Rezensionsleichen in meinem Keller #8

Hallo zusammen,

wie schnell so ein Monat doch immer rum ist, kaum aus dem Urlaub zurück, noch ein paar Sachen erledigt und ehe man es sich versieht, steht auch schon der Herbst vor der Tür und drängt sich samt Wind, Regen und fallender Temperaturen ungefragt herein. Wobei, sie ein richtig trüber Herbsttag hat nicht nur Nachteile, eignen sich doch besonderes solche Tage hervorragend für das gepflegte Verweilen vor dem Fernseher – was sich auch hier bei den Rezensionsleichen deutlich widerspiegelt. Bevor ich mich also noch weiter dem Gejammer über das Wetter hingebe, präsentiere ich euch lieber mal die Liste jener Filme, die ich im September auf dem kleinen Fernseher gesehen habe.


⇒ Es 2017 (Rewatch) 

Prädikat: Sehenswert

Bevor ich mir Kapitel 2 im Kino angeschaut habe (dazu erscheint in den nächsten Tagen übrigens noch eine Rezension hier), durfte natürlich die erneute Sichtung dieses Genremix aus Coming of Age und Horror nicht fehlen. Bei dieser zweiten Sichtung büßte der Film zwar meiner Meinung nach ein wenig von seinem Gruselfaktor ein, immerhin waren die lauernden Jump Scares inzwischen bereits bekannt, aber nichts desto trotz konnte mich die Geschichte erneut in ihren Bann ziehen. Wer gerne meine ausführlichen Gedanken nach der ersten Sichtung damals im Kino erfahren möchte, der muss nur HIER drauf klicken.

⇒ American Yakuza (Erstsichtung) 

Prädikat: Kann man mal schauen, muss man aber nicht

Wo sich hier der Wurm nun genau versteckt, lässt sich gar nicht so leicht sagen: ist es nun der Schnitt, die Regie, das Drehbuch oder von allem etwas? Auf jeden Fall kann man sagen, dass sich die Geschichte eines Undercover-Agenten in mitten der amerikanischen Yakuza nie so wirklich rund anfühlt, was umso bedauerlicher ist, da das Potenzial des Films immer wieder durchzublitzen vermag.

⇒ Avengers: Endgame (Rewatch) 

Prädikat: Besonders Sehenswert

Auch bei der inzwischen vierten oder sogar fünften Sichtung konnte mich der Abschluss der Infinity-Saga wieder voll und ganz überzeugen – wenn ich ganz ehrlich bin, gefällt mir der Film sogar mit jeder Sichtung noch ein kleines bisschen besser. Auch hier gibt es bereits eine ausführliche Rezension zu dem Film, zu der ihr durch einen Klick HIER drauf gelangen könnt.

⇒ Mission Impossible – Fallout (Rewatch) 

Prädikat: Sehenswert

Anders als „Avengers: Endgame“ konnte mich dieser Film bei der erneuten Sichtung nicht mehr ganz so vom Hocker hauen, wie beim ersten Mal. Versteht mich nicht falsch, es ist immer noch ein toller Actionfilm garniert mit unglaublichen Stunts, aber ähnlich wie bei Horrorfilmen muss man bei der zweiten Sichtung einfach nicht mehr so oft den Atem anhalten, weil man ja bereits weiß, wie eine Szene ausgehen wird.

⇒ Blade 2 (Rewatch) 

Prädikat: Ein Blick kann nicht schaden

Für all jene, die damals bei Erscheinen von „Black Panther“ noch laut gejubelt hatten, dass die Filmlandschaft nun endlich auch einen schwarzen Superhelden spendiert bekommen habe, hier noch einmal die Erinnerung: den gab es bereits zur Jahrtausendwende (sogar von Marvel!) und sein Name war „Blade“. Aber nun genug der Geschichtsstunde, geht es hier doch gar nicht um den ersten Teil, sondern den schaurig schönen Nachfolger. Mit „Blade 2“ orientierte sich die Reihe, dank Wechsel im Regiestuhl, nicht nur deutlicher in Richtung Horror, auch ein neuer Feind trat dem Daywalker entgegen – und das sind nur zwei der Gründe, weshalb ich den zweiten Teil sogar noch eine Spur besser finde, als den Ersten.

⇒ Copykill (Erstsichtung) 

Prädikat: Kann man mal schauen, muss man aber nicht

Zu Beginn weiß das Rätsel rund um einen neuen Serienkiller, der in San Francisco sein Unwesen treibt, ja noch halbwegs zu überzeugen – der Cast macht seine Sache solide bis gut, die Geschichte konzentriert sich mehr auf die Ermittler als auf den Mörder, was das Mysterium begünstigt, und der Zuschauer wird über viele Motive im Dunkeln gelassen. Leider fällt einem mit fortschreitender Laufzeit auf, dass die vielen Wirrungen und Irrungen eher dem konfusen Schnitt als der durchdachten Geschichte geschuldet sind, und spätestens wenn gegen Ende das untrügliche Gefühl einsetzt, dass essentielle Bausteine fehlen, um alle roten Fäden sinnvoll zu verbinden, stellt man mit Bedauern fest, dass hier viel Potenzial liegen gelassen wurde.

