Rezensionsleichen in meinem Keller – Januar 2020

Die ersten Leichen im neuen Jahr stapeln sich schon wieder in meinem Keller und nach alter Tradition wird einmal im Monat hier Hausputz gemacht, immerhin bietet auch so ein imaginärer Keller nicht unbegrenzt Platz. Deswegen könnt ihr hier jetzt mal nachlesen, welche Filme ich im Jänner so gesehen habe, die von mir auf diesem Blog an keiner anderen Stelle besprochen wurden.


⇒ The Laundormat (Erstsichtung)

Prädikat: Viel Potenzial verschenkt 

Eigentlich hätte das hier nach „The Big Short“ der nächste ebenso große wie unterhaltsame Augenöffner zu einem äußerst komplexen und brisanten Thema werden sollen (/können). Nur leider fehlt es dem Drehbuch sowohl an der nötigen Finesse, als auch am nötigen Biss um tatsächlich als gelungen bezeichnet werden zu können.

⇒ Lichter der Großstadt (Erstsichtung) 

Prädikat: Ganz zu Recht ein Klassiker des Stummfilms 

Diese zeitlose Geschichte über eine Liebe die sämtliche Widrigkeiten zu überwinden weiß, mag zwar ziemlich unglaubwürdig um die Ecke kommen, aber ihrem Charme kann man sich trotzdem nicht entziehen. Das liegt natürlich auch an der wundervollen Performance von Charlie Chaplin, an der herrlichen Musik und den gelungenen Slapstick-Einlagen – alleine der hier gezeigte Boxkampf rechtfertigt eine Sichtung.

⇒ Assassination Nation (Erstsichtung)

Prädikat: Herrlich abgedreht, aber im Abgang nicht ganz rund

Nach der Sichtung ist vor der Sichtung, heißt es für mich bei diesem Film, denn obwohl er mich nicht wirklich hundertprozentig überzeugen konnte, weiß ich einfach, dass ich dieser abgedrehten Mischung aus Teenie-Drama und Meuchel-Horror nochmal eine Chance geben werde, um zu schauen, ob sie mich beim zweiten Mal vielleicht doch besser abzuholen weiß.

⇒ Zwei glorreiche Halunken (Rewatch)

Prädikat: Einer der besten Western aller Zeiten

Meine treueren Leser werden es schon mitbekommen haben, ich bin eigentlich kein so großer Westernfan. Wieso, weshalb, warum, kann ich euch wirklich nicht sagen. Aber eines steht fest, ein guter Film ist und bleibt ein guter Film, egal in welchem Genre er zuhause ist, und so verhält es sich mit diesem Italowestern, der wie eine Blaupause wirkt und trotzdem so herrlich unterhaltsam ist.

⇒ Tarzan und sein Sohn (Erstsichtung) 

Prädikat: Kann man mal schauen, muss man aber nicht 

Man kann die schwarz-weiß Filme, die ich bisher in meinem Leben gesehen habe, vielleicht nicht unbedingt an einer Hand abzählen, aber vermutlich an zweien. Wieso ich mich immer wieder dagegen sträube, Filme aus dieser frühen Ära der Filmkunst zu schauen, wenn sie nicht bereits als Klassiker oder Meisterwerke gelten, zeigt dieser Film hier sehr gut. Schauspiel und Effekte sind für die damalige Zeit angemessen, wirken heute aber leider eher lachhaft und Rollenbilder und Stereotypen werden etabliert, bei denen man heute nur mehr den Kopf schütteln kann. Natürlich muss man Filme, beziehungsweise künstlerische Werke überhaupt, immer auch innerhalb ihres zeitlichen Kontexts betrachten – aber das heißt trotzdem nicht, dass mir ein Film nur deswegen plötzlich gefallen muss.

⇒ The Aeronauts (Erstsichtung)

Prädikat: Bleibt etwas hinter seinen Möglichkeiten zurück 

Dass der Film von wahren Begebenheiten inspiriert ist, sollte man vielleicht bei der Sichtung außen vor lassen, denn ziemlich schnell wird klar, dass das gezeigte Spektakel sicher nur wenig mit der Realität zu tun hat. Ebenso wie bei „The Greatest Showman“ handelt es sich also um kein Biopic, sondern um ein phantastisches Märchen, welches einen wahren Kern als Ausgangslage hernimmt. Dabei glänzt vor allem Felicity Jones in ihrer Rolle als vom Schicksal gebeutelte Ballonfahrerin, während Eddie Redmaynes Figur leider aufgrund des schwächelnden Drehbuchs etwas blass dagegen bleibt. Trotzdem lohnt sich am Ende ein Blick, denn auf visueller Ebene ist das hier einfach nur eine wunderschöne Wucht.

