Rezensionsleichen in meinem Keller #7

Hallo zusammen,

dem ein oder anderen von euch dürfte vielleicht aufgefallen sein, dass in den letzten Wochen wieder etwas weniger Beiträge hier erschienen sind, und die Spürnasen unter euch dürften auch schon den Grund erraten haben: ich war im Urlaub. Wie das nun einmal so ist, wenn man seine Zeit in der Sonne am Strand verbringt, sinkt der Medienkonsum (mal abgesehen von Büchern) plötzlich rapide in den Keller, was einerseits dazu führt, dass sich im August ziemlich wenige Rezensionsleichen hier angesammelt haben, andererseits wird es für den August kein monatliches Ranking geben, weil ich schlichtweg nur zweimal ins Kino gekommen bin – aber keine Sorge, im monatlichen Ranking für den September werde ich euch dann auch meine Meinung zu den August-Sichtungen mitteilen. So, das war nun aber genügend Gerede über ein anderes Format, kommen wir endlich zu jenen Filmen, die ich im August gesehen aber bisher an keiner anderen Stelle verwertet habe.


⇒Das Leben des David Gale (Erstsichtung) 

Prädikat: Ein Blick kann nicht schaden

Kevin Spacey steht ja zur Zeit bei Presse wie Publikum sehr niedrig im Kurs, nichts desto trotz muss man aber einfach zugeben, dass der Mann ein verdammt guter Schauspieler ist. Sein großes Talent beweist er auch in dieser Mischung aus Drama und Thriller aus dem Jahr 2003, welches durch seine Performance und das ebenso konsequente wie überraschende Ende vor dem generischen Dahinplätschern bewahrt wird.

⇒Fearless (Erstsichtung) 

Prädikat: Ein Blick kann nicht schaden 

Ja, ich gebe es zu, man muss schon eine gewisse Affinität für das asiatische Kino, vor allem für Biopics berühmter Kampfsportmeister, mit sich bringen, aber wenn man dieser Welt auch nur ein bisschen etwas abgewinnen kann, wird man hier sicher seine Freude haben. Der Film erfindet das Rad zwar nicht neu, liefert dafür aber solide Martial-Arts-Unterhaltung über seine Laufzeit hinweg.

⇒Evolution (Rewatch)

Prädikat: Kann man mal schauen, muss man aber nicht

Hier mal ein Kandidat aus der Reihe „Große Hoffnungen – leider nicht erfüllt“, aber versteht mich nicht falsch, diese Alien-Komödie mit David Duchovny in der Hauptrolle, dessen Zeit bei den „X-Files“ übrigens mehr als einmal gehörig auf die Schippe genommen wird, ist bei weitem kein schlechter Film – er ist stellenweise sogar recht unterhaltsam. Leider hat man aber aus dem immensen Potenzial nur wenig herausgeholt und viele Gags, einige davon sogar ziemlich offensichtlich, links liegen gelassen.

⇒ Species (Rewatch) 

Prädikat: Ein Blick kann nicht schaden

Man muss zwar in der richtigen Stimmung dafür sein, aber wenn einem der Sinn nach einem Mix aus Crime-Thriller und Creature Feature steht, macht man mit diesem Kandidaten aus den 90ern nicht viel falsch. Er zählt zwar nicht zu den Perlen des Genres, aber das Design von H.R. Giger ist, wie sonst auch, atemberaubend schön und gruselig zugleich, das Drehbuch bemüht sich ebenso um die Geschichte wie die Charakterzeichnungen, auch wenn das Gesamtwerk trotzdem kaum über ein solides Mittelmaß hinauskommt, und die Schauspieler bewegen sich alle im Bereich „okay bis gut“.

⇒Anna und die Apokalypse (Erstsichtung)

Prädikat: Ein Blick kann nicht schaden

Endlich konnte ich diesen schrägen Mix aus Zombie-Survival und Musical nachholen und muss leider auch hier sagen, dass mich das Endresultat, ob des liegengelassenen Potenzials, nicht hundertprozentig überzeugen konnte. Ich hatte mir das ganze einfach etwas komischer, skurriler und auch deutlich abgedrehter vorgestellt, doch leider scheint es so, dass das Team hinter dem Projekt lieber auf Nummer sicher gehen wollte, weshalb es für den Zuschauer zwar ganze nette Musicaleinlagen zu hören gibt und ein paar amüsante Splatterelemente zu sehen, insgesamt will die Mischung aber nie so recht zusammenfinden und beide Zutaten für sich genommen, kommen nie über ein solides Mittelmaß hinaus.