⇒ Durch die Wand (Erstsichtung) 

Prädikat: Besonders sehenswert

Egal, ob man sich nun für den Klettersport interessiert oder nicht, dieser Film wird einen sicher nicht kalt lassen – dafür sind die Bilder zu atemberaubend, die beiden Männer, die da in der Wand hängen und versuchen sie zu erklimmen zu sympathisch, und die Emotionen zu real.

⇒ In den Straßen der Bronx (Erstsichtung) 

Prädikat: Ein Blick kann nicht schaden

Ich mag mit meiner Meinung vielleicht in der Minderheit sein, aber für mich kommt „A Bronx Tale“ weder an die großen Coming-of-age – Filme, noch an die großen Mafia-Filme heran. Dafür finde ich den jugendlichen Protagonisten einfach zu blass, die mafiösen Machenschaften zu handzahm und mehr DeNiro vs Palminteri hätte der Geschichte auch eindeutig gut getan. Trotz dieser Kritikpunkte fühlt man sich aber, auch dank der fähigen Regiearbeit von DeNiro, über die Laufzeit hinweg gut unterhalten und einigermaßen investiert.

⇒ Bank Job (Erstsichtung) 

Prädikat: Kann man mal schauen, muss man aber nicht

Würde der Film nicht auf wahren Begebenheiten beruhen, wäre das Katz- und Maus-Spiel zwischen ein paar Bankräubern, ein paar Gangstern und der Polizei wohl nur halb so spannend mitzuverfolgen, denn sonderlich innovativ wirkt bei diesem britischen Heist-Movie eigentlich gar nichts. Aber so ist das nun einmal, manchmal schreibt selbst das Leben relativ generische Geschichten. Nichts desto trotz erwartet einen, vor allem auch wegen des guten Casts, ein doch recht kurzweiliger Abend, sollte man sich dazu entschließen dem Streifen eine Chance zu geben.

⇒ Exposed (Erstsichtung) 

Prädikat: Kann man sich sparen

Zunächst war ich absolut verwirrt, als der Abspann zu laufen begann – so einen offensichtlich grausam zerschnittenen Film hatte ich schon sehr lange nicht mehr gesehen. Eine kurze Recherche später war mir dann alles klar, diese Version hat nämlich offenbar nichts mehr mit der eigentlichen Vision des Regisseurs zu tun, weshalb dieser sich auch kurzer Hand aus den Credits streichen ließ. Zu der ursprünglichen Version kann ich an dieser Stelle nichts sagen, ich kann leider lediglich jenen Film bewerten, der auf der DVD gespeichert ist, und der ist einfach wirklich Müll. Klar, man merkt schon, dass sich da irgendwo zwischen all den unzusammenhängenden Szenen ein guter Film verstecken könnte, aber diese leise Ahnung reicht nicht aus, um das krude Ende, die vielen losen Fäden und die konfuse Erzählstruktur wett zu machen.

⇒ Mulan (Rewatch) 

Prädikat: Sehenswert 

Auch wenn heutzutage gerne einmal auf Disney herumgehackt wird, teils auch ganz zu Recht, zeigen gerade solche Zeichentrickperlen wie „Mulan“, dass das Studio einiges auf dem Kasten hat, wenn es nur will. Denn die Geschichte rund um das Mädchen das auszog, um China vor der Hunnen zu retten, nur um ihrem Vater einen weiteren Krieg zu ersparen, berührt Groß wie Klein gleichermaßen, besticht es doch zusätzlich durch seine wunderschönen handgezeichneten Animationen, die großartige Musik und die feine Prise Humor.

⇒ Mein Nachbar Totoro (Rewatch) 

Prädikat: Besonders sehenswert

Auch wenn man sonst nichts mit Animes am Hut hat, wird es wohl kaum jemanden geben, der sich dem Charme des riesigen, flauschigen Waldgeistes und seinen Miniaturausgaben entziehen kann. Man sollte sich allerdings nicht von dem knuffigen Look täuschen lassen, denn hinter der wunderbar gezeichneten Fassade verbirgt sich eine Geschichte, die Themen wie Verlustangst, Krankheit und das Erwachsenwerden behandelt.

⇒ Your Name. (Rewatch) 

Prädikat: Besonders sehenswert

Ich habe es bereits mehrfach gesagt und ich sage es wieder: „Your Name.“ ist jener Anime, den man all jenen zeigen sollte, die ansonsten nichts mit Animes am Hut haben. Denn die Geschichte rund um zwei Teenager, die eines Tages plötzlich im Schlaf ihre Körper tauschen, ist phantastisch geschrieben, musikalisch bezaubernd untermalt und einfach nur atemberaubend anzuschauen. Wer gerne meine noch ausführlichere Lobeshymne lesen möchte, der muss einfach nur HIER drauf klicken.

