„The Big O“ – Buchrezension

Hallo zusammen,

nachdem ich in einer Literaturzeitschrift einen Artikel über den heißen „Newcomer“ aus Irland namens Declan Burke gelesen hatte, der das Krimigenre wohl zur Zeit ganz schön auf den Kopf stellen soll, dachte ich mir, es wäre an der Zeit mir selbst mal ein Bild davon zu machen, und habe mir deswegen gleich mal beim Buchhändler meines Vertrauens einen seiner Romane geholt. Die Wahl fiel dabei eher ganz pragmatisch und spontan auf „The Big O“, da es das einzige Werk von ihm war, welches lagernd war. Ob mich das Buch ebenso aus den Socken hauen konnte, wie manche Pressevertreter, erfahrt ihr nach einer kurzen Inhaltsangabe.

Karen weiß zwar noch nicht so recht, ob sie diesem eigenartigen Typen, der gerade Zeuge davon war, wie sie eine Tankstelle überfallen hat, trauen kann, aber zumindest ist er anders, als alle anderen Männer, die ihr bisher so untergekommen sind, und scheinbar stört ihn auch ihre diebisch Ader nicht im geringsten. Und so lässt sie sich darauf ein, fürs erste, geht ein paar Mal mit ihm aus, lernt ihn ein bisschen besser kennen und versteht langsam aber sicher immer besser, warum ihn ihr Überfall nur wenig beeindruckt hat, immerhin entführt er hauptberuflich Leute für Geld. Eigentlich ein ganz angenehmer Job, wäre da nicht sein neuer Boss, ein ziemlich zwielichtiger Kerl, und sein neuer Auftraggeber, ein ziemlich nervöser Kerl. Noch komplizierter wird es, als sich zu allem Überfluss auch noch herausstellt, dass seine neue Zielperson Karens beste Freundin ist, und sein Auftraggeber Karens Chef. Als dann auch noch Karens Exfreund die Bühne betritt, ist das Chaos perfekt und alle scheinen zu ahnen, dass wohl nicht jeder heil aus der Sache raus kommen wird.

Wie man dieser kurzen Inhaltsangabe wohl schon entnehmen kann, handelt es sich bei diesem Roman weniger um eine klassische Kriminalgeschichte, als viel mehr um eine wilden Mix aus Situationskomik, schwarzem Humor, rasanter Action und ja, auch ein wenig Krimielementen. Dass dies durchaus über die knapp 300 Seiten des Werkes hinweg zu unterhalten weiß, liegt vor allem an dem interessanten Aufbau, den der Autor gewählt hat. Die Geschichte wird nämlich nicht aus der Sicht einer einzigen Person erzählt, sondern aus der Sicht mehrerer Protagonisten. So springt der Leser jeweils zwischen den unterschiedlichen Erzählsträngen hin und her, bleibt immer hautnah am Geschehen und kann mit Genuss nachverfolgen, wie am Ende alle Fäden zusammenlaufen. Während also der Aufbau der Geschichte durchaus zu überzeugen weiß, bietet die Handlung selber kaum Neues. Das meiste konnten sich Fans des Genres so oder so ähnlich bereits in zahlreichen anderen Werken zu Gemüte führen, auch die Kombination aus bitterbösem Humor und Kriminalgeschichte bekam man schon zuhauf in der Literatur vorgesetzt (man denke nur an Werke wie „Ich raube, also bin ich“ von Tibor Fischer oder „Der Hundertjährige…“ von Jonas Jonasson). Doch obwohl die Handlung rein objektiv betrachtet wohl keinen Innovations-Preis gewinnen würde, kann man ihr den Unterhaltungswert dann doch nicht absprechen – amüsiert blättert der Leser von Seite zu Seite und verfolgt gespannt das bunte Treiben, welches sich zwischen den Zeilen vor seinen Augen abspielt.

Alles in allem ist „The Big O“ leichte Unterhaltung für Zwischendurch und vor allem Lesern zu empfehlen, die gerne eine Prise schwarzen Humor in ihrer Krimisuppe haben.

Danke für’s Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…


Die harten Fakten:

  • Autor: Declan Burke
  • Übersetzer: Robert Brack
  • Verlag: Edition Nautilus
  • Seitenanzahl: 316
  • ISBN: 978-3-96054-002-1

 

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