„Mindhunter“ Staffel 1 – Review

Hallo zusammen,

für all jene unter euch, denen aufgefallen sein dürfte, dass ich im Juli eher wenige Filme für meine Verhältnisse gesehen habe und die sich fragen, was da los ist, kommt hier die einfach Antwort: zur Zeit beschäftige ich mich eher mit Serien. Vielleicht ist das ja eine Überkorrektur, da ich letztes Jahr so wenige Serien gesehen habe und deswegen einiges aufgeholt werden will, vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass gerade in den Sommermonaten, wo man gerne draußen ist und etwas mit Freunden unternimmt, eine Zeitspanne von 30 Minuten bis zu einer Stunde leichter konsumierbar scheint, als zwei bis zweieinhalb Stunden – wer weiß das schon so genau. Auf jeden Fall ist dies auch der Grund, weshalb ihr in letzter Zeit vermehrt Staffelreviews auf diesem Blog zu lesen bekommt – genauso wie heute, wo es um die erste Staffel der von Netflix produzierten Serie „Mindhunter“ gehen soll.

Um es gleich einmal vorweg zu sagen, die teils überschwänglichen Rezensionen diese Serie betreffend kann ich nicht zu hundert Prozent nachvollziehen. Natürlich finde auch ich die Prämisse der Serie zunächst einmal höchst interessant: den fiktiven Aufbau der real existierenden Verhaltensanalyse-Einheit des FBI, die spätestens seit der Serie „Criminal Minds“ auch hierzulande ein Begriff für Serienfans sein sollte, quasi hautnah und von der Pike auf mitzuverfolgen, bietet einiges an Zündstoff für eine Serienadaption.
Leider verliert sich dieses Potenzial gerade in den ersten Folgen in einem allzu langatmigen, ja fast mäandernden Aufbau – oder um es anders auszudrücken, die Serie braucht ziemlich lange, um so richtig in Fahrt zu kommen. Was man zunächst als angenehme Abkehr von Genrekonventionen betrachten kann, immerhin wird auf die Case of the Week Formel beinahe vollständig verzichtet, schlägt nur zu schnell in Ernüchterung um, wenn man realisiert, dass die Drehbuchautoren scheinbar abseits dieses Weges nicht viel mit einem Crime-Procedural anzufangen wussten. Da werden einem nach und nach immer wieder Charaktermomente vor die Füße geworfen, die eigentlich alle denselben Charakterzug beleuchten, Beziehungen aufgebaut, deren Dynamik, trotz des Versuchs einer tiefer reichenden Einführung, über weite Strecken undurchsichtig bleibt, und ganz allgemein eine Reichhaltigkeit vorgegaukelt, die man bei näherer Betrachtung vergebens sucht.
Während man sich also über die ersten Folgen hinweg schleppt und sehnlichst hofft, dass die Serie doch noch eine Kehrtwende hinlegt, ist man dann umso überraschter, wenn sie dies tatsächlich plötzlich vollbringt. Ab der Hälfte der Staffel fängt die Geschichte nämlich plötzlich an einen in ihren Bann zu ziehen. Nachdem die Charaktere endlich, holprig aber doch, eingeführt wurden, scheinen sich die Verantwortlichen wieder auf ihre eigentlich so spannende Prämisse besonnen zu haben und präsentieren dem Zuschauer so viel Nervenkitzel und Gänsehautmomente wie, gedenk der Tatsache, dass kaum jemals Blut fließt, nur irgend möglich ist. Dem überaus starke Finale, gepaart mit der geschickten Andeutung einer ernst zu nehmenden Bedrohung für die zweite Staffel, ist es zu verdanken, dass ich mich schon sehr auf die Sichtung der zweiten Staffel freue, die meines Wissens noch in diesem Monat bei Netflix erscheinen soll.

Danke für’s Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…


Die harten Fakten:

  • Anzahl der Staffeln: 1
  • Anzahl der Episoden: 10
  • Durchschnittliche Episodendauer: 34 – 60 Minuten
  • Distributor: Netflix
  • Darsteller: Jonathan Groff, Holt McCallany, Anna Torv, Hannah Gross

 

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