⇒ Taffe Mädels (Rewatch) 

Prädikat: Ein Blick kann nicht schaden

Ich weiß nicht wie ihr das seht, aber für mich muss es nicht immer das große Meisterwerk, der tiefgründige Arthousefilm oder die Indieperle sein, ich erfreue mich des Abends gerne auch mal an leichter Kost. Wenn es euch genauso geht und ihr gegen etwas derbere Buddie-Cop-Comedys nichts einzuwenden habt, kann ich euch diesen Film wirklich ans Herz legen. Die Chemie zwischen McCarthy und Bullock passt, die Witze zünden auch zum größten Teil und die Handlung bietet genau das, was man sich erwartet: ein wenig Action, einen kleinen Twist und viele coole Sprüche.

⇒ Illuminati (Rewatch)

Prädikat: Kann man mal schauen, muss man aber nicht

Achja, die Dan-Brown-Verfilmungen sind schon so eine Sache, zwar ist es ganz spannend einmal etwas in die uns umgebenden Symboliken einzutauchen aber ab irgendeinem Punkt – manchmal eher später, so wie bei „Sakrileg“, manchmal eher früher, so wie bei diesem Film, oder manchmal sogar von Anfang an, so wie bei „Inferno“ – übertreibt es der Gute dann meistens. Und auch die anfänglich angetäuschte kritische Auseinandersetzung mit jenen Mechanismen, welche die katholische Kirche zusammenhalten, wirkt in Anbetracht der letzten Szene, wenn der Protagonist ehrfürchtig aus der Ferne einen Blick auf „seine Heiligkeit“ wirft, etwas aufgesetzt.


Und das waren sie auch schon, jene Sichtungen im September, die ich nirgends anders untergebracht habe. Kennt ihr vielleicht einen der genannten Filme? Falls ja, wie ist eure Meinung dazu?

Danke für’s Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…

8 Gedanken zu “Rezensionsleichen in meinem Keller #8

  1. Taffe Mädels hatte ich mal für eine Zeitung rezensiert:

    Zicke und Prolizistin

    Der Regisseur Paul Feig widerlegte mit seinem Überraschungserfolg „Brautalarm“ (2011) die Theorie, dass Saufen, Furzen, laszive Witze grölen und sich völlig daneben zu benehmen klassische Männerdomänen sind. Denn hier polterte ein halbes Dutzend Weiber derart brachial über die Leinwand, dass jedem Kerl angst und bange wurde.
    Feigs aktuelles Werk „Taffe Mädels“ ist ein Copduo-Film – ein Genre, das in den Neunzigern mit Streifen wie „Nur 48 Stunden I+II“, „Diese Zwei sind nicht zu bremsen“, „Lethal Weapon 1-4“, „Robocop“, „Mein Partner mit der kalten Schnauze oder auch „Spacecop L.A. 1991“ seinen Höhepunkt hatte. Dabei wurden stets zwei eher unterschiedliche Charaktere losgeschickt, das Verbrechen zu bekämpfen, die dabei immer aufeinander angewiesen waren, um letztendlich mehr oder minder als strahlende Sieger dazustehen.
    So auch hier: Sandra Bullock ist die smarte und dienstbeflissene FBI-Agentin Sarah Ashburn, die die höchste Aufklärungsquote in New York vorweisen kann. Melissa McCarthy gibt Shannon Mullins, eine hemdsärmelige Polizistin aus Boston, die als lautstarke und schlagkräftige Einfrauarmee so ihre ganz eigenen Methoden entwickelt hat. Zusammen – oder anfangs gegeneinander – ziehen die beiden Frauen los, einen Drogenbaron zur Strecke zu bringen.
    Auf der großen Leinwand kommt „Taffe Mädels“ als derbe Krimikomödie mit verbalen Feuerwerken und durchgeknallter Situationskomikdaher, die einzig und allein auf ihre beiden titelgebenden Hauptfiguren setzt. Kein tiefsinniges Kino mit ausgearbeiteten Charakteren, sondern ein luftiger Popcornfilm zum Schenkelklopfen, lautem Lachen und alsbaldigen Vergessen.

    Gefällt 1 Person

    • Stimmt natürlich…noch früher gab es glaub ich auch noch „Metro Man“ oder so…ich wollt damit nur zum Ausdrücken bringen, dass Black Panther bei weitem nicht der erste schwarze Comic-Held war und es mit „Blade“ davor auch schon eine recht erfolgreiche Filmreihe rund im einen schwarze Comicfigur gab

      Gefällt 1 Person

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