„Once upon a Time in… Hollywood“ – Hach, die 60er, was waren das noch für Zeiten

Header Image: © 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Hallo zusammen,

nachdem ich im August auf Urlaub war, bin ich, wie bereits öfters in meiner „Blogger-Karriere“, mal wieder in Verzug was die Rezensionen zu von mir gesichteten Kinofilmen anbelangt. Deswegen wird es heute höchste Zeit, dass ich euch endlich meine Meinung zu einem der im Vorfeld meist erwartetsten Filme des Kinojahres 2019 mitteile: die Rede ist natürlich von Quentin Tarantinos neuntem, nach Aussagen des Regisseurs womöglich vorletztem Langspielfilm.

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Die 60er befinden sich in ihren letzten Zügen und die Karriere des ehemalige Serienhelden Rick Dalton augenscheinlich auch – während er sich früher der Anfragen kaum erwehren konnte, besteht seine Aufgabe heutzutage meist darin den Bösewicht in irgendeinem Piloten zu mimen. Diese Situation belastet auch seinen Freund und Langzeit-Double Cliff Booth, der sich, mangels eintrudelnder Aufträge, ein halbwegs komfortables Leben als Daltons „Mädchen-für-alles“ eingerichtet hat. Doch wird Dalton wirklich zulassen, dass sein Stern für immer verblasst? Und was hat die Manson Family mit all dem zu tun?

Man kann es sich nach dieser Zusammenfassung bereits denken, aber nur um es noch einmal unmissverständlich klar zu stellen: dieser Film bietet, vor allem gemessen an seiner Laufzeit, extrem wenig Handlung. Wer hier ein rasant inszeniertes Actionfeuerwerk mit deutlichem Splattereinschlag erwartet, wird ziemlich sicher enttäuscht den Kinosaal verlassen, denn Tarantino schlägt hier vordergründig ungewohnt ruhige Töne an. Man beachte hier das Wort „vordergründig“, denn obwohl es einem der Großen Hollywoods in diesem Film offenkundig eher darum geht einen Liebesbrief an eine Ära der Filmkunst zu verfassen, die ganz offensichtlich sein Herz bereits vor langer Zeit im Sturm erobern konnte, so müssen die Zuschauer doch nicht ganz auf übertriebene Gewalteinlagen verzichten. Gerade das Ende wirkt in dieser Hinsicht beinahe wie eine alles verschlingende Explosion, in Anbetracht des bis dahin eingeschlagenen Weges. Während das große Finale also all das liefert, was einem die vielen mal mehr mal weniger versteckten Hinweise bereits angedeutet haben, spielt Tarantino an andere Stelle herrlich nonchalant mit den Erwartungen des Publikums – was im Moment der Sichtung vielleicht noch irritieren, ja sogar enttäuschen mag, bei etwas genauerer Betrachtung aber eindeutig zu den Stärken des Films gezählt werden kann. Doch nicht nur in diesem inszenatorischen Spiel mit dem Erwartbaren zeigt der Meister des Mainstream-Arthouse-Kinos, dass er nach wie vor weiß was er tut, denn wer das Konzept einer MacGuffin getriebenen Narrative beiseite legen kann, wird eine Aneinanderreihung bildschöner Szenen, untermalt mit schlagkräftigen Dialogen, eine Hommage an eine nur vermeintlich einfachere Zeit und eine Geschichte, die sich erst in ihrem finalen Akt zu einer schlüssigen Conclusio zusammenfügt, bestaunen können.

Alles in allem reiht sich der neueste Film aus der Feder Tarantinos wohl eher nicht unter seinen besten Werken ein, dafür fehlt es bei der doch recht ordentlichen Lauflänge einfach ein wenig an dem bekannten Biss, aber alleine schon aufgrund der unzähligen Referenzen, des grandiosen Schauspiels von DiCaprio und Pitt und des äußerst befriedigenden Showdowns ist der Film auf jeden Fall mindestens eine Sichtung wert.

Danke für’s Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…


Die harten Fakten:

  • Darsteller: Leonardo DiCaprio, Brad Pitt, Margot Robbie, uvm
  • Regisseur: Quentin Tarantino
  • Laufzeit: 161 Minuten
  • Erscheinungsjahr: 2019
  • Distributor: Sony Pictures
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Ein Gedanke zu “„Once upon a Time in… Hollywood“ – Hach, die 60er, was waren das noch für Zeiten

  1. Durchaus mal ein etwas „anderer“ Tarantino, der bei der ersten Sichtung schon so manche Länge hatte. Beim 2. Mal konnte ich ihn aber schon viel mehr genießen. Überlege tatsächlich noch einen dritten Besuch 😊

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