Rezensionsleichen in meinem Keller (November 2019)

Hallo zusammen,

und da wären wir mal wieder, in meinem Keller, um uns die hier liegen gebliebenen Kandidaten des vergangenen Monats mal etwas genauer anzuschauen. Doch diesmal sind, aufgrund einiger Faktoren wie Kurzurlaube, Familienfeste und vermehrtem Serienkonsum, recht wenige Kandidaten unter den Tisch gefallen. Fangen wir trotzdem lieber gleich mal mit der Beschau an – bevor es hier noch zu stinken beginnt…

⇒ Meet the Feebles (Erstsichtung) 

Prädikat: Abgedrehter geht es kaum

Auch ich reihe mich in die lange Schlage jener Menschen ein, welche Peter Jackson zunächst lediglich durch seine Verfilmungen der Abenteuer in Mittelerde kannten und deswegen ganz schön verwundert die Augen aufgerissen haben, als sie dieses frühe Werk des neuseeländischen Regisseurs zu Gesicht bekommen haben. Denn hier wird dem Zuschauer die wohl härteste Muppetshow der Filmgeschichte geboten – samt Sex, Drugs and Rock’n’Roll. Bekäme man nicht ab und an das Gefühl, dass Szenen fehlen beziehungsweise manche Szenen zusammenhanglos eingefügt wurden, hätte mir der Film sogar noch besser gefallen, aber auch so bleibt am Ende eine wahnsinnig unterhaltsame und abgedrehte Show.

⇒ The Big Hit (Rewatch) 

Prädikat: Ein Blick kann nicht schaden

Jeder, der sich bei der Sichtung dieser doch recht expliziten Actionkomödie aus den 90ern an John Woo erinnert fühlt, kann sich beruhigt zurücklehnen, denn auch wenn Kirk Wong den Regiestuhl innehatte, zählt Woo zu den Produzenten. Dieser Umstand erklärt dann auch die ebenso übertriebene wie cool in Szene gesetzte Action – nur mehr die weiße Taube hat hier gefehlt. Daneben überzeugen aber auch die etwas härteren Dialoge und die ganz eigenen Charaktere, welche gekonnt mit ihren Klischees zu spielen wissen.

⇒ The Hateful Eight (Rewatch) 

Prädikat: Sehenswert

Auch bei der zweiten Sichtung konnte mich diese Mischung aus Kammerspiel und Western aus der Feder Tarantinos wieder in seinen Bann ziehen. Die Dialoge sind messerscharf, die Schauspieler sagen mit einem verschmitzten Lächeln mehr als so mancher Möchtegern in zwei Stunden, die Bildkomoposition erzeugt eine elektrisierende Stimmung und der Soundtrack tut sein übriges. Wer sich mit einem Film ohne viele Handlung, dafür aber mit einer umso dichteren Atmosphäre anfreunden kann, sollte auf jeden Fall mal einen Blick riskieren.

⇒ The Sisters Brothers (Erstsichtung)

Prädikat: Western einmal anders

Auch wenn mir der schwarzhumorige Ansatz am Ende nicht konsequent genug durchgezogen wurde und der Film allgemein etwas zu „brav“ um die Ecke galoppiert, kann man ihm doch nicht absprechen, dass er einen über seine Laufzeit hinweg sehr gut zu unterhalten weiß. Vor allem die Chemie zwischen Phoenix und Reiley sorgt für einige grandiose Szenen. Wer also mal Lust auf eine ganz andere Art von Western hat, sollte hier unbedingt mal reinschauen.

⇒ Vidocq – Herrscher der Unterwelt (Erstsichtung)

Prädikat: Kann man mal schauen, muss man aber nicht

Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich über den echten Vidocq eigentlich relativ wenig wusste und lediglich die Verfilmung mit Depardieu aus dem Jahr 2001 kannte, die mir allerdings sehr gut gefallen hat. Aber nachdem ich diese neuere Verfilmung mit Cassel gesehen habe, musste ich mir dann doch endlich mal den Wikipedia-Beitrag durchlesen – und das ist keineswegs ein Kompliment für den Streifen. Denn dieser ist leider so langweilig und unzusammenhängend geraten, dass ich nach der Sichtung einfach einmal wissen wollte, was denn nun wirklich Sache war. Und gerade mit diesem Hintergrundwissen verliert das an und für sich nur etwas unterm Durchschnitt liegende Biopic gleich noch mehr an Reiz – da doch lieber die stark fiktionalisierte, dafür umso spannendere Version mit Depardieu.

⇒ Die purpurnen Flüsse (Rewatch)

Prädikat: Eiskalter Thriller mit Gänsehautgarantie

Wenn man die Buchvorlage kennt, weiß man, dass sich die Macher hier zahlreiche Freiheiten, auch bei der Gestaltung der Charaktere, herausgenommen haben. Aber nichtsdestotrotz muss man einfach anerkennen, dass sie womöglich gerade wegen dieser Änderungen einen sehr effektiven und wirklich spannenden Thriller mit Reno und Cassel zustande gebracht machen. Zwar keine große Filmkunst aber für einen Abend voller Gänsehautmomente bestens geeignet.

⇒ Lucky Luke: Daisy Town (Rewatch)

Prädikat: Ein toller Spaß für Groß und Klein 

Dank Amazon konnte ich mir endlich mal wieder einen Zeichentrickklassiker meiner Kindheit anschauen, denn neben „Asterix und Obelix“ hatte es mir damals vor allem der schnellste Cowboy des wilden Westens angetan. Und nach wie vor habe ich mich köstlich über die Kapriolen der Daltons und das tapfere Eingreifen Lucky Lukes amüsiert – auch wenn manche Darstellung aus heutiger Sicht vielleicht etwas problematisch wirken (ich sage nur Indianer), bin ich durchaus der Meinung, dass man ein Werk auch immer aus seiner Zeit heraus betrachten muss, weshalb mir diese kleineren Schönheitsfehler den Spaß am Ganzen nicht verderben konnten.

⇒ Twelve Monkeys (Rewatch)

Prädikat: Absolut sehenswert

Nicht nur ein moderner Klassiker und Kultfilm, sondern auch einer meine All-Time-Favorites verbirgt sich hinter diesem Titel. Terry Gilliam ist dabei meisterlich der dystopische Blick in die Zukunft, samt dezentem Hoffnungsschimmer gelungen, Bruce Willis und Brad Pitt zeigen auf eindrucksvolle Weise, warum sie über 20 Jahre später noch immer groß im Geschäft sind, und die Zuschauer freuen sich heute wie damals über einen großartigen Film.


Und das war es auch schon wieder von meiner Seite aus. Wie immer folgt nun die Frage: Kennt ihr einen der genannten Film? Wenn ja, wie ist eure Meinung dazu? Hinterlasst mir doch einen Kommentar.

Danke für’s Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…

7 Kommentare zu „Rezensionsleichen in meinem Keller (November 2019)

Gib deinen ab

  1. Hateful 8 gebe ich dir Recht, Sisters Brothers steht schon auf der Watchlist und Daisy Town habe ich vor ein paar Monaten auch nochmal gesehen. Mir ist eher das schlimme Animations-Level aufgefallen, wo Szenen teilweise ein dutzend Mal wieder verwertet werden. Aber sonst natürlich ein toller Spaß 😀

    Gefällt 1 Person

    1. Das mit den wieder verwendeten Szene bei Daisy Town stimmt natürlich…das ist einem als Kind nie so aufgefallen, obwohl es doch so offensichtlich ist 😅. Aber wie du sagst, den Spaß nimmt es einem deswegen nicht😉

      Gefällt 1 Person

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