„The Mentalist“ – Serienreview

Hallo zusammen,

wie ich in meinem „Serienrückblick 2019“ bereits angemerkt hatte, habe ich die letzten Monate damit verbracht, mir noch einmal die Serie „The Mentalist“ in ihrer Gesamtheit zu Gemüte zu führen. Ein Unterfangen, das schon einiges an Zeit in Anspruch nimmt, immerhin bingt man 7 Staffeln (oder eigentlich 6 1/2) nicht mal schnell an einem Wochenende durch. Trotzdem kommt man vor allem anfangs dank eines spannenden Konzepts und nicht zu anspruchsvoller Handlungsstränge noch gut voran, immerhin eigenen sich die Folgen ideal dafür, um sie als kurzweilige Unterhaltung nebenbei während des Essens oder des Bügelns zu konsumieren.

Dem ist auch deswegen so, weil die Serie zu dem Genre der crime procedurals zählt, mit dem obligatorischen case of the week. Der spannende Kniff, der für etwas Abwechslung im Genre-Dschungel sorgte und „The Mentalist“ aus der Masse herausstechen ließ, war der übergeordnete sprichwörtliche rote Faden. Denn neben dem „Mord der Woche“ ist der Protagonist auch noch auf einem ganz persönlichen Rachefeldzug gegen den Serienmörder „Red John“, der einst seine Familie getötet hat, und noch immer auf freiem Fuß ist. Dieses meisterlich inszenierte Katz-und-Maus-Spiel, welches den Zuschauern in unregelmäßigen Abständen immer wieder Folgen bescherte, in denen man gemeinsam mit den Ermittlern der Identität von „Red John“ vermeintlich einen Schritt näher kommt, war wohl ausschlaggebend für den großen Erfolg der Serie. Die tollen Schauspieler, spritzigen Dialoge und spannenden Fälle taten dann ihr übriges.
Doch dieser Erfolg war Fluch und Segen zugleich, denn durch den alles umspannenden Handlungsbogen rund um „Red John“ hatte die Serie sich selbst ein Ablaufdatum verpasst, da es nur ein logisches Finale geben konnte – so glaubte man zumindest. Denn wer eine Jagd als Grundmotivation für seinen Protagonisten etabliert, für den muss klar sein, dass diese Jagd am Ende auf die eine oder andere Weise aufgelöst werden muss. Und so dachte jeder Zuschauer, dass die Serie mit dem großen Showdown zwischen Patrick Jane und Red John ihr Ende finden würde. Einziges Problem, man kann so eine (Schnitzel-)Jagd nur über eine gewissen Zeitraum hinweg aufrecht erhalten, möchte man nicht die Gefilde „enervierend“ und „unrealistisch“ abrutschen, weswegen ich weiter oben auch von einem der Serie bereits innewohnenden Ablaufdatum gesprochen habe.
Schnell wurde den Schreibern somit klar, viel mehr als 5 Staffeln können sie sich nicht leisten, bevor das Mysterium aufgelöst werden muss – dumm nur, wenn das Studio aber gerne noch eine sechste und dann am besten noch eine siebte Staffel haben möchte. Und so endete eine eigentlich hervorragende Serie auf einer traurigen Note, da die Verantwortlichen einfach nicht den Mumm hatten, eine lukrative Serie auf ihrem Höhepunkt enden zu lassen, sondern die Kuh lieber weiter melken wollten. So kommt das große Finale in der Mitte der sechsten Staffel, und danach kommt nicht mehr viel, außer einer ungelenk herbeigeführten und überstürzt wirkenden Liebesgeschichte, einiger neuer Charaktere, die teilweise nicht einmal lange genug Teil des Teams sind, um einem irgendwie ans Herz zu wachsen, und einem Final, welches klischeehafter wohl kaum hätte sein können.
Deswegen hier meine ernst gemeinte Empfehlung an euch, vergesst einfach die letzten eineinhalb Staffeln und lasst die Serie mit der 8ten Episode der sechsten Staffel, dem „wahren“ Finale, enden.

Danke fürs Vorbeischauen und bis zum nächsten Mal – stay tuned…


Die harten Fakten:

  • Titel: The Mentalist
  • Anzahl der Staffeln: 7
  • Episodenanzahl: 151
  • Erscheinungsjahre: 2008 – 2015
  • Darsteller: Simon Baker, Robin Tunney, Owain Yeoman, Tim Kang, Amanda Righetti

6 Kommentare zu „„The Mentalist“ – Serienreview

Gib deinen ab

  1. Ohje das klingt ja nach nem verschenkten Ende 😀
    Ich weiß noch, dass ich vor einigen Jahren ebenfalls die Serie mal nachholen wollte, da die an mir vorbeigegangen ist. Am meisten hatte mich ebenfalls Red John interessiert, daher war klar sie von Anfang an zu schauen. Viel weiter als Staffel 1 Folge 8 bin ich aber nicht gekommen, zwar waren die Cases of the Week alle schon irgendwie nett, aber ich habe schon kommen sehen, dass ein sehr sehr langer Weg vor mir liegt, da der Handlungsstrang mit Red John nur sehr sehr langsam voran ging und ich nicht die Geduld aufbringen konnte, dermaßen viel nachzuholen, um immer nur ein kleines bisschen Futter zu bekommen.

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, speziell am Anfang wird man tatsächlich sehr spärlich mit Infos zu Red John gefüttert…eigentlich geht es erst so richtig ab dem Ende der 4ten Staffel zur Sache, insofern muss man schon einiges an Füllerfolgen überstehen 😅.

      Gefällt 1 Person

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