„Hercule Poirot rechnet ab“ – Buchrezension

Hallo zusammen,

im Urlaub war es diesmal endlich soweit, ich konnte eine meiner größten literarischen Bildungslücken schließen und mir ein Werk von Agatha Christie zu Gemüte führen. Tatsächlich war dies zwar meine erste Begegnung mit Christie in geschriebener Form, in filmischer Hinsicht kenne ich die Grande Dame des Krimigenres allerdings schon sehr lange. Bereits als Kind zählten die Buchverfilmungen mit Peter Ustinov als schrulligem Privatdetektiv Hercule Poirot zu meinen absoluten Genrelieblingen – woran sich bis heute nichts geändert hat. Ob mich diese Sammlung von Kurzgeschichten genauso in ihren Bann ziehen konnte, wie dies den bewegten Bildern immer wieder gelingt, erfahrt ihr nach einer kurzen Inhaltsangabe.

Er mag ein komischer Kauz sein, doch eines ist unbestreitbar, seine kleinen grauen Zellen zählen zu den fähigsten der Welt. Kein Wunder also, dass Tag für Tag die unterschiedlichsten Menschen mit den unterschiedlichsten Geschichten bei dem belgischen Privatdetektiv an die Türe klopfen. Doch kein Geheimnis ist zu verborgen, kein Rätsel zu verworren und kein Fall zu schwer für Hercule Poirot und seinen treuen Begleiter Captain Hastings.

Wie bereits in meiner Einleitung kurz erwähnt, handelt es sich bei dem von mir gelesene Buch nicht um einen der vielen Romane aus der Feder Christies, sondern um eine kleine Sammlung erquicklicher Kurzgeschichten, die allesamt leicht verdaulich und mit einer guten Prise Humor bestechen können – eben genauso, wie man es sich vorstellt.
Doch trotz der Leichtfüßigkeit, der Spitzfindigkeit und der Kurzweiligkeit der einzelnen Geschichten, hätte ich mir gewünscht, ich hätte einen jener bereits erwähnten Romane in Händen gehalten. Denn die Geschichten bieten, aufgrund ihres geringen Umfangs, einfach zu wenig Tiefgang, um tatsächlich länger im Gedächtnis bleiben zu können, und auch die Auflösung der aufgebrachten Mysterien ist weit vorhersehbarer, als dies dem versierten Krimileser lieb ist.
Zusätzlich fiel mir ein Punkt ins Auge, der mich zu Beginn doch recht irritierte, war mir der Charakter aus den Filmen eigentlich eher als sporadisch auftauchende Nebenfigur bekannt: die Dynamik zwischen Poirot und seinem Begleiter Hastings erinnert in diesen Geschichten frappierend an ein anderes Duo der Literaturgeschichte, bei dem ein Teil der geniale Detektiv und der andere der Mitläufer mit militärischem Hintergrund ist. Na, wer erratet es? Genau, hier hat sich die liebe Frau mal ganz eindeutig bei Arthur Conan Doyle bedient, ob als Hommage oder weil das Konzept dort so gut aufging, bleibt einmal dahingestellt, feststeht auf jeden Fall, dass man sich doch erst einmal daran gewöhnen muss.

Alles in allem ist diese Kurzgeschichtensammlung vielleicht nicht der ideale Einstieg in Christies Werk gewesen, aber nichts desto trotz waren die einzelnen Erzählungen amüsant und ideenreich genug, um bei mir auf jeden Fall die Lust nach mehr zu entfachen.

Danke für’s Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…


Die harten Fakten:

  • Originaltitel: Poirot Investigates
  • Autorin: Agatha Christie
  • Anzahl der beinhalteten Erzählungen: 11
  • Seitenanzahl: 174
  • Verlag: Scherz Verlag
  • ISBN: 978-3-502-55177-4

7 Gedanken zu “„Hercule Poirot rechnet ab“ – Buchrezension

  1. Am besten du liest „Mord im Orientexpress“ oder „Tod auf dem Nil“, das sind vermutlich die besten Poirot-Romane. Die Fernsehserie mit David Suchet ist über weite Strecken auch gelungen.

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    • Danke für die Tipps…ich wollte eigentlich eh gerne Mord im Orientexpress von ihr lesen, hab dann aber dieses Büchlein auf einem Flohmarkt gefunden und ihm eine neue Heimat gegeben. Aber das heißt ja nicht, dass ich mir nicht auch noch ihre Bücher früher oder später zu Gemüte führen werde 😉

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      • Ich kenne von Agatha Christie jetzt auch nur ein paar Romane und Kurzgeschichten (und darauf basierende Hörbücher/Hörspiele sowie Filme und die Poirot-Serie).

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  2. Diese Kurzgeschichten mit Poirot mochte ich nie, weil da immer die genial ausgeklügelten Verbrechen fehlten. Aber in Storys, die manchmal nur wenige Seiten umfassen, wohl auch schwerlich machbar. Vielleicht habe ich aber auch die falschen Geschichten gelesen 🤔

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