⇒ Jack Reacher (Rewatch) 

Prädikat: Unterhaltsamer, generischer Actionfilm 

Gut, hier kann man wohl nicht wirklich von einer vorlagengetreuen Umsetzung sprechen, wenn man sich alleine mal Tom Cruise Physis anschaut und diese mit dem vergleicht, was Lee Child in seinen Büchern so beschreibt. Aber es muss ja auch nicht immer alles hundertprozentig akkurat sein, solange das Feeling stimmt, sieht man gerne mal über solche kreativen Freiheiten hinweg. Und ich für meinen Teil, habe immer wieder Spaß mit diesem zwar doch recht generischen aber eben auch recht unterhaltsamen Actionthriller.

 

⇒ Duell – Enemy at the Gates (Erstsichtung) 

Prädikat: Mitreißendes Kriegsdrama, mit etwas zu viel Kitsch

Würde der Film 5 Minuten früher enden, wäre mein Fazit wahrscheinlich ein anderes, denn bis zu seinem unnötigen Happy End kann man dem Film eigentlich nicht viel vorwerfen, immerhin wird hier in kleinem Rahmen die ganze Grausamkeit des Krieges aufgezeigt. So kaut man sich bei jedem Aufeinandertreffen der beiden Scharfschützen die Fingernägel ab, weil man tatsächlich das Gefühl hat, dass hier keiner sicher ist. Doch dann gibt es da eben diese letzten 5 Minuten, die leider dafür sorgen, dass der Film gerade am Ende schwächelt.

 

⇒ Meg (Rewatch) 

Prädikat: Statham vs Megalodon 

Viele meinen ja, dass die Verantwortlichen und Mitwirkenden den Film zu ernst genommen haben, als dass er tatsächlich als Edel-Trash durchgehen könnte, und man deswegen ja keinen Spaß mit dem Kampf „Mensch gegen Monster“ haben könnte. Ich sehe das allerdings anders. Gut, beim zweiten Mal zünden nicht mehr alle Gags so wie bei der ersten Sichtung auf der großen Leinwand, da fehlt dann halt ein wenig das Überraschungsmoment, aber nichtsdestotrotz hatte ich auch diesmal wieder insgesamt meinen Spaß mit dem Film.


Und das war es auch schon wieder mit dem Kellerputz für den Jänner. Habt ihr vielleicht einen der Filme gesehen, oder gar mehrere, dann schreibt mir doch einen Kommentar, wie eure Meinung dazu ist.

Danke fürs Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…

8 Kommentare zu „Rezensionsleichen in meinem Keller – Januar 2020

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  1. „Meine treueren Leser werden es schon mitbekommen haben, ich bin eigentlich kein so großer Westernfan. Wieso, weshalb, warum, kann ich euch wirklich nicht sagen.“

    Mich hat das nicht mehr losgelassen, bei mir liegt es wohl an dem Rassismus gegenüber den amerikanischen Ureinwohnern und der Gleichförmigkeit des Genres. Die Western, die ich mag, fallen alle aus der traditionellen Rolle, wie „Spiel mir das Lied vom Tod“ oder auch “ Zwei glorreiche Halunken.“

    Durchgesetzt haben sich ja nur drei Westernvarianten:

    1.) Viehtrieb
    2.) Familie wird auf ihrer Farm bedroht
    3.) Ein Fremder kommt in den Ort und räumt auf.

    Irgendwann hat man das alles gesehen. Dazu kommt sicherlich, dass die kulturelle Verankerung fehlt, ich sehe lieber Filme. die die Zuständie in Europa um 18./19. zeigen, als die Zustände in den USA.

    Gefällt 1 Person

    1. Du nennst da ein paar wichtige Punkte…wobei man eigentlich bei jedem Genre sagen kann, dass es gewisse Elemente gibt, die quasi immer vorkommen…aber ja, bei Western macht es mir tatsächlich einfach seltener Klick, als bei anderen Genres. Sehr gut gefallen haben mir bis jetzt „Zwei glorreiche Halunken“, „Leichen pflastern seinen Weg“ und das Remake von „True Grit“. Und natürlich „Der Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford“, aber den würde ich eher als Drama mit Westerneinschlag bezeichnen.

      Gefällt 1 Person

      1. Das Hauptproblem ist bei mir wahrscheinlich der kulturelle Bezug, je älter ich werde, umso stärker werde ich Europäerin. Mich interessieren gerade Histo-Filme, gerade aus dem deutsprachigen Raum, einfach mehr als in anderen Weltregionen.

        De Wilde Westen ist mir zu fremd.

        Liken

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