⇒Payback (Rewatch)

Prädikat: Sehenswert

Zwar erfindet auch dieser Streifen das Genre nicht neu, aber trotzdem ist ein unterhaltsamer Abend mit dieser düsteren Gangsterkomödie garantiert. Das liegt einerseits an den coolen Sprüchen und der wertigen Ausstattung, andererseits aber auch an einem hervorragend gelaunten Mel Gibson, der der Rolle des knallharten Rächers eine herrlich sarkastische Note verpasst.

⇒Die Tochter des Generals (Rewatch) 

Prädikat: Kann man mal schauen, muss man aber nicht 

Dramen im Dunstkreis des Militärs sind ja immer so eine Sache, meist triefen sie nur so vor überbordendem Patriotismus und wischen die eigentlich zunächst aufgezeigten Missstände am Ende einfach so mir nichts dir nichts wieder vom Tisch. „Die Tochter des Generals“ bildet hierbei leider keine Ausnahme und präsentiert in der finalen Auflösung auch noch einen zwar schockierenden aber ebenso fragwürdigen Twist, dennoch werden Fans des Genres hier wohl auf ihre Kosten kommen.

⇒Out of Sight (Rewatch)

Prädikat: Sehenswert

Es gibt Regisseure, die sich einen unverkennbaren Stil im Laufe ihrer Karriere angeeignet haben – Soderbergh ist einer von ihnen. So überrascht es auch nicht, dass bei „Out of Sight“ bereits eindeutig jene Stilelemente erkennbar sind, welche ein paar Jahre später der Ocean’s-Reihe zu ihrem Erfolg verhelfen sollten. Hier treffen spritzige Dialoge auf eine nicht vollständig lineare Erzählstruktur, ein pfiffiger Soundtrack auf nonchalante Charaktere – oder anders gesagt, hier bekommt das Publikum einfach eine erfrischende, leichtfüßige Gangsterkomödie spendiert.

⇒Jaques – Entdecker der Ozeane (Erstsichtung)

Prädikat: Ein Blick kann nicht schaden

Zwar bietet dieser Film nicht viel mehr als Biopic-Standardware, vor allem die relativ blasse, eindimensionale Zeichnung von Cousteau selber zeigt das vergeudetet Potenzial, aber das ganze ist so wunderbar in Szene gesetzt und mit so herrlichen Unterwasseraufnahmen garniert, dass es zumindest für die Augen eine zauberhafte Reise in die wundersame Welt der Ozeane ist.

⇒Die dunkle Seite des Mondes (Erstsichtung) 

Prädikat: Nicht so schlecht wie erwartet, aber deswegen noch lange nicht gut 

Da es sich hier um die Verfilmung eines Romans von Martin Suter handelt, sah ich die Gelegenheit gekommen dem deutschen Fernsehfilm mal wieder eine Chance zu geben – immerhin finden sich mit Namen wie Moritz Bleibtreu und Pius Ott auch einige ziemlich gute Vertreter ihrer Riege unter dem Cast. Leider wurde ich einmal mehr darin bestätigt, dass ein deutscher TV-Krimi pro Jahr eindeutig ausreichend ist, denn egal ob nun Buchverfilmung oder nicht, die Schablone wird überall darüber gestülpt, ob sie nun passt oder nicht. Dafür wurde hier einfach mal gravierend an der Geschichte herumgeschraubt, damit nicht nur die eineinhalb Stunden Laufzeit gesichert sind, sondern auch dem altbekannten und altbewährten Schema gefolgt werden kann. Das ist in diesem Fall nicht nur wegen der brauchbaren Vorlage schade, sondern auch weil man das Potenzial hinter dem Streifen eindeutig erkennen kann.


Und das war sie auch schon, meine doch erstaunlich lange Liste an Heimkino-Sichtungen im August. Habt ihr vielleicht auch einen der oben genannten Filme bereits gesehen? Wenn ja, wie ist eure Meinung dazu? Hinterlasst mir doch einen Kommentar.

Danke für’s Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…

4 Kommentare zu „Rezensionsleichen in meinem Keller #7

Gib deinen ab

  1. Ja, „Out of Sight“ ist wahrlich eine dieser wunderbaren 90er Jahre Gangsterfilmperlen, die eben nicht nur Tarantino kopieren, sondern man das Talent des Regisseurs spürt (und eben auch dass es eine exzellente Vorlage gab).

    Gefällt 1 Person

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