgeschichte.

⇒Kill the Boss 2 (Erstsichtung) 

Prädikat: Ein Blick kann nicht schaden

Ebenso wie der erste Teil ist auch der Nachfolger eine grundsolide Komödie, die sich um ein paar Verlierer dreht, die zur Verwirklichung ihres gemeinsamen Traumes einen mehr oder weniger durchdachten Plan zur Geldbeschaffung aushecken. Dabei harmonieren die drei Hauptdarsteller besonders gut und helfen dem Film so mühelos über den ein oder anderen Rohrkrepierer hinweg. Zu viele echte Lacher sollte man sich zwar, trotz des auftrumpfenden Casts, nicht erwarten aber für einen unterhaltsamen Fernsehabend langt es allemal.


Und das waren sie auch schon, meine Heimkino-Sichtungen im Juli…habt ihr vielleicht auch ein paar der hier aufgezählten Filme bereits gesehen? Wenn ja, wie ist denn eure Meinung zu ihnen?

Danke für’s Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…

12 Kommentare zu „Rezensionsleichen in meinem Keller #6

Gib deinen ab

  1. Mein Eindruck von „Isle of Dogs“ und „Moonrise Kingdom“ war genau umgekehrt: Den Hundefilm fand ich nur okay, den Camping-Film hingegen ziemlich toll. Deine Kritikpunkte greifen für mich insofern nicht, als dass Wes-Anderson-Charaktere durch die gesamte Inszenierung generell recht unnahbar sind, sondern einfach Puppen in seinem großen Puppenhaus… Aber das ist natürlich auch komplett subjektiv 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Interessant, das empfinde ich nicht so, durch seinen Stil wirken die erschaffenen Welten zwar immer relativ unnahbar weil märchenhaft, seine Charaktere empfinde ich aber zumeist trotz der eigenwilligen Dialoge als Figuren mit denen ich mitfühle und mitfiebere, was bei Moonrise Kingdom aber eben nicht der Fall war…aber wie du sagst, das ist natürlich nur meine subjektive Empfindung

      Gefällt 1 Person

  2. Ich kenne das Remake von Footloose nicht, mir hat schon der Ausschnitt bei YouTube gereicht. Aber natürlich ist es nicht fair das zu Beurteilen, wenn man nicht beide Versionen kennt.
    Ach was soll´s, ich bin unfair – Original wird auf jeden Fall besser sein. :-):-D
    Liebe Grüsse

    Gefällt 1 Person

  3. ALLE haben einen weitaus besseren Job im originalen Footloose gemacht 🙂 Das Remake sollte man verbieten. Taugt nix.
    From Dusk till Dawn… richtig, einfach Kult 🙂
    Der erste Matrix war cool, den Rest hätte man sich schenken können…

    Gefällt 2 Personen

    1. Nachdem ich das Original noch nicht gesehen hab, wollte ich nicht zu sehr in diese Richtung ausschlagen aber selbst mir war nach der Sichtung klar, dass das Original einfach besser sein muss…sonst würd heute keiner mehr darüber reden 😅.

      Ja, die Matrix-Fortsetzungen hätte man sich wirklich sparen können 🙄

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      1. Den Film hätte ich nicht mal angefasst. Bei Youtube gibt es ein Video, dass beide Abschlusstänze zeigt. Da siehst du sofort, wie geil das Original ist 🙂

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