Letztens auf…Netflix: Triple Frontier

Hallo zusammen,

heute soll es hier um ein weiteres Netflix-Original gehen, dessen Sichtung bereits etwas länger her ist, das mir aber im Vergleich zu „The Highwaymen“ um einiges besser im Gedächtnis geblieben ist. Weshalb mich das durchaus verwundert, erfahrt ihr nach einer kurzen Inhaltsangabe.

Einst zählten sie zu den härtesten Hunden, die das Militär zu bieten hatte, doch die Zeit war nicht gerade gnädig zu den Ex-Elitesoldaten – seit ihrer ehrenhaften Entlassung schlagen sie sich mit Seminaren, Nebenjobs und gescheiterten Karriereversuchen durch. Nur Pope hat es dank der Zusammenarbeit mit dem kolumbianischen Militär nach Südamerika verschlagen. Als er dort durch eine Informantin über das geheime Geldversteck eines hiesigen Drogenbarons erfährt, wittert er die einzigartige Chance auf das große Geld und den wohlverdienten Ruhestand. Schnell wird die alte Truppe wieder zusammengesammelt und ein Coup geplant – doch ein Plan ist das eine, die Realität dann aber meist etwas ganz anderes.

Bereits während der ersten Hälfte des Film ließ mich ein Gedanke nicht mehr los: „Da steckt unglaublich viel Potenzial dahinter“ – ein durchaus nachvollziehbarer Gedanke, schaut man sich alleine einmal die Verantwortlichen hinter und vor der Kamera an. Mit dem Regisseur von „A Most Violent Year“ und Namen wie Oscar Isaac, Charlie Hunnam, Pedro Pascal und Ben Affleck sollte eigentlich nicht mehr viel schief gehen können. Und tatsächlich ist es das auch nicht – leider ist aber auch nicht viel Außergewöhnliches dabei herausbekommen.
Da wäre zum Beispiel die Handlung, die zwar auf Biegen und Brechen versucht sich unvorhersehbar und komplex zu geben, im Endeffekt aber für Liebhaber des Genres ziemlich schnell ziemlich vorhersehbar wird. Natürlich versteckt sich der ein oder andere positive narrative Ausreißer zwischen den Zeilen, aber alles in allem bleibt es eine bekannte, bereits zu oft gesehene Formel: der Traum nach dem letzten, aller verändernden Coup, der Kampf mit den eigenen Moralvorstellungen und schließlich das Scheitern an der eigenen Gier.
Um diese emotionale Bandbreite des Scripts auch gebührend darstellen zu können, holte man sich glücklicherweise einen Haufen fähiger Darsteller mit ins Boot, die allesamt ihre Sache auch wirklich sehr gut machen und dennoch so wirken, als hätten sie ganz leicht die Handbremse angezogen. Vielleicht liegt das ja auch an der Gruppendynamik, denn gerade der Anführer wird von Affleck etwas zu reduziert und introvertiert verkörpert, um den anderen genügen Reibfläche zu bieten, um glänzen zu können. Da macht Isaac als zweiter Mann schon einen deutlich besseren Job  aber selbst hier beschleicht einen das Gefühl, dass niemand dem anderen mit seiner Darbietung auf die Füße treten wollte, weshalb sich lieber alle auf ein solides Level begeben haben.
Und genauso wie Story und Darsteller bewegt sich auch die Inszenierung, samt dem Setdesign, auf einem guten, wenngleich nicht herausragenden Niveau – alles ist schön in Szenen gesetzt, Kulissen und Kostüme wirken homogen mit der Geschichte verwoben und das ganze fügt sich zu einem stimmigen Gesamteindruck zusammen.

Alles in allem ist „Triple Frontier“ ein Film, mit dem man nicht viel falsch machen kann, wenn einem der Sinn mal wieder nach einem gepflegten, actionlastigen Drama im weiteren Militärmilieu steht, immerhin hat Netflix hier einen durchwegs soliden Film auf die Beine gestellt. Trotzdem lässt der Film leider auch unglaublich viel Potenzial einfach links liegen und kann es deswegen auch nicht mit den wirklichen Perlen des Genres aufnehmen.

Danke für’s Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…


Die harten Fakten:

  • Originaltitel: Triple Frontier
  • Regie: J. C. Chandor
  • Darsteller: Ben Affleck, Oscar Isaac, Charlie Hunnam, Pedro Pascal, Garrett Hedlund
  • Laufzeit: 125 Minuten
  • Distributor: Netflix

Ein Kommentar zu „Letztens auf…Netflix: Triple Frontier

Gib deinen ab

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

Klappe!

Das Filmmagazin

honigwolke.wordpress.com/

Life & Story Blog aus Oberösterreich

Der FilmBlogCast

Drei Filmfreunde und -Blogger sprechen über ihr liebstes Hobby - und lassen nebenbei auch noch die Tonaufnahme laufen.

Wermi's Worte Filmblog

Hier gibt es Analysen, Reviews, Kritiken oder auch Essays von mir zu allem aus der Filmwelt!

Ecce homo

Siehe, der Mensch

Apokalypse Film

Schaut vor der Apokalypse keine schlechten Filme!

Der Filmkürbis

Schamlos subjektive Filmkritiken

Film plus Kritik - Online-Magazin für Film & Kino

“Film is a disease. When it infects your bloodstream, it takes over as the number one hormone; the antidote to film is more film.”

%d Bloggern gefällt das: