„Die Besteigung des Rum Doodle“ – Buchrezension

Hallo zusammen,

Nachdem es sich in den letzten Buchrezensionen hier vermehrt um Bücher von meiner „Lese-Challenge“, beziehungsweise dem Thema Film zugehörig, gehandelt hat, kommen wir heute mal zu einem kleinen aber umso feineren Büchlein, das in keine der beiden genannten Kategorien fällt. Auf „Die Besteigung des Rum Doodle“ wurde ich durch eine Bericht in einer Literaturbroschüre aufmerksam. Von der aberwitzigen Prämisse angezogen, landete es auf meine Liste und nachdem ich es Anfang des Jahres zufällig in der Buchhandlung meiner Wahl entdeckt hatte, war die Zeit reif zuzuschlagen. Doch worum geht es überhaupt…

Vergesst den Mount Everest, verliert nur ein müdes Lächeln bei der Erwähnung des K2, denn der wahre Gipfel, den es noch zu erobern gilt auf dieser Welt, ist der Rum Doodle. Viele haben es schon probiert, noch keiner ist von dem Versuch zurückgekehrt. Die Legenden, die um den Berg und seine Geheimnisse in schwindelerregenden Höhen ranken, sind zahlreich und unglaublich. Trotzdem wagt sich eine tapfere Seilschaft, zusammengestellt aus wahren Experten auf ihrem Gebiet und mit der Unterstützung einiger Sherpas, an die schier unlösbare Aufgabe und startet den Aufstieg. Dass sich der Navigator dabei ständig verläuft, der Arzt andauernd von einem neuen Leiden heimgesucht wird, dem Photographen ein ums andere Mal der Film belichtet wird, der Dolmetscher die einheimische Sprache wohl doch nicht ganz so gut versteht und die Sherpas ohne Bezahlung wirklich gar nichts machen, sind dabei nur ein paar der Hindernisse, denen sich der Leiter dieser außergewöhnlichen Expedition gegenübersieht.

So schräg und abgefahren wie diese Einleitung klingt, so amüsant und kurzweilig ist das Buch – hier wird der Traum vieler Bergsteiger, so hoch hinaus zu kommen wie nur irgend möglich, auf so gefühlvolle, augenzwinkernde und verständige Weise auf die Schippe genommen, dass man als Leser gar nicht anders kann, als ob der beschriebenen Ereignisse zu schmunzeln. Das der Autor dabei selbst nie zu jenem Schlag zählte, der begeistert einen Gipfel nach dem anderen erklimmt, überrascht ob seines scheinbar tiefreichenden Verständnisse für die Unwegbarkeiten und Herausforderungen, die sich bei einem solchen Mammutprojekt ergeben, umso mehr. Denn obwohl die Überspitzung die gewählte Waffe dieses Satirikers darstellt, scheinen die Ereignisse ebenso wie die Charaktere doch gekonnt in der Realität verankert. Besonders die Expeditionsteilnehmer erhalten im Laufe der Geschichte so viel Profil, dass man am Ende beinahe das Foto der wackeren Truppe, aufgenommen am Fuße des fiktiven Berges, vor seinem inneren Auge hat.

Alles in allem ist „Die Besteigung des Rum Doodle“ die köstliche Schilderung einer fiktiven Expedition, die nicht nur das Herz von Bergsteigern höher schlagen lässt und dem Leser einige schöne Stunden bei der geistigen Besteigung des Gipfels aller Gipfel beschert.

Danke für’s Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…


Die harten Fakten:

  • Originaltitel: The Ascent of Rum Doodle
  • Autor: William E. Bowman
  • Übersetzer: Wolfgang Colden und Michael Hein
  • Verlag: Wilhelm Goldmann Verlag
  • Seitenanzahl: 188
  • ISBN: 978-3-442-15809-6

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